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Selbstständige zögern noch bei der Rürup-Rente
3.12.09Das Wissen um die Basis-Rente (auch Rürup-Rente genannt) geht bei den Selbstständigen wieder leicht zurück. Und die Lust, einen Vertrag abzuschließen steigt längst nicht in dem Maß, wie es Vermittler erhofft hatten.
Zum dritten Mal befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa Selbstständige und Freiberufler im Auftrag der auf gewerbliche Kunden spezialisierten Condor Versicherungsgruppe aus Hamburg. Ein Fazit: Die ohnehin schon bestehende Unsicherheit zum Thema Rürup-Rente verstärkt sich in Zeiten der Finanzkrise nochmals. "Gerade für Selbstständige und Freiberufler gilt, dass sie die Vorsorge fürs Alter selbst in die Hand nehmen müssen. Hier besteht nach wie vor großer Beratungsbedarf, wie die Ergebnisse der Umfrage deutlich zeigen", resümiert Claus Scharfenberg, Vorstand der Condor Versicherungsgruppe.
Die Rürup-Rente ist für Unternehmer eine relativ unkomplizierte und gut geförderte Möglichkeit, eine Altersvorsorge aufzubauen. Da sie keinen direkten Anspruch auf die Riester-Förderung haben, richten sich die Versicherungsgesellschaften mit ihren Rürup-Tarifen besonders an diese Zielgruppe. Bis zu 40.000 Euro kann ein Selbstständiger pro Jahr steuerfrei fürs Alter ansparen – Singles 20.000 Euro.
Wenn bisher trotzdem nur 11 Prozent der Befragten einen derartigen Vertrag abgeschlossen haben, liegt es zum großen Teil daran, dass die Zielgruppe sich zu 74 Prozent schlecht oder gar nicht informiert fühlt. Fast die Hälfte (48 Prozent) der Umfrageteilnehmer ist nicht in der Lage, einzuschätzen, welche Variante der staatlich geförderten Rentenmodelle Riester und Rürup sinnvoller ist. Nur rund ein Viertel der Befragten sieht sich gut oder sehr gut informiert. Diese Gruppe weiß auch um die steuerlichen Vorteile der privaten Altersvorsorge mit einer Basisrente und hat in der Regel bereits einen Vertrag abgeschlossen oder plant dies für die Zukunft.
Etwa jeder zehnte Selbstständige hat schon einen Rürup-Vertrag. 15 Prozent planen nach eigenen Angaben einen entsprechenden Vertragsabschluss. In beiden Fällen ist gegenüber dem Vorjahr keine signifikante Änderung bei dem eher mäßigen Interesse zu verzeichnen. Die Einzelbetrachtung nach Altersgruppen überraschte die Condor als Auftraggeber hingegen positiv. Bei den 45- bis 54-Jährigen schlossen mittlerweile immerhin 15 Prozent einen Vertrag ab, nachdem es im Vorjahr erst neun Prozent gewesen waren.
Eine Erklärung für die Zurückhaltung der Selbstständigen und Freiberufler bei der Entscheidung für eine private Altersvorsorge liefert die Finanzkrise. So wollen 27 Prozent der Befragten geplante Verträge erst einmal zurückstellen. Jeder Zehnte nimmt Anpassungen vor und hat aus diesem Grund laufende Beitragszahlungen reduziert. Gleichzeitig hält aber die Hälfte der Befragten an ihrer Altersvorsorge fest und sieht sich angesichts der Finanzkrise nicht zu Änderungen veranlasst.

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