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Altersvorsorge

Deutsche sparen weniger, Vertrauen in Altersvorsorge sinkt

7.10.09

Die Hälfte der Deutschen will bei der privaten Altersvorsorge nicht mehr zulegen. Fast jeder Fünfte kündigte oder reduzierte sogar Verträge wie beispielsweise Kapitallebensversicherungen oder Rentenversicherungen. Die Ergebnisse einer Postbank-Studie zeichnen ein alarmierendes Bild für künftige Rentnergenerationen.

53 Prozent der Befragten erklärten, sie wollten ihre private Altersvorsorge nicht weiter verstärken. So hoch lag die Zahl noch nie seit der ersten Umfrage der gelben Bank im Jahr 2003. Jeder dritte Berufstätige (exakt 32 Prozent) gibt inzwischen an, im Alter über keinerlei Einnahmen aus einer privaten Vorsorge verfügen zu können. Exakt 17,4 Prozent aller Berufstätigen in Deutschland haben aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise bereits private Verträge aufgelöst oder reduziert.

 

Die repräsentative Studie "Altersvorsorge in Deutschland 2009/2010" führte die Postbank in Zusammenarbeit mit dem Institut für Demoskopie Allensbach bundesweit durch. Postbank-Vorstand Michael Meyer: "Die Gefahr ist damit offensichtlich: Aus der Finanz- und Wirtschaftskrise kann jetzt eine langfristige Krise der Altersvorsorge in Deutschland werden!"

 

Versicherungskunden stellen die Vertrauensfrage

 

Die Branche muss sich sorgen, weil infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise exakt zwei Drittel aller Berufstätigen ihre Einstellung zur Altersvorsorge geändert haben. Jeder dritte Berufstätige (32 Prozent) fragt sich seither, "welche privaten Anlageformen überhaupt noch Sinn ergeben". Und 31 Prozent haben das "Vertrauen in Informationen zur privaten Altersvorsorge verloren".

 

"My home is my castle", so denken offensichtlich auch viele Deutsche. Jeder zehnte Umfrageteilnehmer beabsichtigt, in nächster Zeit in ein Eigenheim oder eine Eigentumswohnung einzuziehen. Damit wuchs die Zahl im Vergleich zum Vorjahr. Die aktuelle Studie der Postbank zeigt auch, warum die eigene Immobilie auf so großes und weiter wachsendes Interesse stößt: Zwei Drittel betrachten sie zur Altersvorsorge als "besonders sicher". Zum Vergleich: Die staatliche Rente erhält hier nur 53 Prozent Nennung. Unter den jungen Berufstätigen im Alter von 16 bis 29 Jahren sind es sogar nur knappe 51 Prozent.

 

Ein enttäuschendes Zeugnis stellen die Befragten dem Wohn-Riester aus. Diese Idee, Leistungen aus geförderten Riester-Verträgen auch zum Bau oder Kauf eines Eigenheims verwenden zu dürfen, findet wenig Resonanz. Fast die Hälfte konstatierte: „Ich höre davon jetzt zum ersten Mal“.