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"Kfz-Versicherung jetzt wechseln!"
28.10.09Bis zum 30.11. können Kfz-Halter ihre alte Autoversicherung kündigen und in eine günstigere Police wechseln. Aspect-Online-Versicherungsexperte Wolfgang Schütz im Interview über den Preiskrieg der Versicherer, hohe Prämienunterschiede und Spar-Tipps für Autofahrer.

"Die Kfz-Versicherung jetzt wechseln": Aspect-Online-Vorstandsmitglied Wolfgang Schütz rät zum Online-Vergleich.
Finanztest schrieb unlängst von Preisspannen bis zu 1.000 Euro zwischen der individuell günstigsten und teuersten Kfz-Versicherung. Entspricht das der Realität?
Wolfgang Schütz: Natürlich kann man so viel sparen, möglicherweise auch mehr. Es kommt immer auf den Einzelfall an, wenn man es in absoluten Zahlen ausdrücken möchte. Prozentual gesehen können leicht 20 Prozent oder mehr eingespart werden und das bei oftmals gleicher oder besserer Leistung. Und so gesehen stellt sich die Frage, würden Sie 500 Euro mehr für ein Produkt ausgeben, das nicht mehr kann als ein anderes?
Wie kommt es denn zu solchen enormen Differenzen zwischen den einzelnen Tarifen?
Schütz: Grundsätzlich sollte ein Versicherungsunternehmen seine Prämie so kalkulieren, dass damit die anfallenden Schäden sowie die Verwaltungs- und Vertriebskosten bezahlt werden können und im Idealfall noch ein Gewinn bleibt. Jetzt gehen die Versicherer mit unterschiedlichen Zielrichtungen an den Markt. Die einen brauchen dringend Neugeschäft oder sind neu am Markt und müssen erst einmal einen Bestand aufbauen. Dazu müssen Sie besonders günstige Tarife anbieten. Andere Versicherer arbeiten kostengünstiger und geben diesen Vorteil in ihrer Kalkulation an die Kunden weiter. Dann gibt es bei ihnen unterschiedliche Einschätzungen der Risiken.
Über welche für Risiken sprechen wir denn?
Schütz: Junge Fahrer beispielsweise. Sie werden von manchen als hohes Risiko besonders teuer versichert. Andere geben Sonderrabatte, wenn der Autofahrer zum Beispiel an einem Fahrsicherheitstraining teilgenommen hat oder eine Bahncard besitzt. Ebenso werden der nächtliche Abstellplatz in der Garage, die jährliche Kilometer-Fahrleistung, die Dauer des Führerscheinbesitzes, wer alles mit dem Fahrzeug fährt, ob der Fahrer Punkte in der Flensburger Verkehrssünderkartei hat und weitere Fragen von den Versicherern unterschiedlich mit Rabatten oder Zuschlägen bewertet. So ergeben sich dann oft sehr große Preisdifferenzen der Anbieter.
Weitere Faktoren sind Autotyp und Wohnort, richtig?
Ganz genau. Wenn Sie etwa einen VW Caravelle 2.5 TDI fahren, der statistisch gesehen am meisten geklaut wird in Deutschland, dann registrieren das die Versicherer natürlich und machen die Kasko für diesen Wagen, über die ja auch Diebstahl versichert ist, teurer als etwa einen Nissan Micra. Ähnliches gilt für den Wohnort. Auf Rügen passieren im Schnitt weniger Unfälle als im bayerischen Landkreis Kaufbeuren, wo es häufiger als anderswo kracht. Also werden Sie, wenn Sie im Allgäu wohnen, preislich höher eingestuft als Autofahrer im hohen Norden. Diese Einstufungen werden jedes Jahr überprüft und somit kann sich schon allein durch eine Umstufung in diesen so genannten Typklassen oder Regionalklassen eine Änderung in der jährlichen Prämienrechnung ergeben.
Wie hat sich die Tariflandschaft verändert?
Die Wechselbereitschaft ist heute so hoch wie noch nie. Jeder Dritte denkt über einen Wechsel bei der Autoversicherung nach. Es ist klar, dass Online-Vergleichsportale wie Aspect Online daran maßgeblichen Anteil haben und die Transparenz für den Verbraucher enorm erhöht haben. Wir hatten ja schon 1996 die Idee dazu und diese auch damals schon umgesetzt. Seinerzeit musste man noch seitenweise Prospekte und Versicherungsbedingungen wälzen. Darauf hatte nun wirklich kaum einer Lust und diese wenig verbraucherfreundliche Politik hat viele Kunden bei Versicherern gehalten, die eigentlich zu teuer für sie waren. Die Gesellschaften haben sich heute längst darauf eingestellt, dass ihre Tarife gnadenlos durchverglichen werden.
