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Betriebskrankenkassen fordern Verschiebung des Einheitsbeitrags

5.09.08

Die Betriebskrankenkassen (BKK) fordern eine Verschiebung des geplanten einheitlichen Beitragssatzes in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) um ein Jahr. Am 1. November 2008 wolle die Bundesregierung einen Einheitsbeitrag für rund 70 Millionen Krankenversicherte festgelegen.

Für BKK-Versicherte bedeute dies, dass spätestens bei der Gehaltsabrechnung im Januar 2009 weniger Netto auf dem Lohnzettel stehe, "ohne dass das Mitglied für sich und seine Familie dafür einen umfangreicheren Leistungsanspruch erhielte", teilte der BKK-Bundesverband am Mittwoch in Berlin mit.

Läge der Einheitsbeitragssatz ab 2009 bei 15,5 Prozent, würde sich für BKK-Versicherte und ihre Arbeitgeber eine Mehrbelastung von jeweils 700 Millionen Euro ergeben, rechnete der Verband vor. Bei einem Einheitsbeitragssatz von 16 Prozent wären es jeweils 1,3 Milliarden Euro mehr.

Aufgrund der Planungsunsicherheiten durch den Gesundheitsfonds könne derzeit keine Kasse sagen, ob und in welcher Höhe sie 2009 Prämien für die Versicherten ausschütten könne oder ob sie Zusatzbeiträge einziehen müsse. Die Kassen erführen nämlich erst im Dezember 2008, wie viel sie aus dem Gesundheitsfonds zugeteilt bekämen. Erst dann könnten sie die Haushaltsplanung angehen.

Der Verband mahnte eine gründliche Prüfung der Wirkungen des Gesundheitsfonds an, "um für Versicherte, Arbeitgeber und Krankenkassen eine solide und sichere Finanzplanung zu garantieren". Das Mindeste sei aber das Verschieben des einheitlichen Beitragssatzes um ein Jahr, hieß es.

Bei den 170 Betriebskrankenkassen sind nach Angaben des Verbandes derzeit über 14 Millionen Menschen versichert, einschließlich der Familienversicherten. Damit sei die BKK mit einem Marktanteil von rund 20 Prozent die drittgrößte Kassenart.

(Quelle: ddp)