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Private Krankenversicherung

DKV-Chef: "Markt kann Provisions-Problem nicht lösen"

27.04.11

In der Auseinandersetzung um die Provisionsexzesse in der privaten Krankenversicherung hat sich DKV-Chef Muth zu Wort gemeldet.

Clemens Muth, Chef der größten privaten Krankenversicherung Deutschlands, der DKV, hat sich für die Begrenzung von Vermittlerprovisionen ausgesprochen. "Was wir am Markt sehen, ist stellenweise ruinös", sagte Muth dem Berliner "Tagesspiegel". Das habe auch die Politik erkannt, sie wolle die Abschlussprovisionen deshalb auf maximal zwölf Monatsbeiträge begrenzen.

"Das halte ich für absolut richtig. Der Markt ist offenbar nicht in der Lage, das Problem selbst vernünftig zu lösen", sagte Muth. Der DKV-Chef sprach sich ebenfalls für eine stärkere Sanktionierung von Vertriebsmethoden aus, bei denen Makler Kunden erst gegen Provision an eine private Krankenversicherung vermittelten, um ihnen wenig später erneut einen Anbieterwechsel zu empfehlen.

"Es gibt solche unseriösen Vertriebsmethoden, und dagegen müssen wir uns wenden", sagt Muth dem Tagesspiegel. Der forcierte Wechsel gefährde das Geschäftsmodell der PKV. "Deshalb bin ich für eine verlängerte Stornohaftung der Vermittler. Wenn der Kunde innerhalb von fünf Jahren wechselt, soll der Vertreter einen Teil der Provision zurückzahlen müssen", sagte Muth.

Durchschnittliche Vermittler verdienen bedeutend weniger

Muth steht in einer Reihe mit mehreren Chefs großer privater Krankenversicherungen, die bereits gegen die Provisionsexzesse Stellung bezogen haben. Den Auftakt hatte Reinhold Schulte von der Signal Iduna auf dem Dortmunder Versicherungstag im November vergangenen Jahres gemacht, ähnlich hatte sich auch Torsten Oletzky, Vorstandschef der Ergo Versicherungsgruppe, geäußert.

Dass die vorgeschlagene Deckelung der Abschlussprovision für den Vermittler auf 12 Monatsbeitrage bereits sehr auskömmlich ist, zeigt eine Erhebung von versicherungsjournal.de unter mehr als 600 Vermittlern. Danach erhalten die Makler im Durchschnitt die höchsten Provisionen - 7,6 Monatsbeiträge. Ihnen folgen die Mehrfachvertreter. Am wenigsten verdienen die Ausschließlichkeitsvertreter, nämlich fünf Monatsbeiträge. Für die rasant in die Höhe schießenden Provisionen werden große Vertriebe und Maklerpools verantwortlich gemacht, die einzelnen Gesellschaften viel Geschäft bringen und damit eine mächtige Verhandlungsposition gewonnen haben.