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Studie: "Scheu vor Stromanbieterwechsel nimmt ab"

17.11.09

In den eher trägen Strommarkt gerät Bewegung: Mehr als jeder zweite Kunde in Deutschland (53 Prozent) denkt derzeit zumindest gelegentlich über einen Stromanbieterwechsel nach.

Seit dem letzten Frühjahr ist das Wechselpotenzial um mehr als 20 Prozent gestiegen. Besonders junge Leute von 18 bis 30 Jahren sind immer offener dafür, sich einen neuen Versorger zu suchen. Dies zeigt das "Stromkunden-Wechselbarometer" des Marktforschungsinstituts YouGov Psychonomics. 1.500 private Stromkunden ab 18 Jahren werden halbjährlich repräsentativ zu ihren Wechselabsichten, zu ihren Anbieter- und Produktpräferenzen sowie zum Entscheidungsprozess beim Stromanbieterwechsel befragt.

 

Mittlerweile hat fast jeder vierte Stromkunde (23 Prozent) in Deutschland seinen Stromversorger in den vergangenen drei Jahren zumindest einmal gewechselt. Der Wechsel des Stromanbieters wird für die Bundesbürger damit immer selbstverständlicher. "Die Scheu vor einem Stromanbieterwechsel nimmt stetig ab", sagt Studienleiterin Anna Schneider. "Außer bei Ökostromanbietern, bei denen die Treue ihrer Kunden sogar noch zugenommen hat, ziehen Kunden den Wechsel spürbar häufiger in Erwägung als noch vor einem halben Jahr."

 

Hauptgrund für den Stromanbieterwechsel stellt nach wie vor dadurch erzielte Einsparungen dar (74 Prozent). Aber auch der Wunsch nach Bezug von Ökostrom wird immer wichtiger: 13 Prozent geben diesen als Grund für ihren Wechselwunsch an. Damit steigt der Anteil im Vergleich zu letzten Welle um über 50 Prozent. Mit Treueprogrammen, Sponsorings, Kundenkarten, Kundenmagazine versuchen Stromanbieter ihre Kunden zu binden. Dabei zeigt die Studie, dass viele teure Services nur einen sehr geringen Einfluss auf die Kundenbindung haben. "Relativ günstige Aktionen, wie kostenfreie Energiesparlampen, können oftmals mit viel größeren Bindungseffekten aufwarten", sagt Studienleiterin Schneider.