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Schulden versichern
3.04.08Worauf Verbraucher bei Kreditversicherungen unbedingt achten müssen
Der Bau oder Kauf der "eigenen vier Wände" ist ein ungeheurer finanzieller Kraftakt, der sich über Jahrzehnte hinzieht und entsprechend lang auch eine finanzielle Belastung darstellt. Und da niemand weiß, was in 10 oder 20 Jahren sein kann, ist es sinnvoll, die Restschulden gut zu versichern. Denn stirbt ein Verdiener, kann die Darlehensrate schnell zur Belastung werden, die den Überlebenden ruiniert. Für diesen Fall gibt es Restschuldversicherungen. Die Funktionsweise ist ganz simpel. Wenn ein Kreditnehmer stirbt, bevor die Immobilie abbezahlt ist, springt die Restschuldversicherung ein, übernimmt das offene Darlehen und der überlebende Partner bleibt nicht alleine auf einem riesigen Haufen Schulden sitzen.
Stirbt der Kreditnehmer während der Versicherungsdauer nicht, bekommt er in der Regel keinen Cent ausgezahlt. Deshalb sind die Beiträge erheblich niedriger als etwa bei der Kapitallebensversicherung, bei der ja Versicherung und Sparvertrag gekoppelt sind. Die Höhe der Versicherungsbeiträge hängt neben der Höhe der Versicherungssumme vor allem ab vom Alter, Geschlecht und dem Gesundheitszustand der versicherten Person. Menschen mit Vorerkrankungen zahlen normalerweise höhere Beiträge als Gesunde. Und bei manchen Krankheiten ist es sehr schwer oder sogar unmöglich, den passenden Versicherungsschutz zu bekommen.
Der Unterschied zu einer normalen Lebensversicherung besteht vor allem darin, dass der Vertrag bei einer Restschuldversicherung in der Regel an die Restschuld des Darlehensvertrages angepasst wird. Kunden können dabei fast immer zwischen zwei Versicherungsvarianten wählen, nämlich dem linear fallenden Versicherungsschutz und dem Versicherungsschutz mit jährlicher Anpassung an den Tilgungsplan. Passt sich die Versicherungsleistung an den Tilgungsplan an, kann der Kunde sicher sein, dass die Restschuld im Todesfall immer vollständig gedeckt ist - er bleibt nicht auf Darlehensschulden sitzen.
Bei der linearen Variante fällt die im Todesfall zu zahlende Versicherungsleistung jährlich um einen konstanten Betrag. Allerdings wird dieser Betrag sich selten genau so entwickeln wie das Darlehen, sodass vor allem am Anfang eine Deckungslücke bleibt. Diese Gefahr besteht bei der Variante mit jährlicher Anpassung an den Tilgungsplan nicht, sodass diese Variante sinnvoller ist. Die lineare Police macht nur Sinn, wenn die Bauherren eine finanzielle Lücke aus eigenen Mitteln auffangen können.
Entscheidend ist bei den Restschuldversicherungen der Preisvergleich. Die Zeitschrift "Finanztest" hat Preisunterschiede von bis zu 300 Prozent ausgemacht - bei identischen Leistungen wohlgemerkt. Der Rat der Berliner Verbraucherschützer ist deswegen, vor allem bei der Hannoversche Leben, Ontos und Europa Angebote einholen.
Einen weiteren Punkt sollten Bauherren beachten. Muss das Haus nach dem Tod eines Partners verkauft werden, verlangt die Bank oft eine recht hohe Vorfälligkeitsentschädigung. Diese Gebühren werden durch die Restschuldversicherung nicht mit abgedeckt und sollten deshalb beim Abschluss einer normalen Risikolebensversicherung mit einkalkuliert werden, die ohnehin zur finanziellen Absicherung in keinem Haushalt fehlen sollte - ob nun mit oder ohne eigene Immobilie.
(Quelle: ddp)

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