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Arbeitsrechtliche Streitigkeiten nehmen rasant zu
30.04.09In Europa hat die Finanz- und Wirtschaftskrise zu einem Anstieg von juristischen Auseinandersetzungen zwischen Unternehmen und Beschäftigten geführt.
Zu diesem Ergebnis kommt der ARAG-Konzern bei der Analyse der Leistungsanfragen seiner Kunden auf den wichtigsten europäischen Rechtsschutzmärkten. Vor allem in Deutschland und den Niederlanden steigen die Rechtsschutzleistungen signifikant. Auffallend ist dabei insbesondere in Deutschland in welch kurzem Zeitraum die Zahlen steigen.
Die schlechte Wirtschaftslage in Deutschland hat inzwischen den Arbeitsmarkt erreicht. Im Vergleich zu vorhergehenden Konjunkturabschwüngen steigt die Zahl der arbeitsrechtlichen Auseinandersetzung aber nicht sukzessive, sondern sprunghaft. So verzeichnet die ARAG Allgemeine Rechtsschutz-Versicherungs-AG im ersten Quartal 2009 bei den Leistungsabrufen ihrer Kunden mit arbeitsrechtlichem Hintergrund eine Steigerung von knapp 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Insbesondere im März dieses Jahres ist eine signifikante Zunahme zu beobachten. Bei der telefonischen Rechtsberatung in Deutschland zeichnet sich eine deutliche Verschiebung bei den Beratungsthemen ab: "Ließen sich die Kunden noch im Vorjahr hauptsächlich wegen eines falschen oder schlechten Zeugnisses und wegen einer Aufhebungsvereinbarung beraten, so stehen seit Jahresbeginn Themen wie Kurzarbeit oder betriebsbedingte Kündigungen im Mittelpunkt", erläutert Klaus Heiermann, Hauptabteilungsleiter Konzernkommunikation bei der ARAG.
Auch in anderen europäischen Staaten zeigt sich ein vergleichbarer Trend. Beispielsweise verzeichnet die ARAG in den Niederlanden im ersten Quartal 2009 ein Anwachsen arbeitsrechtlicher Konflikte um rund 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In Spanien ist die Zahl der Kunden, die sich im ersten Quartal 2009 mit arbeitsrechtlichen Fragestellungen an die Telefonhotline der ARAG in Barcelona gewandt haben, im Vergleich zum Vorjahr um rund 15 Prozent angestiegen. "Die Entwicklung in Spanien ist symptomatisch für den europäischen Markt – von allgemeinen, alltäglichen Rechtsproblemen hin zu existenziellen Sorgen. Dabei ist Spanien besonders heftig vom Abschwung getroffen", stellt Klaus Heiermann fest. Im ersten Quartal 2009 waren rund 4 Millionen Menschen in Spanien ohne Beschäftigung, was einer Arbeitslosenquote von rund 17 Prozent entspricht – der höchste Wert in den 27 EU-Staaten.
Auch in Italien und in Griechenland rückt das Thema Arbeitsrecht zunehmend in den Fokus. Die europaweite Entwicklung bei den Rechtsschutzleistungen zeigt zum einen die flächendeckenden Auswirkungen der Wirtschaftskrise in der EU. Zum anderen macht sie aber auch deutlich, dass die Menschen ihre Rechte als Arbeitnehmer direkter und aktiver wahrnehmen. Die Auseinandersetzung um den Arbeitsplatz wird intensiver geführt und häufiger als in der Vergangenheit auch vor Gericht ausgetragen.


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