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Umfrage: Bürgerentlastungsgesetz wird zurückhaltend beurteilt
22.02.10Spürbare Erleichterungen versprach die Bundesregierung, weil sich Beiträge zur Krankenversicherung seit diesem Jahr besser steuerlich absetzen lassen. Wie eine Umfrage von Aspect Online zeigt, ist aber die Hälfte der Befragten von den Wirkungen des Gesetzes eher enttäuscht.
Durch einem Blick auf den Januar-Lohnzettel erfuhren nun zumindest die Arbeitnehmer Schwarz auf Weiß, welche Auswirkungen das Bürgerentlastungsgesetz für sie hat. Begeisterung sieht anders aus. 59 Prozent der Befragten geben an, dass ihre Erwartungen nicht erfüllt wurden. 29 Prozent sahen sich in etwa bestätigt. Nur 12 Prozent äußerten, ihre Hoffungen seien sogar übertroffen worden.
Dabei hat die Mehrheit das Plus beim Nettolohn durchaus wahrgenommen. Von 212 Teilnehmern, die diese Frage beantworteten, gab etwa ein Viertel an, dass die Änderung monatlich 50 Euro oder mehr ausmacht. Ein weiteres Viertel bekommt nach eigener Aussage zwischen 20 und 50 Euro mehr. Nicht nur die steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge zur Krankenversicherung hatte Einfluss auf die Januar-Gehälter. Andere Faktoren sorgten dafür, dass immerhin 16 Prozent der Umfrage-Teilnehmer angaben, sie würden weniger erhalten.
Bei den Plänen, wofür sie den Mehrbetrag ausgeben, zeigen sich die Befragten auch nicht euphorisch. 39 Prozent meinten, bei ihrem engen Budget werde jeder zusätzliche Euro für tägliche Ausgaben gebraucht. Diese Aussage verwundert, weil nach eigener Aussage nur ein Viertel aller Teilnehmer über ein Haushaltsnettoeinkommen unter 2.000 Euro verfügt. So ist dieses Antwortverhalten vielleicht eher Ausweis der zurückhaltenden Stimmung. 29 Prozent möchten Rücklagen bilden. Nur fünf Prozent wollen die Vergünstigungen, die sie bei der Krankenversicherung erhalten, in einen besseren Gesundheitsschutz investieren.
Altersvorsorge statt Krankenzusatzversicherung bevorzugt
Die Krankenversicherer setzen große Erwartungen in das Bürgerentlastungsgesetz. Sie hoffen, dass viele gesetzlich Versicherte die steuerlichen Einsparungen nutzen, um Lücken in den Leistungen der Krankenkassen durch private Zusatzversicherungen zu schließen. Dazu bedarf es aber noch gehöriger Anstrengungen in Vertrieb und Marketing. Aspect Online fragte bei den Umfrageteilnehmern noch einmal konkret nach: "Angenommen, Sie möchten den Mehrbetrag so ausgeben, dass Sie fehlenden Gesundheitsschutz kompensieren. Was wäre Ihre erste Wahl?"
Ein Viertel würde sich dann für eine Zahnzusatzversicherung entscheiden, knapp 10 Prozent für eine Pflegezusatzversicherung. Nur jedem Zwanzigsten wäre vor allem die Chefarztbehandlung im Rahmen einer Krankenhauszusatzversicherung wichtig. Die Mehrheit von 61 Prozent wählte überraschenderweise unter den vier vorgegebenen Antworten die ausweichende Variante: "Statt in den Gesundheitsschutz stecke ich das Geld lieber in die Altersvorsorge." Bei dieser Frage herrschte Einigkeit über die Verdienstgrenzen hinweg, in allen Einkommensklassen lag die Zustimmung zur Altersvorsorge – oder die Vorbehalte gegen die anderen Versicherungen – zwischen 61 und 64 Prozent.
An der Umfrage nahmen 216 Leser in der Zeit vom 2. bis zum 21. Februar teil. Jeweils 19 Prozent leben in Single-, Drei-Personen-Haushalten beziehungsweise in Haushalten mit vier oder mehr Personen. 42 Prozent leben zu zweit. Das Haushaltsnettoeinkommen liegt bei 51 Prozent zwischen 2.000 und 4.000 Euro, bei 25 Prozent über 4.000 Euro, bei 22 Prozent zwischen 1.000 und 2.000 Euro und bei drei Prozent unter 1.000 Euro.
tr


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