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Altersvorsorge

Mit Aktienfonds am Scheideweg

7.11.08

Wollen Sie bei der bei Ihrer Altersvorsorge Steuern sparen? Das klingt für viele Deutsche wie eine Verheißung.

Wer bei der Vorsorge fürs Alter auf Aktienfonds setzt, steht genau vor dieser Frage. Legt er das Geld in einen Fondssparplan an und zahlt Abgeltungssteuer oder bespart er eine Fondspolice und profitiert von günstigeren Steuerregelungen? Bei der Entscheidung sollte der Kunde jedoch auf mehr achten als nur auf die Forderungen des Fiskus.

 

Beim Fondssparplan erwirbt der Anleger monatlich Anteile, die in sein Depot fließen. Bei einer Fondspolice investiert die Versicherungsgesellschaft für den Kunden die Monatsraten in die entsprechenden Fonds. Dabei bieten Unternehmen heute mehrheitlich fondsgebundene Rentenversicherungen an, die zusätzlich einen Todesfallschutz einschließen. Der Kunde entscheidet sich am Ende der Ansparphase zwischen einer lebenslangen Rentenzahlung und einer einmaligen Kapitalauszahlung.

 

"Ein heute 30-Jähriger kann mit einer Fondspolice bei einer monatlichen Rate von 100 Euro bis zu seinem gesetzlichen Rentenbeginnalter (67 Jahre) rund 230.000 Euro ansparen – etwa 33.000 Euro mehr als bei einem Fondssparplan", sagt Jürgen Steiger, Vorsorgeexperte beim Versicherer Delta Lloyd. Er rechnet mit einer Wertentwicklung von acht Prozent. Nach Abzug der Steuern ist die Versicherung sogar mit 38.000 Euro im Vorteil. Bei der Fondspolice ist nur die Hälfte der Erträge mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern, wenn sie nach mindestens 12 Jahren und nach dem 60. Lebensjahr ausgezahlt wird. Beim Sparplan mit Aktienfonds fällt für die ab 2009 gezahlten Raten Abgeltungssteuer an – 25 Prozent von allen Erträgen. 

 

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Aber ob die Rechnung für den einzelnen Anleger am Ende auch so aufgeht, hängt von einigen Faktoren ab.

 

  • Umschichten

 

"Hin und her, Taschen leer", lautet eine alte Anlegerregel. Ein häufiger Wechsel des Fonds schwächt die Rendite im Sparplan. Bei jedem Umschichten von Anteilen fällt zukünftig die Abgeltungssteuer an und zusätzlich der Ausgabeaufschlag für den neuen Fonds. Ein Fondswechsel unter dem Schirm der Versicherung ist dagegen frei von der Abgeltungssteuer.

 

Wer seinem Fonds für alle Zeit treu bleibt, fährt mit einem Sparplan meist besser. Wer dagegen mehrfach wechselt, wie die Delta Lloyd in ihrer Berechnung angenommen hat, ist schnell mit der Fondspolice im Vorteil. In der Praxis zeigt sich, dass Kunden häufig ihr Depot umgestalten – alle vier Jahre laut Bundesverband Investment und Asset Management (BVI). Mindestens ein Umschichten ist auch nahezu unverzichtbar – in den Jahren vor Rentenbeginn. Dann sollten die Gelder mehrheitlich in risikoärmeren Anlagen wie Renten stecken.

 

  • Flexibilität

 

Wenn der Kunde seinen Fonds wechseln möchte, hat er beim Sparplan die volle Auswahl. Doch auch die Versicherer haben ihre Lektion gelernt. Während viele früher nur einige Fonds der eigenen Kapitalanlagegesellschaft anboten, können die Sparer heute meist aus einer Vielzahl guter Fonds die besten herauspicken. Genau diese Fondspalette sollte der Sparer aber vor dem Abschluss vergleichen.

 

  • Abbruch

 

Ihren Vorsprung wahrt die Versicherung besonders, wenn sie bis zum Ende – oder mindestens bis zum 60. Lebensjahr – läuft. In den ersten Jahren hinkt sie dem Sparplan hinterher, weil die Abschlussgebühren zu Anfang anfallen. Weil aber der Policenkunde seine Fondsanteile ohne Ausgabeaufschlag erwirbt, holt die Versicherung im Lauf der Jahre auf.

 

Bei einer langen Laufzeit machen viele Sparer vorher schlapp, schließlich werden Jahr für Jahr etwa fünf Prozent aller Lebensversicherungen gekündigt. Jürgen Steiger von der Delta Lloyd empfiehlt deshalb, lieber mit einem etwas niedrigeren Monatsbetrag einzusteigen, den der Sparer auch in persönlichen Flautezeiten aufbringen kann. Dafür kann er in besseren Jahren Einmalbeiträge in die Police fließen lassen.

 
Auch über solche flexiblen Lösungen sollte sich der Kunde vor Vertragsabschluss informieren.  Die Möglichkeit, Einmalbeiträge zu zahlen und Beitragspausen einzulegen, haben mittlerweile bieten mittlerweile viele Versicherer. Ein Vergleich der Bedingungen ist ratsam.

 

  • Rente

 

Einen Vorteil spielen die Versicherungen im Alter aus. Wer eine lebenslange Rente möchte anstatt der einmaligen Kapitalzahlung, müsste bei einem Fondssparplan erneut die Abschlusskosten für eine Versicherung zahlen. Steuerfrei sind leider auch die Renten nicht, egal wann der Kunde den Vertrag abschließt. Abhängig vom Beginn der Auszahlungen ist ein bestimmter Anteil der monatlichen Auszahlungen mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern – 17 Prozent bei Rentenbeginn mit 67 Jahren.

 

 

(Quelle: aspect-online.de)