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Altersvorsorge

Europäer tun zu wenig für ihre Altersvorsorge

17.12.09

60 Prozent der Europäer sind der Meinung, keine angemessene Altersvorsorge getroffen zu haben.

Dies geht aus der Janus Capital European Consumer Finance Studie hervor – der ersten jährlichen Untersuchung zur Finanzlage europäischer Privathaushalte. Befragt wurden 6.011 Personen aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Italien und Spanien. Beunruhigenderweise gaben 15 Prozent der Befragten an, über keinerlei Altersvorsorge zu verfügen. Zudem sahen sich 11 Prozent der Sparer infolge der um sich greifenden Rezession gezwungen, auf das angesparte Kapital zurückzugreifen. 45 Prozent bewerteten ihre finanzielle Lage schlechter als vor einem Jahr. In den sechs untersuchten Ländern investieren nur 63 Prozent der befragten Personen aktiv in Sparprodukte. Dabei sind jedoch 55 Prozent der Befragten der Meinung, die Anlage in Aktien sei kein geeigneter Weg, seinen Ruhestand abzusichern.

Gleichzeitig ist das Vertrauen in die staatliche Absicherung recht hoch. Europaweit erwarten beinahe die Hälfte der Befragten (47 Prozent) in irgendeiner Form eine staatliche Rente. Deutschland liegt hier an der Spitze: Hier vertrauen 73 Prozent der Befragten darauf, im Alter Geld vom Staat zu erhalten. Das angestrebte Ruhestandseintrittsalter liegt im Durchschnitt bei 62 Jahren. Diesbezüglich waren die Antworten quer durch alle Nationen relativ einheitlich.

Insgesamt zeigt die Studie jedoch, dass Europa mehr als zehn Jahre nach Einführung des Euro noch lange kein einheitlicher Finanzraum ist. So stechen unter den sechs befragten Nationen die Niederlande als Land mit den finanzstärksten Privathaushalten hervor.

Schlusslicht: Spanien und Italien

Spanien und Italien zeigten indes mitunter die schwächsten Ergebnisse. Die dortigen Privathaushalte hatten am meisten unter der Kreditklemme zu leiden, sind mit einer überdurchschnittlich hohen Gefährdung der Arbeitsplätze konfrontiert und haben größere Probleme beim Schuldendienst als andere untersuchte Länder. Die Deutschen belegen bei vielen Fragen eine Position im Mittelfeld.

"Die Janus Umfrage bringt das Ausmaß der Spardefizite der Europäer zum Vorschein", sagt David Bowers, Joint Managing Director bei Absolute Strategy Research. "Die Hoffnungen auf einen frühen Pensionsantritt stehen im Widerspruch zur bestehenden Einstellung zum Sparen sowie zur Palette der eingesetzten Anlageformen. Das Misstrauen dem Aktienmarkt gegenüber ist weit verbreitetet. Die Mehrheit verlässt sich auf traditionelle Sparkonten, um den Ruhestand zu finanzieren."

Ric Van Weelden, Co-CEO von Janus Capital International, dem internationalen Arm der Janus Capital Group Inc., betont die gesellschaftlichen Risiken, die durch die Umfrage aufgezeigt werden. "Der Bericht unterstreicht insbesondere, dass die unzureichende Eigenverantwortung, die Risikoscheu und das Vertrauen in den Staat sich rasch zu einer Rentenzeitbombe für die Regierungen auswachsen können, da die Kosten für die angemessene Altersversorgung einer alternden Bevölkerung schon sehr bald untragbar werden könnten", sagt der Experte. Um diese gefährliche Tendenz umzukehren, sei es entscheidend, zwischen den Regierungen und dem Finanzsektor eine enge partnerschaftliche Zusammenarbeit zu etablieren.