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Report: Gravierende Preisunterschiede bei Pflege
19.11.09Die Wahrscheinlichkeit, im Alter pflegebedürftig zu werden, ist weiterhin hoch. Etwa die Hälfte der Versicherten der Gmünder Ersatzkasse, die im vergangenen Jahr starben, waren auf Pflegeleistungen angewiesen. Das geht aus dem GEK-Pflegereport 2009 hervor.
Die Zahl der Pflegebedürftigen nahm in den acht Jahren nach der Jahrtausendwende um 231.000 auf jetzt 2,4 Millionen zu. Dabei sinkt für den Einzelnen das Risiko sogar leicht, ein Pflegefall zu werden. Der Anteil ging bei Männern um ein Prozent und bei Frauen um 3,6 Prozentpunkte zurück. Die GEK resümiert: "Die Deutschen leben nicht nur länger, sie altern auch gesünder." Die Ursache für die dennoch wachsende Zahl von Pflegefällen: Die Deutschen werden immer älter, der Anteil der Senioren an der Bevölkerung steigt.
Der GEK-Pflegereport 2009 stellt auch regionale Vergleiche an. Angesichts bundesweit einheitlicher Pflegeversicherungsleistungen sind die Unterschiede beachtlich: Bei den Heimentgelten gibt es ein starkes Ost-West-Gefälle. Auch die ambulanten Entgelte variieren erheblich: In einigen Bundesländern wird für dieselbe Leistung ein Vielfaches beziehungsweise das Doppelte gezahlt wie in anderen. So liegt etwa die Preisspanne für das Zubereiten einer warmen Mahlzeit zwischen 7,39 (Nordrhein-Westfalen) und 20,90 Euro (Baden-Württemberg). Die große Morgentoilette kostet minimal 15,75 (Thüringen), maximal 32,16 Euro (Hessen).
Keine gute Nachrichten haben die Forscher vom Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen, die die Untersuchung im Auftrag der Krankenkasse durchführten, für die Bewohner dünn besiedelter Regionen. Sie stellten bei Pflegepatienten ein auffälliges Stadt-Land-Gefälle in der fachärztlichen Versorgung fest. Pflegeexperte Professor Heinz Rothgang schätzt ein: "Im ländlichen Raum sind die Verordnungsraten von Psycholeptika und Antidepressiva signifikant höher als in fachärztlich gut ausgestatteten städtischen Räumen. Wir sehen darin ein Indiz für die Überforderung von Hausärzten oder für eine fachärztliche Unterversorgung."
tr

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