Und wie hat sich das auf die Tarife ausgewirkt?
Früher gab es nur eine Handvoll Tarife. Heute Dutzende. Wir haben derzeit mehr als 140 im Vergleich! Inzwischen hat sich etabliert, dass die Gesellschaften Tarife mit unterschiedlichem Leistungsumfang anbieten. Neben dem "klassischen" Tarif einerseits ist gibt es den in der Leistung etwas eingeschränkten "Basis"-Tarif. Oder es gibt den sich durch verbesserte Leistungen abhebenden "Komfort"-Tarif seit den letzten Jahren. Die Leistungen der Tarife haben sich zunehmend verbessert. Es ist zu beobachten, dass sich diesbezüglich die "Basis"-Tarife den "Klassik"-Tarifen teilweise annähern.
Das müssen Sie uns genauer erklären...
Naja, es gibt kaum mehr Tarife mit 50 Millionen Euro Deckungssumme, sondern 100 Millionen sind üblich. In der Teilkasko ist immer häufiger nicht nur der Zusammenstoß mit Haarwild versichert, sondern auch z.B. mit Pferden, Rindern, Schafen oder gleich mit Tieren aller Art. Selbst die grobe Fahrlässigkeit ist zunehmend auch in "Basis"-Tarifen abgedeckt sind.
Hatte es nicht noch im Sommer geheißen, dass die Prämien teurer werden?
Ja. Die Gesellschaften reagieren aber auf Wettbewerb und Markt mit kurzfristigen und mehreren Prämienanpassungen im Jahr. Nach Meinung der Rückversicherer und des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft, GDV, hätten die Prämien in diesem Jahr angehoben werden müssen. Einige Versicherer haben im Frühjahr die Prämien auch angehoben. Der Trend der Prämienreduzierung hat sich aber zum Wechseltermin fortgesetzt. Ein Grund mehr die Tarife zu vergleichen.
Was hat es mit den Werkstatt-Tarifen auf sich?
Die sind schon fast Standard im Programm der Versicherer, entweder vertraglich verpflichtend in Verbindung mit verbilligter Prämie oder als Option in Verbindung mit Serviceleistungen, wie beispielsweise Abhol- und Bringservice, Wagenwäsche, Leihwagen. Die so genannten Werkstatt-Tarife finden beim Verbraucher zunehmend Akzeptanz, jedoch weniger bei Neuwagen.
Für wen empfiehlt sich Teilkasko, für wen Vollkasko?
Eine Vollkasko empfiehlt sich auf alle Fälle für Neuwagen und neuere Fahrzeuge, die noch einen höheren Wert haben. Ob Voll- oder Teilkasko bei älteren Fahrzeugen sinnvoll ist und bis zu welchem Alter, das muss jeder für sich entscheiden. Man sollte dabei vom Wert des Autos und der persönlichen finanziellen Situation ausgehen im Falle eines Totalverlustes des Fahrzeugs.
Wollen die Kfz-Halter nun günstigere Angebote auf Kosten der Qualität oder umgekehrt?
Für Drei Viertel der Kunden ist nach wie vor der Preis entscheidend. Ein Viertel von ihnen will zudem Qualität aber zu einem möglichst günstigen Preis. Das haben die Vergleiche bei Aspect Online gezeigt. Mit unserem Qualitätssiegel tragen wir diesem Wunsch Rechnung und es werden in unserem Vergleich all diejenigen Tarife angezeigt, die nicht nur günstig sind, sondern über eine höhere Qualität verfügen als der Marktdurchschnitt.
Was können Sie Autofahrern raten?
Unbedingt sollten sie einen Online-Vergleich anstellen und bei einem besseren Angebot die Kfz-Versicherung wechseln. Selbst wenn man bei seinem bisherigen Versicherer bleiben möchte, kann Kündigung und Wechsel nach neuem Tarif Geld sparen, da der Bestandskunde oftmals nicht an den Prämiensenkungen partizipiert. Auf Qualitätstarife sollte man achten und darauf, was mitversichert ist. Das Preis-Leistungs-Siegel von Aspect Online kann dabei helfen. Und dann darf man den Kündigungstermin 30.11. keinesfalls vergessen.
Hier kommen Sie zu unserem Kfz-Versicherungsvergleich.
Das Interview führte Christian Minaty ; Foto: Dziemballa

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