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Negativer Ausblick für deutsche Lebensversicherung
6.03.09Die deutschen Lebensversicherer geraten im Zuge der Finanzkrise unter Druck, vermutet die Rating-Agentur Fitch in einer aktuellen Studie. Auch wenn sie nur mittelbar betroffen sind und sich relativ erfolgreich gegen die Krise stemmen, erwarten die Analysten ein Absinken der Überschussbeteiligung.
Als größte institutionelle Investoren am deutschen Kapitalmarkt sind die Lebensversicherungen in erheblichem Maß von der internationalen Finanzmarktkrise betroffen. Fitch geht davon aus, dass die Krise deutliche Auswirkungen auf die Jahresabschlüsse 2008 haben und zu einer deutlich niedrigeren Nettoverzinsung (das sind die Gutschriften auf die Kundenguthaben) von unter 4 Prozent führen wird.
2007 lag die Zahl noch bei 4,6 Prozent und sie konnte für das laufende Jahr mit 4,3 Prozent noch fast konstant gehalten werden. Bei den Jahresabschlüssen der Versicherer werden sich die Spuren der Finanzkrise aber deutlicher zeigen. Fitch erwartet, dass das gesunkene Zinsergebnis zum Jahresende 2008 zu einem deutlichen Rückgang der freien Rückstellung für Beitragsrückerstattung auf circa 42 Milliarden Euro geführt hat. Das wären 15 Prozent weniger als im Vorjahr.
In Deutschland geringere Probleme als anderswo
„Wir gehen davon aus, dass die deutschen Versicherer noch nicht realisierte Verluste aus den Kapitalanlagen zu verzeichnen haben. Diese Verluste werden jedoch geringer ausfallen als bei vielen Lebensversicherern in anderen Märkten“, sagt Tim Ockenga, Senior Director im Versicherungsbereich bei Fitch Ratings.
Nach Schätzung der Agentur betrug die Aktienquote deutscher Lebensversicherer inklusive Genussrechten etwa fünf bis sechs Prozent zum Jahresende 2008, was im internationalen Vergleich sehr niedrig ist. Des Weiteren sind Lebensversicherer überwiegend in Anleihen und Darlehen mit sehr guter Bonität investiert. Auch durchaus positive Nachrichten vermeldet die Studie. Weil die Zinsen sinken, entstehen bei den festverzinslichen Wertpapieren positive Bewertungsreserven.
Das Jahr 2008 verlief für die Lebensversicherung relativ schwach, abgesehen von Einmaleffekten bei der Riester-Rente. Für viele Gesellschaften erwartet die Studie einen zum Teil erheblichen Rückgang des Neugeschäfts. Solange jedoch kein Anbieter ausfällt, könnten Lebensversicherer gegenüber Banken gestärkt aus der Finanzkrise hervorgehen und ihnen in Zukunft sogar Neugeschäftsanteile abnehmen, wenn sie in der Bevölkerung als krisensichere Verwalter privater Altersvorsorge wahrgenommen werden.
Im Oktober 2007 hatte Fitch den Ausblick für die deutschen Lebensversicherer im Hinblick auf die strukturellen Herausforderungen und eine erwartete erhöhte Volatilität an den Kapitalmärkten von ‚stabil’ auf ‚negativ’ geändert.

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