Aktuelles Riester -

Informationen über Versicherungen, Bankprodukte und Steuertipps

Riester

Verbraucherschützer: Absatz bei Wohn-Riester ein Flop

26.04.10

Von einem Boom beim Wohn-Riester könne keine Rede sein, heißt es von der Verbraucherzentrale Bremen. Bei vielen Verträgen handele es sich um Sparverträge, nicht um Darlehensverträge.

Von einer "bemerkenswerten Zahl" bei Wohn-Riester sprach der letzte Bericht des Bundesarbeitsministeriums. 78.000 Verträge waren allein im letzten Quartal 2009 abgeschlossen worden. "Besonders erfolgreich entwickelte sich 2009 die Nachfrage nach der neuen Eigenheim-Rente", schreibt auch der Marktführer Schwäbisch Hall zum abgelaufenen Geschäftsjahr. Solche Einschätzungen teilt Arno Gottschalk, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Bremen nicht.

Tatsächlich müsse man genauer hinschauen, was für Verträge wirklich abgeschlossen werden. Dann aber zeige sich: "Im Kern ist der Wohn-Riester bislang – leider – weitgehend ein Flop." Die Verwirrung beruht auf einer Verwechslung. Kern des Wohn-Riesters – auch Eigenheimrente – ist, dass seit 2008 im Rahmen der geförderten staatlichen Altersvorsorge auch die Tilgung von Darlehen unterstützt wird. Voraussetzung ist, dass sie zur Finanzierung einer neu angeschafften und selbstgenutzten Immobilie dienen. Nicht die Sparleistung wird bezuschusst, sondern die Tilgung der Schulden.

Weniger als fünf Prozent sind Darlehensverträge

Der andere Sachverhalt – so Gottschalk – sei, dass seit 2008 auch Bausparverträge zu den Produkten zählen, die im Rahmen von "Riester" gefördert werden können. Bausparverträge sind für sich genommen aber zunächst einmal Sparverträge. Bei ihnen wird die staatliche Zulage für das Ansparen einer Altersvorsorge angelegt. Die Verträge müssen nicht zwingend zur Immobilienfinanzierung eingesetzt werden.

Fazit des Bremer Finanzexperten: Es gibt kaum Verträge, die dazu dienen, ein Darlehen abzutragen. Nach seinen Recherchen handelt es sich bei den 340.000 Verträgen, die die Bausparkassen im vergangenen Jahr abgeschlossen haben zu über 95 Prozent um Sparverträge. Für die Anbieter von Riester-Hypothekendarlehen liegen ihm keine Zahlen vor. Da im Wesentlichen aber nur drei Banken ein förderfähiges Darlehen anbieten, geht er von niedrigen Marktanteilen aus.

Das ist bedauerlich, hatte doch Arno Gottschalk selbst im vergangenen Jahr darauf hingewiesen, dass Wohn-Riester eine attraktive Form der Altersvorsorge sein kann. Dabei sollten allerdings die Voraussetzungen stimmen. Bei späterer Vermietung oder Verkauf des Hauses wird das Förderkonto auf einen Schlag aufgelöst und versteuert wird. Deshalb lohnt sich die Eigenheimrente vor allem für Häuslebauer, die auch bestimmt in ihren vier Wänden längerfristig wohnen wollen und sich das auch leisten können.