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Gasmarkt: Mehr Wettbewerb durch neuen Netzzugang
20.05.10Neue Gasanbieter könnten den Kampf um die Kunden demnächst aufnehmen. Darauf zielt die geänderte Verordnung über den Gasnetzzugang ab, den das Bundeskabinett beschlossen hat.
Das Bundeswirtschaftsministerium spricht von einem Paradigmenwechsel und Zeit für einen Wandel wäre es tatsächlich. Im Gegensatz zum Strommarkt kocht der Wettbewerb unter den Gasanbietern bisher auf kleiner Flamme. In der Folge haben nur acht Prozent aller Verbraucher sich einen neuen Lieferanten gesucht. Jetzt hat das Bundeskabinett den vom Bundeswirtschaftsministerium vorgelegten Entwurf zur Neufassung der Gasnetzzugangsverordnung beschlossen.
Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle sagt dazu: "Wir müssen mehr für den Wettbewerb auf dem deutschen Gasmarkt tun. Die neue Verordnung ist ein wichtiger Schritt, um die Energiemärkte insgesamt transparenter und marktoffener zu gestalten. Gleichzeitig bleibt es bei der hohen Versorgungssicherheit im Gasbereich."
Impulse soll die geänderte Verordnung vor allem durch drei Instrumente liefern. Bis 2013 sinkt die Zahl der Marktgebiete von derzeit sechs auf höchstens zwei. Dabei handelt es sich um jene Gebiete, innerhalb derer Gaslieferanten frei agieren können. So steigt die Attraktivität für bundesweite Lieferangebote. Zweitens erleichtert das Ministeriumsvorhaben den Zugang zu den knappen Transportkapazitäten, indem sie "diskriminierungsfrei" – wie es in der Mitteilung heißt – versteigert werden. Damit entfällt eine wesentliche Hürde zum Markteintritt. Außerdem kommen Gaskraftwerke leichter ans Netz.
Neue Unternehmen können bisher die benötigten Kapazitäten im Netz teilweise nicht erwerben, weil diese langfristig ausgebucht sind. Dadurch können sie keine attraktiven Angebote abgeben und das Wettbewerbspotenzial nicht voll ausschöpfen. Ferner führt nach Angaben des Ministeriums die gegenwärtige Zahl von insgesamt sechs Marktgebieten dazu, dass die Lieferanten häufig ein zusätzlicher Vertragsaufwand und zusätzliche Abwicklungskosten im Zusammenhang mit gebietsüberschreitenden Gaslieferungen trifft. Dies erschwert es insbesondere neuen Gasanbietern mit wenigen Kunden, Wettbewerbsangebote abzugeben.
Ein Problem ist schließlich, dass sich Betreiber neuer Speicher- und Produktionsanlagen sowie neuer Gaskraftwerke bereits zu einem Zeitpunkt langfristig binden, zu dem sie noch keine endgültige Investitionsentscheidung treffen konnten. Das belastet die Anlagenbetreiber mit einem erheblichen wirtschaftlichen Risiko. Projekte, die unter Wettbewerbs- und Versorgungssicherheitsgesichtspunkten vorteilhaft wären, werden so möglicherweise nicht durchgeführt.

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