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Krankenkassen: Mehr Programme für chronisch Kranke erforderlich
13.05.11Die Schließung der City BKK wird nur der Anfang sein, vermutet die Unternehmensberatung Steria Mummert. Die Krankenkassen hätten nach wie vor Schwächen beim Kostenmanagement.
Bis Ende 2012 werden – so die Unternehmensberater – weitere gesetzliche Krankenversicherungen vom Markt verschwinden. Ein entscheidender Grund für die Schieflage einzelner: Nur eine von zehn Kassen kümmert sich systematisch, darum welche Krankheitsbilder für wie viele Ausgaben verantwortlich sind. Damit verschenken die Krankenkassen Potenzial, ihre Ausgaben gezielter zu steuern.
Was am Ende für Versicherte und Patienten Gesundheit und Wohlbefinden schaffen soll, heißt in der Sprache der Unternehmensberater Kundenwertmanagement. Hier müssten die Krankenkassen nachbessern. "Bisher wissen die meisten Krankenkassen nicht konkret, welche Kunden sie stärker in den Fokus rücken sollen, wer also beispielsweise von neuen Versorgungsangeboten besonders profitieren kann", sagt Dirk Steffan, Experte für das Gesundheitswesen bei Steria Mummert Consulting.
Versorgungsprogramme hilft besonders chronisch Kranken
Von einem professionellen Kundenwertmanagement würden aber nicht nur die Versicherungen, sondern auch die Kunden profitieren – insbesondere die chronisch Kranken. Spätestens im kommenden Jahr werde sich die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben wieder stärker öffnen. Dann dürften vor allem jene gesetzlichen Krankenversicherungen schwarze Zahlen schreiben, die es schaffen, mit innovativen Versorgungsangeboten insbesondere bei chronischen Erkrankungen die Kosten im Griff zu behalten.
Zu den besonders attraktiven Kunden gehören für die Krankenkassen seit Einführung von Gesundheitsfonds und morbiditätsorientiertem Risikostrukturausgleich (MorbiRSA) längst nicht mehr nur überwiegend junge und gesunde Versicherte. Vielmehr sind es gerade auch chronisch Kranke, denn für sie erhalten die gesetzlichen Krankenversicherungen seit 2009 deutlich höhere Zuweisungen. Der Gesundheitszustand dieser Versicherten kann mit gezielten Versorgungsprogrammen deutlich verbessert werden, wie Studien belegen. Damit sinken langfristig auch die Ausgaben der Kassen, beispielsweise durch weniger Krankenhauseinweisungen.

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