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Krankenzusatzversicherung

Krankenschutz: Welche Zusatzversicherungen sind sinnvoll?

3.01.08

Für einige Lebenssituationen kann es Sinn machen, den Krankenschutz mit zusätzlichen Versicherungen aufzubessern, um eine optimale Behandlung zu erhalten. Sehr sinnvoll ist in der Regel eine Chefarztbehandlung. Mit diesem Zusatzschutz können Versicherte sich immer und in allen Abteilungen von den jeweiligen Chefärzten behandeln lassen, die Zusatzversicherung übernimmt dann die Extra-Kosten.

Wichtig ist, auf die Höhe der maximal erstattbaren Honorare nach der Gebührenordnung für Ärzte zu achten. Gerade bei schweren Erkrankungen kann ein Tarif sinnvoll sein, der die Chefarztbehandlung auch über den Höchstsatz der Gebührenordnung hinaus bezahlt. Ein weiterer Pluspunkt der Zusatzversicherung: Die private Kasse zahlt auch, wenn sich der Patient in einem anderen Krankenhaus als dem nächstgelegenen behandeln lässt. In diesem Fall würden die gesetzlichen Kassen eventuelle Mehrkosten nämlich nicht übernehmen.

 

Der Vertrag sollte im übrigen auch die Option abdecken, dass ambulante Operationen vom Chefarzt übernommen werden. Denn immer mehr Eingriffe werden in den Krankenhäusern ambulant gemacht.

 

Krankentagegeld sicherstellen

 

Sinnvoll sind vor allem bei Selbstständigen und Gutverdienern Krankentagegeldversicherungen, die bei einer längeren Krankheit den Verdienstausfall kompensieren.

 

Der liegt auch bei Angestellten nicht selten in der Größenordnung von bis zu 25 Prozent, weil die Kasse Lohnersatz nur bis zu einem Höchstbetrag von rund 80 Euro täglich zahlt. Schon bei 3.000 Euro Nettoeinkommen fehlen dann bei einer längeren Krankheit 20 Prozent Gehalt, wenn die Lohnfortzahlung des Arbeitgebers ausläuft. Der Schutz ist also durchaus sinnvoll, um Verdienstausfälle zu kompensieren.

 

Notwendigkeit von Extraleistungen genau abwägen

 

Die übrigen Extraleistungen sollten dagegen genau auf Sinn oder Unsinn getestet werden. Zusatzversicherungen übernehmen neben den höheren Behandlungskosten auch die Kosten für eine bessere Krankenhaus-Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer. Interessant dabei: Verzichtet der Patient auf die teurere Unterbringung und lässt sich im von der gesetzlichen Kasse ohnehin bezahlten Mehrbettzimmer unterbringen, bekommt er stattdessen von der Versicherung ein Tagegeld ausgezahlt, das je nach Tarif bei bis zu 100 Euro liegt. Jeder muss selber entscheiden, was ihm diese Option wert ist, essentiell ist sie ganz sicher nicht.

 

Das gilt auch für Ergänzungsversicherungen, die Zuzahlungen für Brillen oder Zahnersatz leisten. Ganz wichtig: Die Ergänzungsversicherungen für Zahnersatz, Brillen oder Medikamente übernehmen die fälligen Zuzahlungen niemals ganz: Gezahlt wird immer nur ein Zuschuss zum Zuschuss der gesetzlichen Kasse, 20 Prozent Eigenanteil bleiben in aller Regel mindestens übrig. Versicherte sollten deshalb genau nachrechnen, ob sich der Abschluss dieser Policen lohnt. Immerhin kostet der Schutz sie im Monat im günstigsten Fall zwischen 20 und 50 Euro.

 

Auswählen können sie bei den Ergänzungsversicherungen zwischen ganz verschiedenen Angeboten: So werden zum Beispiel die Kosten für den Besuch beim Heilpraktiker übernommen, der von der gesetzlichen Krankenkasse gar nicht mehr bezahlt wird. Und auch beim Zahnersatz schließt die Ergänzungsversicherung einen Teil der Lücke, der durch die gesetzliche Versicherung entsteht.

 

(Quelle: ddp)