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Kfz-Versicherungsvergleich: Welche Versicherung ist die günstigste?
25.10.10Bis zum Stichtag am 30. November überlegen wieder Millionen Autofahrer, ob sich ein Wechsel der Kfz-Versicherung lohnt. Dabei gilt: An einem Vergleich führt kein Weg vorbei.
Viele Gespräche im Kollegenkreis und Beiträge in Internetforen drehen sich im Oktober und November um den Kfz-Versicherungswechsel. Wir sind einigen verbreiteten Irrtümern auf der Spur.
Welche Versicherung ist die günstigste?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Und wer hier der Aussage glaubt: "Die 'Pfefferminzia' ist am preiswertesten", der ist blauäugig.
Alle Kfz-Versicherungen vergeben Rabatte und Zuschläge, je nach Risiko des zu versichernden Autos. Wer besonders wenig fährt, zahlt weniger. Vielfahrer legen drauf. Sitzen junge Männer hinter dem Steuer, kann die Prämie nach oben schnellen. Auch Senioren zahlen mittlerweile meist etwas mehr als der Durchschnitt.
Wie hoch die Rabatte und Zuschläge liegen, entscheidet aber jede Gesellschaft selbst. Der Prämienunterschied zwischen einer Kilometerleistung von 30.000 und 9.000 Kilometern kann fast 30 Prozent betragen. Ein Fahrer im mittleren Alter zahlt bis zu 80 Prozent weniger, wenn er allein fährt, als wenn er jeden – also auch junge Führerscheinneulinge – fahren lässt.
Folglich ist je nach Konstellation mal diese und mal jene Gesellschaft die günstigste. Bei allen im September 2010 im Kfz-Versicherungsvergleich von Aspect Online berechneten Vergleichen gab es 128 verschiedene Tarife, die mindestens einmal auf Platz eins landeten. Die zehn besten Tarife – sie stammen von sechs verschiedenen Gesellschaften - heimsten dabei 58 Prozent aller Spitzenplätze ein. Das heißt, es gibt schon einige Versicherer, die über die gesamte Breite sehr günstig sind und das seit Jahren. Dennoch hilft nur ein Vergleich, um zu erfahren, wer im speziellen Fall das beste Angebot macht.
Lohnt es sich mit der Gesellschaft über den Preis zu verhandeln?
Gibt es Autoversicherungen bei bestimmten Vermittlern günstiger?
Nein. Bei Privatfahrzeugen haben fast alle Versicherer einen fest stehenden Tarif, an dem nicht zu rütteln ist. Eine Ausnahme bildet die Allianz mit ihrem Kontaflex. Dabei handelt es sich um ein Konto des Vertreters, von dem er ausgewählten Kunden einen Sonderrabatt geben kann. Doch der Kfz-Tarif der Allianz liegt beim Preis in dem Bereich der anderen Versicherer mit Außendienst. Das heißt, selbst mit Rabatt ist er kaum preiswerter als Direktversicherer mit vergleichbaren Tarifleistungen.
Unter Umständen geben einige Maklerversicherer ihren Vermittlern eine geringe Rabattspanne. Sie wird aber meist dafür gewährt, dass zum Beispiel der Antrag online eingereicht wird. Diesen Vorteil erhält der Kunde auch in einem Vergleichsportal. Aspect Online sichert darüber hinaus die Tiefstpreisgarantie zu. Wir versprechen, dass der Kunde den angebotenen Versicherungsschutz nirgendwo günstiger bekommt, auch nicht beim Versicherer direkt.
Gelegentlich liest man trotzdem den Rat, nicht sofort die alte Versicherung zu kündigen, sondern lieber mit dem Vertreter zu verhandeln. Der Preis der Kfz-Versicherung kann nach so einem Gespräch tatsächlich sinken, aber es liegt nicht am Verhandlungsgeschick. Vielmehr hat der Vermittler vielleicht die Rabattmerkmale so umgestellt, dass es billiger wird. Oder der Tarif für Neukunden ist bei gleichen oder ähnlichen Angaben günstiger als der für Bestandskunden. Dasselbe Ergebnis würde auch ein unabhängiger Kfz-Versicherungsvergleich auswerfen. Mit dem Vorteil, dass Kunden hier die wirklichen Top-Anbieter sehen.
Wer seinem alten Versicherer treu bleiben möchte, muss für eine Umstellung des Vertrages – auf andere Rabattmerkmale oder auf einen neuen Tarif – seine Versicherung nicht unbedingt kündigen, wie es gelegentlich empfohlen wird. Oft genügt ein Anruf bei der Gesellschaft. Dann sendet der Kundenservice ein Umstellungsangebot heraus.
Soll ich wirklich vergleichen, obwohl ich vor einigen Jahren zum günstigsten Anbieter gewechselt bin?
Ja. Ein Anbieter, der heute preiswert ist, liegt morgen vielleicht schon hinter der Spitzengruppe – und das bei gleichen Leistungen. Ein einfaches Beispiel. Meine eigene Kfz-Haftpflichtversicherung mit Teilkasko kostete vor zwei Jahren bei der günstigsten Gesellschaft 400 Euro. Weil das Auto mittlerweile in der Typklasse ordentlich nach oben geklettert ist und die Kfz-Versicherung ihren Tarif angehoben hat, soll ich im kommenden Jahr 480 Euro zahlen (trotz besserer Schadenfreiheitsklasse). Würde ich mit denselben Angaben einen neuen Vertrag abschließen, würde mein Versicherer mir sogar 550 Euro abknöpfen. Mittlerweile sind andere preiswerter und von der Tarifqualität nicht schlechter – das günstigste Angebot liegt bei 420 Euro.
Toralf Richter

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