Aktuelles Kfz-Versicherung -

Informationen über Versicherungen, Bankprodukte und Steuertipps

Kfz-Versicherung

Wechselkennzeichen stößt auf breite Zustimmung

13.04.10

Sie haben mehrere Autos und wollen ein Nummernschild, das für alle gilt? Das Wechselkennzeichen könnte es möglich machen. Es ist noch gar nicht offiziell eingeführt, da erfreut es sich bereits großer Beliebtheit.

Das Wechselkennzeichen sorgt bereits in der Entwurfsphase für Furore. Das hat "Auto Bild" in einer großen Leserabstimmung kürzlich herausgefunden. Aber auch namhafte Branchenverbände unterstützen die Pläne des Bundesverkehrsministeriums. Nach dem Willen von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sollen künftig mehrere Autos mit demselben Nummernschild fahren können. Der CSU-Politiker prüft die Einführung des umsteckbaren Wechselkennzeichens.

Die Maßnahme soll das Kfz-Gewerbe unterstützen und die Bürger entlasten. Denn in der Kfz-Versicherung wäre damit nach Ramsauers Überlegungen kein zusätzlicher Zweitwagentarif mehr zu zahlen, sondern nur noch der jeweils höhere Tarif. Gefahren werden dürfte dann allerdings jeweils nur mit dem einen oder anderen Wagen. "Die Automobilindustrie und das Kraftfahrzeuggewerbe gehören zu den wichtigsten Arbeitgebern in Deutschland. Wir wollen mit konkreten Erleichterungen bei der Fahrzeugzulassung das Gewerbe unterstützen und die Bürger finanziell entlasten", sagte Ramsauer. Dabei habe man auch Umwelt- und Klimaschutzziele im Blick. "Wir wollen mehr abgasarme Fahrzeuge auf unsere Straßen bringen."

Mehr umweltfreundliche Zweitwagen durch Wechselkennzeichen?


Gemeinsam mit der Versicherungswirtschaft werde man deshalb die Idee eines Wechselkennzeichens prüfen - zum Beispiel für saubere, umweltfreundliche Zweitwagen oder Elektroautos", so der Minister weiter. Darüber hinaus stelle das Ministerium Überlegungen darüber an, welche Entlastungen bei der Kfz-Steuer möglich sind. Der Meinungsaustausch mit den Fachleuten und Experten sei dafür enorm wichtig. Ramsauer: "Gemeinsam wollen wir nach der bestmöglichen Regelung suchen."

Die Sachverständigenorganisation Dekra hat sich für Wechselkennzeichen ausgesprochen. Solche Kennzeichen, die für mehrere Fahrzeuge genutzt werden können, könnten die Akzeptanz abgasarmer Zweitwagen oder Elektroautos erhöhen, sagte Dekra-Vorstand Clemens Klinke. Wechselkennzeichen würden für mehr Verbraucherfreundlichkeit und Flexibilität sorgen. Zwar gehöre die Zukunft dem Elektroauto, sagte Klinke weiter. Bis es jedoch flächendeckend eingesetzt werden könne, komme es darauf an, den Verbrauch von Benzin- und Diesel-Autos zu senken.

ADAC kämpft schon seit den 80er Jahren für neues Kennzeichen

Auch der ADAC begrüßt Ramsauers Idee. Aus Sicht des Automobilclubs sollte die Regelung jedoch nicht auf bestimmte Fahrzeugarten beschränkt werden. "Somit kämen auch Oldtimer- sowie Youngtimerfahrzeuge in den Genuss einer solchen Maßnahme", heißt es auf der ADAC-Webseite. In der Vergangenheit habe sich der ADAC bereits seit Ende der 1980er Jahre für die Einführung eines Wechselkennzeichens stark gemacht.

Ähnlich positiv ist die Stimmung beim Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK): Dessen Präsident, Robert Rademacher, bricht ebenfalls eine Lanze für das Wechselkennzeichen: "Unsere Nachbarn in Österreich und der Schweiz haben mit dieser Variante des Kennzeichens positive Erfahrungen gemacht, auch die Europäische Union und jetzt auch der Bundesverkehrsminister stehen ihm positiv gegenüber. Durch Wechselkennzeichen könnte bei vielen ein Anreiz geschaffen werden, sich etwa für Stadtfahrten und Kurzstrecken ein zusätzliches kleines und sparsames Fahrzeug anzuschaffen."

ddp/min