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Fondsrenten: Nur die Rosinen mit bestem Rating herauspicken
22.06.10Bei fondsgebundenen Versicherungen trägt der Sparer das Risiko der Geldanlage. Deswegen sollte er besonders auf die Fondsauswahl achten. Das ist nicht leicht, wie eine Studie der Ratingagentur Feri zeigt.
"Die Fondspolice hat sich in den letzten Jahren als wichtiges Instrument der privaten Altersvorsorge etabliert", kommentiert Feri-Analyst Andre Härtel eine aktuelle Studie aus seinem Haus. "Allerdings decken wir auf, dass bei der Fondsauswahl akuter Handlungsbedarf besteht und noch deutliches Verbesserungspotenzial vorhanden ist."
Von den knapp 3.000 Fonds, die im Rahmen von fondsgebundenen Lebens- oder Rentenversicherungen angeboten wurden, weist nur jeder vierte ein Top-Rating A oder B auf. Lediglich dieses Viertel konnte mittelfristig eine stabile überdurchschnittliche Entwicklung im Vergleich zum Markt erreichen. Die Analysten untersuchten dafür Tarife von 60 verschiedenen Versicherern, die zusammen einen Marktanteil von 90 Prozent bei Fondspolicen ausmachen.
Für die Vielzahl durchschnittlicher und unterdurchschnittlicher Fonds sehen die Feri-Experten vor allem zwei Gründe. Einerseits setzen die Gesellschaften bei fondsgebundenen Versicherungen stark auf die bekannten Flaggschifffonds der Branche. Doch gerade einige von ihnen zeigten in den vergangenen Jahren Schwächen. Der Templeton Growth Fund, den mehr als jede zweite Versicherung in ihrer Fondspolice anbietet, kann beispielsweise seit Längerem nicht mehr an die Performanceerfolge zurückliegender Jahre anknüpfen. Dies zeigt sich auch am Feri Fondsrating, das den Fonds nur noch mit einem D-Rating („unterdurchschnittlich“) bewertet.
Versicherer stellen eigene Fonds ins Schaufenster
Ein weiteres Problem ist, dass viele Gesellschaften Fonds aus dem eigenen Haus in die Policen einbauen. Besonders schwer wiegt das Argument beim Sparkassenverband und dem genossenschaftlichen Verbund. Die Auswertung von Feri ergab, dass die hauseigenen Fonds bezogen auf die Fondsqualität schlechter abschneiden als Fremdprodukte. "Der Anteil der Top-Ratings unter den hauseigenen Fonds liegt mit nur 16 Prozent deutlich niedriger als bei Fremdfonds mit 29 Prozent", kommentiert Andre Härtel.
Bei einer fondsgebundenen Versicherung wählt der Kunde zu Beginn entweder Fonds direkt aus oder er entscheidet sich für eine Anlagestrategie je nach seiner Risikoneigung. Auch hinter solchen so genannten Aktienkörben verbergen sich Fonds oder Einzelaktien. Schon beim Abschluss sollte man die Auswahl nicht vorschnell treffen oder gar dem Vermittler überlassen. Stellen Sie sich die Fonds aus Aktien-, Renten- und Geldmarktwerten so zusammen, dass sie ihre Balance aus Rendite und Sicherheit finden. Prüfen Sie dann bei den einzelnen Fonds, ob sie in den letzten Jahren besser als der Vergleichsindex waren.
Und lassen Sie die fondsgebundene Versicherung anschließend nicht auf Autopilot laufen. Sie haben fast immer die Möglichkeit, Ihre Bestände kostenlos umzuschichten. Laufen einige Werte nicht gut, dann tauschen Sie sie aus.
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