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Wohngebäudeversicherung

Branchenverband will mehr Elementarschutz

9.02.11

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) empfiehlt den Versicherungsunternehmen, die Wohngebäudeversicherung ab sofort nur noch inklusive Elementarschutz anzubieten.

Hausbesitzer sollen angeregt werden, ihr Wohngebäude gegen Naturgefahren, wie Hochwasser, Überschwemmung, Starkregen, Schneedruck, Lawinen und Erdrutsch, zu versichern. Bisher muss der Elementarschutz als Zusatzbaustein beantragt werden, zukünftig würden Kunden ihn automatisch mit beantragen oder ausdrücklich abwählen. Das geht aus den neuen unverbindlichen Musterverträgen hervor, die der GDV den Versicherern zur Verfügung stellt.

"Die Empfehlung soll nicht nur in Hochwasser-Regionen zu mehr finanziellem Schutz der Menschen führen, sondern die Breite der Bevölkerung für einen Schutz gegen die Folgen von Naturgefahren sensibilisieren", erklärt Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der GDV-Hauptgeschäftsführung. Noch immer besitzen 74 Prozent der Haushalte keinen umfangreichen Versicherungsschutz für ihr Wohngebäude. Dabei sind 98,5 Prozent der Hausbesitzer problemlos gegen Hochwasser, Überschwemmung und Starkregen versicherbar.

Elementarschutz gehört unbedingt dazu

"Der Schutz vor Naturgefahren gehört wie die Feuerversicherung zum Basisschutz jedes Wohngebäudes", erläutert von Fürstenwerth. In den letzten Jahren haben Naturgefahren wie Starkregen und Überschwemmung zugenommen. Immer häufiger werden Regionen überflutet, die bislang verschont blieben. Die strengen Winter der letzten zwei Jahre haben darüber hinaus gezeigt, dass insbesondere Häuser mit Flachdach-Konstruktionen durch starken Schneedruck gefährdet sind. Auch hier zahlt im Ernstfall nur die Elementarschadenversicherung.

Den Einschluss der Elementarschadendeckung in die Wohngebäudeversicherung gibt es bereits ab 50 Euro pro Jahr - abhängig von Größe und Lage der Immobilie. In Gefahrenregionen kann er freilich schnell ein Mehrfaches kosten oder die Versicherer verlangen eine höhere Selbstbeteiligung. Wer hier knausert, spart an der falschen Stelle. Überschwemmungsschäden sind teuer.

In Risikogebieten mit Versicherern verhandeln

Die neuen unverbindlichen Musterverträge können aber nicht dazu führen, dass jedes Haus Versicherungsschutz erhält: 98,5 Prozent der Haushalte sind problemlos versicherbar, für 1,5 Prozent kann es jedoch schwieriger oder unmöglich werden, da sie überwiegend in Gebieten liegen, die stark Hochwasser gefährdet sind. Kunden und Versicherer müssen hier nach Meinung des GDV in den Dialog treten. Wo Gemeinden und Anwohner in Hochwasserschutz investieren oder die Hausbesitzer auch höhere Selbstbeteiligungen akzeptieren, haben unter Umständen auch die Gesellschaften mehr Spielraum.

Im Einzelfall muss der Kunde mehrere Versicherer anfragen, beispielsweise mit Unterstützung durch einen Berater. "Wir wollen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auch in Zukunft Gebäude geben wird, für die es keine wirtschaftlich sinnvolle Versicherungslösung gibt, da es hier alle drei, vier Jahre zu Überschwemmungen kommt", so von Fürstenwerth.

Für den Kunden sind übrigens oft solche Selbstbehaltlösungen günstiger, bei denen er einen Prozentsatz des Schadens selbst trägt. Andere Modelle sehen eine feste Summe vor, die er bei jedem Versicherungsfall zahlt.

Dass für viele Hausbesitzer der Elementarschadenschutz notwendig ist, erkennt auch der Bund der Versicherten (BdV) an. Das pauschale Vorgehen kritisiert der Vorstandsvorsitzende Hartmuth Wrocklage dennoch: "Durch diese Kombination wollen die Versicherer nur ihren Absatz bei guten Risiken fördern. Häuser in gefährdeten Gebieten können aber nach wie vor nicht versichert werden."

tr