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Risikolebensversicherung

Restschuldversicherung: Über 200 Prozent Beitragsunterschied

18.02.10

"Finanztest" (Heft 3/2010) hat Risikolebensversicherungen verglichen, die speziell auf die Bedürfnisse von Bauherren zugeschnitten sind. Schließen Sie bei der finanzierenden Bank die Versicherung nicht ohne vorherigen Vergleich ab. Am Markt gibt es günstigere Angebote.

Was beim teuersten Anbieter 2.450 Euro kostet, ist beim preiswertesten schon für 772 Euro zu haben. Das ist das Ergebnis von "Finanztest". Der Beispielfall war für einen 35-jährigen Mann berechnet, der eine Baufinanzierung über 100.000 Euro für 22 Jahre absichern möchte. Am Vergleich nahmen 17 Gesellschaften mit 46 Tarifen teil. Wer meint, die Versicherungsbedingungen seien für den gravierenden Unterschied verantwortlich, der irrt. Da billigere Angebot bietet sogar den besseren Schutz.

 

Zu jeder Baufinanzierung gehört eine Risikolebensversicherung, die den Rest des Kredits ablöst, falls der Kreditnehmer stirbt. Das Risiko, die Hinterbliebenen auf einem Schuldenberg sitzen zu lassen, ist einfach zu groß, außerdem verlangt die Bank eine Absicherung. Die speziellen Angebote für Häuslebauer werden auch als Restschuldversicherung bezeichnet. Bei ihnen bleibt die Versicherungssumme nicht konstant, sondern sie sinkt.

 

Bei einer Variante fällt die Versicherungssumme linear – das heißt von Beginn bis zum Ende der Laufzeit jeweils um den gleichen Betrag. Die Restschuld bei einer Baufinanzierung nimmt aber nicht linear ab, sondern zuerst in kleineren, später in größeren Schritten. So kann bei einer linear fallenden Risikolebensversicherung eine nicht unerhebliche Deckungslücke entstehen. Die Verbraucher-Redakteure empfehlen diese Form nur, wenn die Angehörigen über genügend Einkommen verfügen, um die restlichen Kosten selbst zu übernehmen. Eine andere Möglichkeit ist, zu Beginn eine etwas höhere Versicherungssumme zu wählen.

 

Oder man greift gleich zu einer fallenden Risikolebensversicherung, die sich an die verbleibende Restschuld der Baufinanzierung anpasst (annuitätisch fallend). Dann entsteht keine Deckungslücke. Diese Tarife sind wegen des höheren Schutzes um etwa 20 Prozent teurer.

 

Bei der Verwendung der Überschüsse aus der Geldanlage gibt es zwei Varianten. Entweder zieht die Gesellschaft dafür etwas vom Bruttobeitrag ab, so dass der Kunde einen niedrigeren Nettobeitrag entrichtet. Oder die Versicherung gewährt einen Bonus, das heißt einen Mehrbetrag im Todesfall. Häufig rechnen die Bauherren mit diesem Bonus bei der Absicherung ihrer Finanzierung. Senkt dann die Gesellschaft die Überschüsse, kann ebenfalls eine Deckungslücke entstehen. Mit der ersten Variante – der Beitragsverrechnung – ist also besser zu planen.

 

tr