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Längere Laufzeiten - satte Mehreinnahmen für Stromkonzerne

9.10.09

Wenn die Atomkraftwerke länger laufen, winken den Stromkonzernen 40 Milliarden Euro an zusätzlichen Gewinnen. So eine Einschätzung der Deutschen Energieagentur (Dena), ein Sinken der Strompreise sei dabei nicht zu erwarten.

Diese Zahl von 40 Milliarden sei realistisch, sagte Dena-Geschäftsführer Stephan Kohler der "Saarbrücker Zeitung". Kohler, der dem Vorhaben grundsätzlich kritisch gegenübersteht, schlug vor, die Hälfte der Extragewinne in einen staatlich kontrollierten Fonds einzubringen. Der Ertrag solle zu einem großen Teil in Energieeffizienzmaßnahmen investiert werden, zum Beispiel im Gebäudebereich.

 

Nach Einschätzung Kohlers ist nicht damit zu rechnen, dass durch eine Verlängerung der Laufzeiten die Strompreise sinken würden. Außerdem zerstöre man neue Marktstrukturen, die sich gerade zu entwickeln begännen, bemängelte Kohler und fügte hinzu: "Wenn jetzt 17.000 Megawatt aus den Atomkraftwerken weiterhin auf dem Markt blieben, werden Investitionen in moderne Gas- und Kohlekraftwerke zurückgestellt und neue Anbieter haben keine Chance."

 

Einem Bericht des "Manager-Magazins" zufolge verständigte sich die Koalitions-Arbeitsgruppe Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz auf Regelungen zur Laufzeitverlängerung von Kernkraftwerken. So soll die Befristung auf 32 Jahre aufgehoben werden. Stattdessen sollen die Laufzeiten künftig für jede einzelne Anlage bestimmt werden, und zwar abhängig vom Sicherheitsstandard des Atomkraftwerks.

 

ddp