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Beteiligungsmodelle bergen oft hohe Risiken
1.03.10Bei der Geldanlage können sich hinter ähnlich klingenden Produktbezeichnungen völlig unterschiedliche Welten verbergen. Das gilt in besonderem Maß für die Fondsanlage.
Gibt es doch offene Investmentfonds und die so genannten geschlossenen Fonds. Der zentrale Unterschied: Bei Investmentfonds erwerben Anleger Anteile an einem meist breit gestreuten Sondervermögen, das zum Beispiel aus Anleihen, Aktien oder verschiedenen Gewerbeimmobilien bestehen kann. Die Zeichner eines geschlossenen Fonds beteiligen sich dagegen laut ING-DiBa als Miteigentümer an einem Unternehmen – mit all den damit verbundenen unternehmerischen Risiken. Und diese sollte sich jeder Anleger, dem von seiner Bank oder einem Finanzvermittler ein entsprechendes Angebot auf den Tisch gelegt wird, unbedingt vor der Vertragsunterschrift genau anschauen.
- Investitionsrisiko: Viele geschlossene Fonds konzentrieren sich beim Investitionsziel auf ein einzelnes Objekt wie beispielsweise ein Containerschiff, ein zu vermietendes Flugzeug, ein Hotel oder eine große Gewerbeimmobilie. Fließen dann später die Einnahmen nicht so wie geplant, weil etwa das Schiff im Zuge der Wirtschaftskrise nicht ausgelastet ist oder die Ladenmieten wegen eines Überangebots im Keller sind, ist das gesamte Investitionsprojekt gefährdet. Die Bandbreite der möglichen Folgen reicht von ausbleibenden Ertragsausschüttungen bis hin zum Totalverlust.
- Liquiditätsrisiko: Mit der Investition in einen geschlossenen Fonds binden sich Anleger in der Regel über Laufzeiten von zehn und mehr Jahren an ein Projekt. Anders als etwa bei Wertpapierfonds ist eine jederzeitige Rückgabe der Anteile zum Marktwert nicht möglich. Zwar gibt es Handelsplätze für „gebrauchte“ Beteiligungsmodelle, doch der Handel kam bislang nur schwer in Gang. Bei finanziellen Engpässen oder sich abzeichnenden Anlageflops ist der Ausstieg vor dem Laufzeitende in der Praxis daher kaum oder nur mit größeren Verlusten realisierbar.
- Kostenrisiko: Geschlossene Beteiligungsmodelle sind regelmäßig mit beträchtlichen Nebenkosten verbunden, die vor allem aus den hohen Vertriebsprovisionen resultieren. Vor einer Anlageentscheidung sollten Verbraucher daher die Investitionsrechnung gründlich studieren und insbesondere auf Aufwendungen für den Vertrieb, die Fremdkapitalbeschaffung sowie Management- und Konzeptionshonorare achten. In der Spitze können diese Kosten 15 bis 20 Prozent der Anlagesumme ausmachen. Das mindert die Ertragsaussichten. Soll etwa bei 20 Prozent Kostenquote auf Sicht von zehn Jahren für den Anleger eine Jahresrendite von 6,0 Prozent erwirtschaftet werden, müsste das Investitionsobjekt jährlich 8,4 Prozent Gewinn abwerfen. Dies dürfte realistisch betrachtet in den meisten Fällen kaum erreichbar sein.
- Emittentenrisiko: Anders als normale Investmentfonds unterliegen geschlossene Fonds praktisch keiner staatlichen Aufsicht. Zwar müssen die Verkaufsprospekte bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eingereicht werden, doch die Behörde prüft nur die formelle Vollständigkeit und nicht die Richtigkeit und Plausibilität der Prospektaussagen. Viele Angebote sind daher dem sogenannten "Grauen Kapitalmarkt", dem ungeregelten Teil der Finanzmärkte, zuzuordnen. Erreichen die Fondsbetreiber ihre unternehmerischen Ziele später nicht, hat der Anleger Pech gehabt. Als Mitunternehmer ist er voll am Verlust beteiligt und muss im schlimmsten Fall seinen Investitionsbetrag komplett abschreiben.
Tipp: Wer sein Geld in geschlossene Fonds investieren möchte, sollte vor dem Kauf unbedingt die Risikobeschreibungen im Prospekt lesen und sich immer vor Augen führen: Alle Risiken können wirklich eintreten!

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