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Girokonto

Der automatische Bankräuber braucht keine Pistole

5.12.08

Die EC-Karte kopiert, die Geheimnummer gefilmt oder per falschem Tastenfeld abgegriffen: Immer wieder mutieren manipulierte Geldautomaten zum elektronischen Bankräuber. Wie Bankkunden mit einfachen Tricks Langfingern ein Schnippchen schlagen können.

Sie waren dreist, sie waren clever: Im oberbayerischen Ingolstadt tauschte eine vermutlich aus Osteuropa stammende Gaunerbande das Kartenlesegerät eines Bank-Geldautomaten aus und kopierte so still und heimlich die Daten von den Girokarten argloser Kunden.

 

Da die deutschen Geldautomaten stets prüfen, ob Karte und Geheimzahl (PIN) zusammenpassen, also die Karten-Echtheit feststellen, wichen die Täter ins Ausland aus. Dort gibt es noch Automaten, die auch mit Karten-Doubletten Geld auswerfen. Mittels der gefälschten Karten und den Daten ihrer Opfer hatten die skrupellosen Ganoven leichtes Spiel: Vom italienischen Turin aus plünderten die Täter jedes einzelne Girokonto und hoben 40.000 Euro ab.

 

Girokarten bald nicht mehr kopierfähig

 

Ein manipulierter Geldautomat wie in Ingolstadt sieht auf den ersten Blick oft wie immer aus. Sobald man seine Girokarte in die Schlitzattrappe eingeführt und die PIN eingetippt hat, schnappt die Falle jedoch unerbittlich zu. Die Karte in der Attrappe wird ausgelesen und eine versteckte Minikamera schneidet die Eingabe der PIN mit.

Bundesweit wurden im ersten Halbjahr 2008 440 Geldautomaten manipuliert. "Skimming" ("absahnen, "abschöpfen") nennt die Polizei diese perfide Abzock-Methode. Mit Abwehrmaßnahmen wie lückenloser Videoüberwachung (auf der die Ingolstädter Gelddiebe übrigens deutlich zu erkennen sind) und Sperraufsätzen wehren die Banken viele Skimmingversuche freilich von vorneherein ab.

 

Ab 2010 sieht eine EU-Initiative außerdem vor, die in die Jahre gekommenen Magnetstreifen an Giro- und Kreditkarten nach und nach ganz zu verbannen und durch nicht mehr kopierfähige Chips zu ersetzen.

 

Tipps für mehr Sicherheit

 

Trotzdem sollten Kunden beim Geldabheben nie unaufmerksam sein. Schon mit einfachen Verhaltensmaßnahmen macht man es potenziellen Langfingern schwer bis unmöglich, die eigenen Daten zu klauen und damit Schindluder zu treiben. Die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes gibt den Nutzern von Aspect Online folgende Tipps:

  • Verdecken Sie die PIN-Eingabe, indem Sie die Hand dicht über die Tastatur halten.
  • Achten Sie darauf, dass Ihnen beim Eingeben der Geheimzahl niemand über die Schulter schaut. 
  • Geben Sie die PIN niemals an Türöffnern ein.
  • Geben Sie niemandem Ihre PIN bekannt, auch wenn sich derjenige als Bank-Mitarbeiter oder Polizist ausgibt.
  • Achten Sie auf die Rückgabe der eigenen Zahlungskarte.
  • Lassen Sie Ihre Karte nie unbeaufsichtigt im Büro oder im Auto liegen.
  • Kontrollieren Sie sorgfältig und in kurzen Abständen die Umsätze auf dem Girokonto und reklamieren Sie Fehler sofort.
  • Bewahren Sie PIN und Girokarte stets getrennt auf. Schreiben Sie die PIN nirgendwo auf.
  • Fallen Ihnen Veränderungen am Geldautomaten auf, melden Sie dies umgehend der nächsten Polizeidienststelle (Notruf 110) und dem entsprechenden Geldinstitut.

 

Schaden der Kunden wird bei Manipulation ersetzt

 

Generell gilt, dass der Karteninhaber seine Karte sorgfältig aufzubewahren hat. Außerdem muss die PIN stets geheim gehalten werden. Sollte die Karte abhanden gekommen sein oder hat man den Verdacht,  dass die Karte kopiert worden sein könnte bzw. die PIN nicht mehr geheim ist, ist sofortiges Handeln angesagt: Mit dem gebührenfreien Sperr-Notruf (116 116) lässt sich womöglich Schlimmeres verhüten.

 

Eine grob fahrlässige Verletzung der Pflichten seitens des Kunden wäre z.B. dann gegeben, wenn er die eigene PIN auf der Karte notieren würde. Bei einer Manipulation des Geldautomaten trifft den Kunden in der Regel jedoch keine Schuld. Sollte dieser in dem Fall einen finanziellen Schaden erleiden, "erstattet die Bank den Schaden zurück", sagt Dr. Kerstin Altendorf, Sprecherin des Bundesverbands deutscher Banken, gegenüber Aspect Online.

Das deutsche Girokonto bleibt sehr sicher (deutsche Einlagensicherung!). Zum Jahresende werden die Banken mit attraktiven Konditionen: Wer jetzt ein neues Girokonto eröffnet, der erhält oft ein befristetes Begrüßungsgeld vom jeweiligen Anbieter. Je nach Angebot entfallen sogar generell jegliche Kontoführungsgebühren.