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Private Krankenversicherung

Mehr Verhandlungsmacht für private Krankenversicherung

17.06.10

Auf der Jahrestagung ihres Verbandes haben die privaten Krankenversicherer noch einmal Druck bei Koalitionspolitikern gemacht. Jetzt soll ihre Stellung gegenüber den Pharmaherstellern gestärkt werden.

"Gesundheitsminister Rösler versteht sich erklärtermaßen als Anwalt aller 80 Millionen Versicherten in Deutschland. Dann darf er allerdings die Arzneimittelpreise nicht nur für 90 Prozent der Betroffenen regeln und zulassen, dass die Kosten bei den übrigen zehn Prozent umso heftiger ausschlagen", so fasst Reinhold Schulte, Vorsitzender des PKV-Verbandes, eine zentrale Forderung der privaten Krankenversicherungen auf der Pressekonferenz zur Jahrestagung noch einmal anschaulich zusammen.

Die Branche kämpft darum, für ihren Verband noch in dieser Legislaturperiode ein Mandat zu erhalten, um mit Ärzten und der Pharmaindustrie über Preise verhandeln zu können. Bei den Arzneimittelherstellern geht es um eine Rabatt-Regelung, die ähnlich wie bei den Krankenkassen funktioniert und zugleich rechtlich wasserfest ist. Kommt die Verhandlungsvollmacht nicht, droht den privaten Krankenversicherungen nach Aussagen Schultes auch weiterhin die Rolle des "Zahlmeisters, der für Ärzte und Arzneimittelhersteller jene Ausfälle kompensiert, die durch immer neue Budgetierungen, Kürzungen und Rabatte im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung entstehen."

Zumindest bei den Gesundheitspolitikern der Koalition stießen die Branchenvertreter dabei auf offene Ohren. Sie hätten bei Gesprächen im Rahmen der Jahrestagung anerkannt, dass die Forderungen berechtigt sind. In den letzten zehn Jahren waren die Gesundheitsausgaben bei den privaten Versicherern deutlich stärker gestiegen als bei den gesetzlichen Krankenkassen. Der Verbandschef machte dafür vor allem "qualitativ nicht gerechtfertigte Mengenausweitungen" verantwortlich.

Er verwies zugleich auf den Krankenhaussektor, wo der PKV-Verband bereits Verhandlungsmacht besitzt und einvernehmliche Lösungen für gute Qualität zu vernünftigen Preisen zu Stande gekommen seien. Mit über 1400 der insgesamt rund 2000 Krankenhäuser gibt es inzwischen funktionierende Verträge über die "Wahlleistung Unterkunft".

tr