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Pflegeversicherung

Pflegebedürftige müssen auf schöne Urlaubsreisen nicht verzichten

8.03.10

Senioren sind heutzutage sehr reiselustig. Kein Wunder also, dass es immer mehr kommerzielle Anbieter von Seniorenreisen gibt. Pflegebedürftige müssen nicht immer darauf verzichten. Um finanziell flexibel zu bleiben, kann sich eine frühzeitig abgeschlossene Pflegezusatzversicherung lohnen.

Mit zunehmendem Alter verändern die Vorlieben und Bedürfnisse bei Reisen und auch gesundheitliche Probleme machen sich bemerkbar. Darauf hat sich die Touristikbranche inzwischen eingestellt und bietet spezielle Reisen für Senioren an: Busreisen, Reisen in Seniorenhotels oder Kreuzfahrten.

"Bevor man sich eine Reise aussucht, sollte man sich eine eigene Checkliste machen, sich überlegen, was man möchte und braucht - und dann gezielt danach fragen", empfiehlt Claudia Hartmann vom Seniorenreferat des Diakoniewerks in Essen. Denn Senioren sind keine Gruppe mit einheitlichen Bedürfnissen: Wer schlecht zu Fuß oder pflegebedürftig sei, habe ganz andere Anforderungen als ein gesunder, rüstiger Mensch. Wenn also Barrierefreiheit im Hotel, eine spezielle Diät oder Tischservice statt Buffet beim Essen wichtig sind, solle man dies bei der Buchung unbedingt klären. Auch die Ansprüche an den Komfort sind unterschiedlich, merkt Hartmann an: "Nicht jeder will oder braucht einen Gepäckservice." Warum also Mehrkosten dafür in Kauf nehmen?

Pflegebedürftige Senioren können mit Unterstützung in Urlaub fahren

"Ich würde gar nicht direkt ins Reisebüro gehen, sondern mich auch anderweitig umschauen", sagt die Fachfrau. Auch die Wohlfahrtsverbände böten Reisen für Senioren an, die oft sogar bezuschusst würden. Senioren könnten - wenn es der Grad ihrer Pflegebedürftigkeit erlaubt - von der Pflegeversicherung unterstützt mit einem Reisebegleiter in Urlaub fahren.

Doch nicht nur eine Reise geht für pflegebedürftige Senioren ins Geld. Selbst der ganz normale Alltag muss pflegegerecht umgestaltet werden, was oft recht teuer werden kann. Seit Anfang des Jahres 2010 bekommt jemand mit der niedrigsten Pflegestufe I, bei der die Versorgung pro Tag mindestens 1,5 Stunden betragen und auf die Grundpflege mehr als 45 Minuten täglich entfallen müssen, 225 Euro Pflegegeld pro Monat. Die Pflegesachleistung beträgt in der Stufe I seit Anfang dieses Jahres monatlich 440 Euro. Die Empfänger haben Anspruch auf Grundpflege und hauswirtschaftliche Hilfen durch geeignete Pflegepersonen, in der Regel einen ambulanten Pflegedienst, der einen Versorgungsvertrag mit einer Pflegekassen abgeschlossen hat.

Pflegezusatzversicherung kann finanzielle Lücken schließen

Pflegezusatzversicherungen helfen finanzielle Lücken zu schließen. Nimmt man den Pflege-Schutzbrief "Olga" der Halleschen Versicherung als Beispiel, bekommt ein Pflegebedürftiger mit Pflegestufe I pro Monat rund 450 Euro extra zu seinem gesetzlichen Anspruch, wenn er bei dem Versicherer ein Tagegeld von 1.500 Euro pro Monat vereinbart hat. Bei Pflegestufe I werden 30 Prozent bei der Tarifoption "Olga plus" ausbezahlt. "Es ist auf jeden Fall sinnvoll, schon möglichst frühzeitig eine Pflegezusatzversicherung abzuschließen, da die Prämie mit fortschreitendem Alter stark steigt", sagt Hartmut Schmid, Finanzexperte von Aspect Online. Es sei klar, dass durch Pflegebedürftigkeit die Lebensqualität ohnehin sinke. "Warum sollte man dann zusätzlich noch massive Geldsorgen aufgrund der niedrigen staatlichen Unterstützungsleistungen haben?", so Schmid. Mit einer Pflegezusatzversicherung könne man die Folgen einer Pflegebedürftigkeit zumindest deutlich abmildern.

Und zur Steigerung der Lebensqualität gehören eben auch Reisen, etwas Neues sehen und erleben. "Seine Pflegeberechtigung kann man, zumindest in Deutschland, überall in Anspruch nehmen", informiert Seniorenreferentin Hartmann. Nicht immer geht es um besondere Ansprüche an das Urlaubsdomizil, sagt Hartmann: "Oft steht die nette Gemeinschaft an erster Stelle, gerade bei alleinstehenden Menschen. Sie möchten nicht alleine fahren, niemandem zur Last fallen und ihren Urlaub in netter Gesellschaft verbringen."

Ein weiteres wichtiges Argument für Seniorenreisen ist die Sicherheit, dass im Notfall jemand da ist, der sich kümmert und die Landessprache spricht. Dafür muss es aber, solange die Gesundheit mitspielt, nicht unbedingt eine spezielle Seniorenreise sein, sagt Hartmann: "Gerade aktive ältere Menschen entscheiden sich oft für Studienreisen oder Kreuzfahrten, die dieses Gemeinschaftserlebnis auch bieten."