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Kredit

Versicherungsvermittler gegen Kreditvergabepraxis der Banken

4.06.09

Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) kritisiert den unfairen Wettbewerb der Banken. Kunden würden bei der Vergabe von Krediten zum Abschluss von Versicherungen gedrängt.

Auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung in Freiburg mahnt der BVK bei den privaten Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken ein Umdenken an. Viele Kreditinstitute gehen seit Jahren dazu über, die Darlehensvergabe automatisch an den Abschluss von Versicherungen zu koppeln. Vielfach werde dabei die Abhängigkeit der Kunden ausgenutzt, beschwert sich der BVK, der über 40.000 Versicherungsvermittler vertritt.

 

"Wenn man diese Praxis auf andere Branchen überträgt, ist das so, als wenn man beim Bäcker die Brötchen nur dann bekommt, wenn man gleichzeitig in der Bäckerei eine Zeitung kauft", sagt Michael H. Heinz, Präsident des BVK. Besonders Selbstständige und Existenzgründer sind von diesem Geschäftsgebaren betroffen. Bei ihnen werden ohnehin hohe Anforderungen an die Bonität gestellt und sie sind der Hausbank oft ausgeliefert. Weil viele von ihnen keine andere Wahl haben, fühlen sie sich gleichzeitig gezwungen, die Versicherungen abzuschließen, um an ihren Ratenkredit zu kommen.

 

Der BVK sieht in dieser Geschäftpolitik ein Schielen auf die eigenen Gewinne, bei dem das Interesse der Kunden an sicheren Krediten, Anlagen und Absicherungen in den Hintergrund trete. Die Banken gewannen durch den Verkauf am Schalter in den letzten Jahren viele Kunden, die bei ihnen auch Versicherungen abschlossen. Im Gegenzug bieten auch viele Versicherungsvermittler Bankdienstleistungen und Finanzierungen an.

 

Koppelgeschäfte sind nicht generell untersagt. Wird jedoch ein Kredit nur unter der Voraussetzung vergeben, dass der Kunde parallel eine Versicherung abschließt, dann müssen diese Kosten eigentlich in den Effektivzins eingerechnet werden.

 

Ein weiteres brisantes Thema der Vermittlerbranche spielte im Vorfeld der BVK-Tagung eine Rolle. Wie das Versicherungsjournal in seiner gestrigen Online-Ausgabe berichtet, hatte ein Regionalverband den Antrag gestellt, sich von der bisherigen Form der Provisionszahlung zu verabschieden. Statt einer einmaligen Zahlung bei Abschluss des Vertrages sollten die Vermittler ihre Vergütung über die Vertragslaufzeit verteilt erhalten. Dieser Vorschlag, der weitreichende Auswirkungen auf die Versicherungsbranche hätte, wurde jedoch kassiert.

 

tr