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Sparen mit Risikostreuung: Mischfonds setzen auf Risikomix

6.07.09

Mit kleineren Beträgen das Geld besonders breit streuen: eine für Normal-Anleger selbstständig kaum lösbare Aufgabe. Den professionellen Risikomix auch für schmale Budgets ermöglichen dagegen Mischfonds.

Damit können Anleger im Rahmen eines Sparplans ab einem meist üblichen Mindestbetrag von 50 Euro regelmäßig Kapital bilden. Der große Vorteil dieser klassischen Anlageform in unsicheren Zeiten: Ein Mischfonds kombiniert die Renditechancen von Aktien mit der Sicherheit von festverzinslichen Wertpapieren.

Genauso wie bei Aktien- und Rentenfonds besteht aber auch bei den Mischfonds die Gefahr, dass unerfahrene Anleger bei der Suche nach dem passenden Fonds "Äpfel mit Birnen" vergleichen, wie die ING-DiBa schreibt. Denn je nach Anlageschwerpunkt und strategischer Ausrichtung können die Fondsangebote sehr unterschiedliche Chancen und Risiken mit sich bringen. Was sich letztlich auch im Wertzuwachs widerspiegelt.

Vor dem Vergleich einzelner Anlageprodukte sollten Sparer deshalb unter Prüfung der eigenen Risikobereitschaft überlegen, welcher der drei vom Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) gebildeten Hauptkategorien der Fonds angehören soll.

Mischfonds mit dem Schwerpunkt Anleihen: Diese defensiv ausgerichteten Mischfonds legen etwa zwei Drittel der Kundengelder in festverzinsliche Papiere an und nur rund ein Drittel in Aktien. Die defensive Variante bringt daher nur ein relativ geringes Schwankungsrisiko mit sich, kann aber in guten Börsenzeiten auch nur eingeschränkte Renditechancen bieten. Zur Orientierung: Wer in den letzten 20 Jahren Monat für Monat in anleihenbetonte Mischfonds einzahlte, die vor allem in Euro-Papiere anlegen, erzielte laut BVI im Schnitt einen jährlichen Wertzuwachs von 5,8 Prozent (Stand Ende März 2009).

Fondsmanager ändern Aktien- und Rentenquote bei Mischfonds

Aktienbetonte Mischfonds: In der offensiven Variante gilt ebenfalls die Richtschnur Zweidrittel zu einem Drittel – diesmal zugunsten der Aktien. In letzter Zeit war dies nicht gerade ein Vorteil, was sich auch in der mageren Wertentwicklung niederschlägt: Durchschnittlich 1,3 Prozent jährlich winkten nach 20 Jahren, wenn der Anleger auf Fonds mit dem Anlageschwerpunkt Euro-Aktien setzte.

Ausgewogene Mischfonds verteilen ihr Portfolio dagegen häufig jeweils etwa zur Hälfte auf Aktien und Anleihen. In diese Kategorie gruppiert der BVI zudem all jene Fonds ein, die weder eindeutig aktien- noch rentenorientiert sind. Das Ergebnis ist in der Tat "ausgewogen", liegt es doch zwischen den beiden anderen Werten: durchschnittlich 3,7 Prozent jährlicher Wertzuwachs nach 20-jähriger Spardauer (Anlageschwerpunkt: Euro-Papiere).

Den Fondsmanagern der Mischfonds steht es jederzeit offen, die Aktien- und Rentenquote innerhalb eines vorgegebenen Korridors zu verändern. Je nachdem, wie sie die künftige Marktentwicklung einschätzen. Das bringt zusätzliche Chancen und Risiken gleichermaßen: Haben die Fondsmanager den richtigen Riecher, können sie bei moderaten Schwankungen eine überdurchschnittliche Rendite erzielen – im umgekehrten Fall drohen bei hohem Aktienanteil in fallenden Märkten drastische Verluste.

Bei allen Mischfondsangeboten sollten Anleger zudem nach dem Anteil von Wertpapieren fragen, die nicht in Euro notieren. Wird dieser nicht gegen Devisenkurs-Schwankungen abgesichert, schlummern im Fonds nämlich zusätzliche Verlustrisiken.

Können Mischfonds für die regelmäßige Anlage kleinerer Sparraten durchaus sinnvoll sein, bietet sich laut ING-DiBa Anlegern bei größeren Einzahlungen auch die Möglichkeit, die Mischung in Eigenregie herzustellen. Fast derselbe Effekt wie bei einem ausgewogenen Mischfonds lässt sich beispielsweise erzielen, wenn der Anlagebetrag je zur Hälfte auf einen Aktienfonds und auf ein Tagesgeldkonto verteilt wird. "Allerdings ist es sehr mühsam und setzt auch viel Erfahrung voraus, wenn Anleger die Mischung selber durchführen sollen", sagt Aspect-Online-Finanzexpertin Sabine Goebel. Ein guter Mischfonds zeichne sich ja gerade dadurch aus, dass er zwischen risikoreicheren und konservativeren Polen schwankt, also mal mehr auf Aktien- und mal mehr auf Rentenanteile setze, so Goebel weiter.