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Girokonto

Hunderte Geldautomaten wegen Sicherheitsbedenken ausgetauscht

11.05.11

Laut Bundeskriminalamt (BKA) waren einige ältere Geldautomaten anfällig für Betrügereien. Dabei spähten die Kriminellen die Daten von Girokonto-Kunden aus. Die Banken hätten im vergangenen Jahr darauf reagiert und die Automaten erneuert.

Ein Sicherheitsproblem bei Geldautomaten hat offenbar dem Marktführer Wincor Nixdorf im vergangenen Jahr zu schaffen gemacht. Viele Geräte dieses Herstellers mussten ausgetauscht werden, weil sie anfällig für Betrugsversuche waren, wie mehrere Vertreter der Bankenbranche der Nachrichtenagentur dapd sagten. Dadurch seien hohe Kosten entstanden. Ein Sprecher des Geldautomaten-Herstellers kommentierte zunächst nicht.

Der Präsident des BKA, Jörg Ziercke, hatte bereits zuvor gesagt, die Zahl der Angriffe auf Geldautomaten sei im vergangenen Jahr gestiegen. Meist versuchten die Täter dabei, durch Ausspionieren am Automaten an Daten von EC-Karten und Geheimzahlen zu kommen. Mit gefälschten Bankkarten können sie dann die Girokonten der Opfer leerräumen.

BKA-Chef: Rückgang der Angriffe nach Austausch von Automaten

Ziercke sagte aber auch, im zweiten Halbjahr 2010 sei die Zahl der Attacken zurückgegangen, weil eine bundesweit vertretene Bank mehrere hundert Automaten älterer Bauart ausgetauscht habe, die besonders anfällig für Attacken gewesen seien. Der Name der Bank wurde ausdrücklich nicht genannt. Die "Financial Times Deutschland" berichtete, bei dem Hersteller handele es sich wohl um Wincor Nixdorf.

Ein Sprecher der Deutschen Bank sagte, sein Institut mache grundsätzlich weder Angaben zur Zahl seiner Automaten noch zur Frage, wie viele davon ausgetauscht wurden. Laut "FTD" wechselte das Institut im vergangenen Jahr 1.200 seiner Automaten aus. Der Deutsche-Bank-Sprecher wollte diese Zahl nicht kommentieren.

Keine Bank will es so richtig gewesen sein

Branchenkenner erklärten, dass einzelne große Banken oft viele Geldautomaten des gleichen Typs erwerben, auch um Mengenrabatt zu bekommen. Diese Monokultur führe dann aber zu erheblichen Problemen, wenn es einer Betrügerbande gelinge, einen bestimmten Automatentypen zu manipulieren. Ein Commerzbank-Sprecher bestätigte der Nachrichtenagentur dapd, dass die Bank im vergangenen Jahr "mehrere hundert Geldautomaten ausgetauscht" habe, unter anderem wegen Problemen mit dem Ausspionieren der Kartendaten. Der Austausch sei aber einhergegangen mit der normalen Auswechselung von Geräten. Genaue Zahlen nannte der Sprecher nicht.

Die Postbank war nach Angaben einer Sprecherin nicht betroffen. Von deren 2.000 Geldautomaten kämen nur etwa 200 von Wincor Nixdorf. Die anderen seien vom US-Konkurrenten NCR. Von den fraglichen Wincor-Nixdorf-Automaten seien 180 neueren Baudatums - sie seien erst im vergangenen Jahr installiert worden - und nicht anfällig für die Betrugsversuche, um die es jetzt gehe.

Verband bestätigt FTD-Bericht nicht

Die HypoVereinsbank wechselte in den vergangenen zwei Jahren alle ihre Geldautomaten aus, wie ein Sprecher erklärte. Dies sei aber im Zuge einer Modernisierung erfolgt und habe nichts mit Sicherheitsbedenken zu tun gehabt. Die Sparkassen waren nach Angaben ihres Dachverbandes nicht von dem Problem veralteter Automaten betroffen.

Nach Angaben des Bundesverbands deutscher Banken haben die privaten Banken in Deutschland etwa 11.500 Geldautomaten. "Ein Automatentausch ist etwas durchaus Normales", sagte ein Sprecher. Er könne aber nicht bestätigen, dass im vergangenen Jahr ein Drittel der Geräte ausgetauscht worden sei, wie es die "FTD" berichtet hatte.

dapd