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Wohngebäudeversicherung

Hagel macht aus dem Sommermärchen einen Versicherungs-Alptraum

27.07.09

Eben noch war der Himmel blau, doch nur kurze Zeit später ist es schwarz wie die Nacht: Fast aus dem Nichts entstehen Unwetter. In diesem Sommer haben sie besonders gewütet, vor allem Hagel-Attacken haben hart zugeschlagen. Wie kann man da sein Hab und Gut schützen?

Die Wetter-Kapriolen haben Deutschland und anderen Ländern schwer zugesetzt und Hunderte Einsätze von Polizei und Feuerwehr ausgelöst. Der Deutsche Wetterdienst spricht von einer regelrechten "Wetterschaukel". So kann Sonnenschein schnell durch sehr kräftige Gewitterfronten abgelöst werden, die lokal begrenzt mit schauerartigem Hagel, Starkregen und Sturmböen einhergehen.

Erschauern dürften auch die Berichte von Betroffenen und Rettungskräften. Da ist die Rede von Hagelkörnern "so dick wie Taubeneier" oder "so groß wie Tennisbälle", wie ein Feuerwehrmann aus Essen nach einem Einsatz erzählt. Schwerer Hagel-Schaden kann leicht in die Hunderttausende wenn nicht gar Millionen Euro gehen und nicht selten sieht nach Hagelschlag das eigene Fahrzeug aus "wie Knäckebrot", wie ein verzweifelter Versicherungsnehmer der Allianz einmal berichtete. Aber auch die Landwirte und Winzer jammern, wenn es ihnen im wahrsten Sinne des Wortes die Ernte verhagelt.

Welche Versicherung zahlt?

Trauriger Rekord bis heute: jene große Hagelwalze, die im Sommer 1984 über München gerast ist. Riesige Eiskörner prasselten damals auf Menschen, Tiere, Häuser, Autos, Felder und Gärten. Drei Tote, mehr als 300 Verletzte und Sachschäden von mehr als drei Milliarden Mark innerhalb von 20 Minuten waren das Ergebnis. Es ist das bis dahin größte Schadenereignis in der Geschichte der deutschen Versicherungswirtschaft.  So ein Mega-Schaden kann jederzeit wieder auftreten - in Zeiten des Klimawandels sind solche Szenarien sogar wahrscheinlicher geworden.

Die Wohngebäudeversicherung kommt für Hagelschäden am Haus auf, wie zum Beispiel durch Hagel zerschlagene Dachziegel, beschädigte Fenster oder Rollläden. Wichtig ist, dass das Risiko Sturm/Hagel auch mitversichert wurde. Die Hausratversicherung übernimmt laut dem Versicherer Allianz die Wiederbeschaffungskosten (Neuwert), falls durch den Hagel das Mobiliar beschädigt wird, beispielsweise wenn der Hagel zunächst das Dachflächenfenster und dann die darunter stehende Kommode zerstört.

Treffen Hagelkörner auf ein Auto, hinterlassen sie oft Beulen oder zerschlagen Scheiben. Im Bereich der Autoversicherung sind Hagelschäden nur dann mitversichert, wenn eine Teilkaskoversicherung besteht. Die Teilkasko ist laut dem Bund der Versicherten (BdB) grundsätzlich auch Bestandteil der Vollkaskoversicherung. Der Vorteil: Der Teilkasko-Versicherer zahlt abzüglich einer eventuell vorhandenen Selbstbeteiligung ohne Rückstufung des Schadenfreiheitsrabatts. "Derjenige, der nur eine Kfz-Haftpflichtversicherung hat, geht leer aus", so eine BdB-Sprecherin.

Wie kann man sich schützen und was ist zu tun im Schadenfall?

Der Schaden sollte so gering wie möglich gehalten werden. Eine durch Hagel beschädigte Fahrzeug- oder Fensterscheibe sollte beispielsweise abgedichtet werden. Was auch immer der Hagel anrichtet: Versicherer raten den Betroffenen, schnellstmöglich ihren Versicherungsvertreter zu informieren, damit dieser den entstandenen Schaden aufnehmen und dessen Regulierung einleiten kann.

Hilfreich sind bei der Schadensmeldung folgende Daten:

  • Versicherungsnummer
  • Was ist beschädigt und in welchem Umfang?
  • Eine erste Schätzung zur Schadenhöhe
  • Ggf. Fotos vom Schaden, aus denen der Schadenumfang hervorgeht
  • Telefonnummer für Rückfragen


Die Allianz empfiehlt außerdem:

  • Schließen Sie in Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung Fenster, Türen und Rollläden.
  • Falls Sie noch die Zeit haben, stellen Sie ihr Fahrzeug sicher ab, am besten in der Garage oder einem nach oben geschützten Unterstand.
  • Man sollte die Wohnung während des Hagels nicht verlassen.
  • Sichern Sie auch Ihren Garten oder Balkon. Fahren Sie die Markise ein, schließen Sie den Sonnenschirm auf dem Balkon.
  • Bewegbare Pflanzenkübel oder Balkonkästen sollten unter das Terrassendach oder in die Wohnung gestellt werden.