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Mit Schrauben, Toren und Gebäudeversicherung gegen "Solardiebe"
3.05.10Fotovoltaikanlagen sind wertvoll. Das wissen auch Diebe und decken in letzter Zeit in Deutschland ganze Dächer ab oder räumen Solar-Parks leer. Mit einer günstigen Wohngebäudeversicherung und cleveren Schutzmaßnahmen sorgen private "Kraftwerksbetreiber" vor, so dass ihnen nicht das Licht ausgeht.
Meistens kommen sie nachts und nicht selten mit Lkw: Diebesbanden fallen in letzter Zeit über teure Fotovoltaikanlagen her. Der Klau von Solarmodulen hat stark zugenommen. Beispiel Bayern: Hier schätzen Branchenkenner den dadurch entstandenen Schaden auf mehr als 700.000 Euro. Beispiel Mecklenburg-Vorpommern: 2009 seien 22 Fälle mit einer Schadenshöhe von insgesamt 970.000 Euro registriert worden, sagte Olaf Seidlitz, Sprecher des Landeskriminalamtes in Rampe. 2008 habe die Polizei lediglich zehn Fälle mit einer Schadenssumme von 11.000 Euro verzeichnet.
Ein Diebstahlschwerpunkt liege im Bereich der Polizeidirektion Neubrandenburg, führt Polizeisprecher Torsten Dowe aus. Von den 22 registrierten Diebstählen im vergangenen Jahr seien zwölf in dieser Region begangen worden. Besonders stark betroffen sei der Landkreis Demmin. Das LKA vermutet als Ursache die vergleichsweise hohe Zahl der Fotovoltaikanlagen auf Dächern der landwirtschaftlichen Betriebe in dem Bereich. Außerdem sei der Landstrich relativ dünn besiedelt, so dass das Entdeckungsrisiko für die Täter gering sei.
Spezialschrauben, Zufahrtsbarrieren und Videokameras
Die insgesamt gestiegenen Diebstahlszahlen bei Solarstromanlagen führen die Fahnder auf wachsende "Tatgelegenheiten" zurück. Es gebe einfach immer mehr Anlagen. Geklaut würden sowohl Solarmodule als auch andere Komponenten, wie etwa Wechselrichter. "Zwar ist die Zahl der Fälle gemessen an den insgesamt knapp 55.000 Diebstahlsdelikten im vergangenen Jahr gering, aber der entstandene Schaden ist wegen des Werts der Anlagen stets sehr hoch", sagte Seidlitz.
Das bayerische LKA berichtet, dass man immer wieder die Erfahrung mache, dass Diebe an guter Sicherungstechnik scheitern. Denn sie bedeute unter anderem für die Täter eine längere "Arbeitszeit" und damit auch ein größeres Entdeckungsrisiko. Die Behörden raten zu unter anderem folgenden Schutzmaßnahmen insbesondere für Solarparks:
- Schwer lösbare Befestigung der Anlagenteile, wie mechanisch codierte Schrauben bzw. Schrauben mit speziellen Antrieben wie z.B. Innensechskant, Torx usw. mit eingeschlagenen Stahlkugeln oder Stahlstopfen.
- Zufahrtsbarrieren, wie massives Zufahrtstor, da schwere Solarmodule meist nur in einem größeren Transporter bewegt werden können.
- Einfriedung durch geeignete Zäune sowie Beseitigung von sämtlichen Aufstiegshilfen (Brennholz-Haufen oder geparkte Autos etc.) auf Dächer mit Solarmodulen.
- Räume mit Wechselrichtern sowie möglicherweise Zentralen von Überwachungsanlagen sollten wenigstens eine mechanische Grundsicherung haben.
- Überwachungsanlagen wie Videokameras
Wohngebäudeversicherung hilft im Schadensfall
Neben den Sicherungen wird es für die Langfinger schwieriger, das geklaute Gut zu verkaufen. Denn heute ist jedes Modul vom Hersteller mit einer unverwechselbaren Identifikationsnummer ausgestattet. Der Solarenergie-Förderverein Deutschland (SFV) bietet ein offenes Register an, in das geklaute Module eingetragen werden können. Doch für die Bestohlenen ist der erschwerte Verkauf der Hehlerware nur ein schwacher Trost. Zumal die Ermittlungen der Polizei in den meisten Fällen von Solarmodul-Diebstahl erfolglos bleiben, wie LKA-Experte Seidlitz bestätigt.
Neben den wichtigen Sicherungsmaßnahmen empfiehlt sich also schon eine gute Wohngebäudeversicherung, die den Schaden im Falle des Diebstahls von Fotovoltaikanlagen bezahlt. So können die Eigentümer von Solarmodulen schnell für Ersatz sorgen und sicherstellen, dass ihr "Sonnenkraftwerk" wieder läuft.

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