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Unfallversicherung

Heimwerker leben gefährlich: Unfälle im Zwei-Minuten-Takt

27.05.10

Fast jeder zweite Deutsche betätigt sich in seiner Freizeit als Heimwerker. Im Trend liegen geliehene Maschinen, mit denen die Hobby-Handwerker kompliziertere Arbeiten selbst erledigen können.

Ein gefährliches Unterfangen: Viele Heimwerker verletzen sich, weil sie die empfohlene Schutzkleidung nicht tragen.

Ein gefährliches Unterfangen: Heimwerker ohne Schutz

Doch das kann gefährlich werden, warnt das Infocenter der R+V Versicherung. Alle zwei Minuten verletzt sich ein Heimwerker so stark, dass er zum Arzt gehen muss - und bei den meisten Unfällen ist eine Maschine mit im Spiel. Immer mehr Deutsche leihen sich leistungsstarke Geräte in Baumärkten oder Verleihzentren aus. Aber gerade unerfahrene Bastler sind mit Schleifmaschine, Tischkreissäge oder Elektrohobel oft überfordert.

Die Folge sind schwere Unfälle. "Heimwerker sollten sich die Geräte im Vorfeld immer genau erklären lassen", sagt Dr. Marko Ostendorf, Arzt beim R+V-Infocenter. Er rät zudem, Schutzkleidung zu tragen, die Sicherheitshinweise zu beachten und Ablenkungen bei der Arbeit möglichst zu vermeiden. Falls trotz aller Sicherheitsmaßnahmen doch etwas passiert, ist eine private Unfallversicherung für passionierte Heimwerker durchaus ratsam. Sie kann die finanziellen Einbußen durch Invalidität zumindest deutlich lindern.

Tipps für sicheres Heimwerken

  • Auf keinen Fall Schutzvorrichtungen von den Maschinen entfernen - auch dann nicht, wenn die Arbeit dadurch schneller von der Hand geht.

  • Immer die empfohlene Schutzkleidung tragen. Je nach Maschine oder Werkzeug sind das zum Beispiel Arbeitshandschuhe, Schutzbrillen und Gehörschutz.

  • Eile ist bei der Arbeit mit Werkzeugen und Maschinen fehl am Platz - im Zweifel lieber ein paar Tage mehr einkalkulieren.

  • Bei anstrengenden Arbeiten die eigenen Kräfte nicht überschätzen und regelmäßig Pausen einlegen.

  • Auf die Arbeit konzentrieren, denn schon die kleinste Unachtsamkeit kann schmerzhafte Folgen haben. Bei Ablenkungen die Maschine ausstellen.


Vorsicht bei gebrauchten Elektrowerkzeugen: Günstig ersteigerte Elektrowerkzeuge aus zweiter Hand können zum Sicherheitsrisiko für Heimwerker werden: Mangelhafte Werkzeugqualität, fehlende Schutzvorrichtungen oder verschlissene Bauteile machen das vermeintliche Schnäppchen zum gefährlichen Fehlkauf.

Um Geld zu sparen, ersteigern viele Heimwerker gebrauchte Elektrowerkzeuge bei Internet-Auktionen. Da ein Rückgaberecht bei Privatkäufen in der Regel ausgeschlossen ist, sollten Kaufinteressenten die Beschreibungen sorgfältig studieren und im Zweifelsfall beim Verkäufer nachfragen. Die wichtigste Regel für Hobby-Handwerker: Auch Werkzeuge aus zweiter Hand müssen vollständig und unversehrt sein. "Das gilt vor allem für die Schutzvorrichtungen", sagt Uwe Breuer, Unfallexperte beim R+V-Infocenter. Fehlt beispielsweise bei der Kreissäge die Schutzhaube, wird das Werkzeug zum Sicherheitsrisiko für den Heimwerker: "Gefährliche Verletzungen an Händen oder Augen sind dann leider keine Seltenheit."

Geräte müssen in einwandfreiem Zustand sein

Insgesamt sollten die Geräte in einem einwandfreien Zustand sein und auf dem Typenschild ein anerkanntes Prüfzeichen besitzen. Gut ist außerdem, wenn Bedienungsanleitungen, Ersatzteile oder weiteres Zubehör beiliegen und es sich um ein Markengerät handelt. Mit etwas Glück lässt sich im Internet sogar noch ein Testbericht mit einer Produkt-Bewertung finden. Vom Kauf von alten Elektrowerkzeugen, die vom Vorbesitzer häufig genutzt wurden, rät R+V-Experte Breuer ab: "Auch das beste Gerät verschleißt bei ständigem Gebrauch." Wer ein neuwertiges Werkzeug ergattern kann, hat die besten Chancen für einen Schnäppchenkauf. Ideal ist es, wenn sogar noch der Original-Kaufbeleg existiert und die in der Regel 24 Monate geltende Garantie noch nicht abgelaufen ist.

Bevor das Gerät eingesetzt wird, muss es der Käufer gründlich überprüfen: Sind alle Kabel in Ordnung? Funktionieren die Schalter und alle beweglichen Teile problemlos? Läuft der Motor ruhig oder gibt es merkwürdige Geräusche? Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt das Gerät von einem Fachmann kontrollieren. Dieser kann auch kleinere Defekte, beispielsweise ein beschädigtes Kabel, wieder in Ordnung bringen. Fehlende Bedienungsanleitungen kann man bei einigen Herstellern im Internet herunterladen oder nachbestellen.

Foto: R+V Versicherung