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Welche Altersvorsorge brauche ich?
23.06.09Unterschätzte Risiken können den Lebensstandard im Alter gefährden. Im schlimmsten Fall droht Altersarmut, denn die gesetzliche Rente wird in den nächsten Jahrzehnten aufgrund der Überalterung der Bevölkerung weiter deutlich abschmelzen. Mit unserem Ratgeber sagen wir Ihnen, wie Sie dem vorbeugen.
Riester, Rürup, betriebliche Vorsorge: Der Staat unterstützt auf verschiedenen Wegen Vorsorge-Sparer beim Aufbau einer privaten Absicherung für den Ruhestand. Altersvorsorge fängt idealerweise schon in jungen Jahren an. Doch das Thema ist nach der Finanz- in eine Sinnkrise geraten. Denn warum vorsorgen, wenn am Ende nur wenig rauskommt, mag sich manch einer denken. Außerdem blicken viele Bürger kaum noch in dem Dickicht an Vorsorgeprodukten durch.
Ist alles gleich gut für mich geeignet oder ist die richtige Altersvorsorge vielmehr eine "Typfrage"? Welche Altersvorsorge brauche ich überhaupt? Diese Fragen tauchen immer wieder auf. Mit unserem Leitfaden bekommen Sie schnell einen Überblick. Wir geben Ihnen außerdem die Möglichkeit, sich bei vielen Produkten von ausgewählten Experten kostenlos beraten zu lassen. Nutzen Sie dieses Angebot, das ohne jede Verpflichtung für Sie ist!
Zudem können Sie auch selbst aktiv werden: Finden Sie günstige und leistungsstarke Anbieter z.B. bei Versicherungen bzw. Fondsanbietern mit den Aspect-Online-Vergleichsrechnern. Leicht lassen sich so Hunderte von Euro sparen.
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1. Steuerliche Unterschiede der Altersvorsorge
Das 3-Schichten-Modell der Altersvorsorge
Seit dem 1. Januar 2005 ist das Alterseinkünftegesetz in Kraft, mit dem das 3-Schichten-Modell für die Altersvorsorge eingeführt und das frühere System der drei Säulen (gesetzliche Rentenversicherung, betriebliche Altersversorgung und Private Vorsorge) durch staatlich geförderte Altersvorsorgeformen abgelöst worden ist. Das 3-Schichten-Modell erlaubt es dem Bürger, sich die passende Zukunftsvorsorge selbst zusammenzustellen.
Die Bausteine des neuen Systems können flexibel kombiniert werden – etwa indem beispielsweise ein Riester-Vertrag und eine Wertpapieranlage die gesetzliche Rentenversicherung ergänzen. Für jede der drei Schichten gelten neue Regeln für die staatliche Förderung und steuerliche Behandlung von Beiträgen, Erträgen und lebenslangen Renten.
Schicht I: Basisversorgung
Zur Basisversorgung zählen die gesetzlichen Altersrenten, Versorgungsleistungen der berufsständischen Versorgungseinrichtungen (z.B. für Ärzte, Architekten, Rechtsanwälte) und kapitalgedeckte private Leibrenten. Letztere zählen nur dann zur Basisversorgung, wenn eine monatliche lebenslange Leibrente vorgesehen ist, die überwiegend der Alterssicherung dient und deren Auszahlung nicht vor dem 60. Lebensjahr startet. Die Rentenansprüche dieser Basisrente dürfen außerdem nicht beleihbar, nicht veräußerbar (kein vorzeitiger Rückkauf), nicht vererblich, nicht übertragbar und nicht kapitalisierbar sein.
Die "Rürup-Rente" entspricht diesen Kriterien und kann von jedem abgeschlossen werden. Bei Arbeitslosigkeit wird das in der Rürup-Rente vorhandene Vermögen nicht für Arbeitslosengeld II-Berechnungen herangezogen und im Todesfall wird aus dem vorhandenen Guthaben eine Hinterbliebenenrente an den Ehepartner oder die kindergeldberechtigten Kinder ausgezahlt.
Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung und Basisrente sind ein Vorsorgeaufwand. So können Sie 2009 bereits 68 Prozent der Beiträge (maximal 13.600 Euro) steuerlich geltend machen. D.h., dass die staatliche Förderung der Basisrente als Steuerersparnis erfolgt. Bis 2025 steigt der Betrag auf bis zu 20.000 Euro im Jahr (für zusammen veranlagte Ehepaare bis zu 40.000 Euro p.a.). Zielgruppe der Rürup-Rente: Freiberufler, Selbstständige und ältere Arbeitnehmer.
Unsere Einschätzung:
+ steuerlich sehr interessante Altersvorsorgelösung für Selbstständige und für gut verdienende Angestellte
- wie bei der gesetzlichen Rente strenge und unflexible Regeln im Erbfall
Schicht II: Kapitalgedeckte Zusatzversorgung
Die zweite Schicht umfasst die staatlich geförderte kapitalgedeckte Zusatzversorgung auf freiwilliger Basis. Es werden Anlagen gefördert, die im Alter eine ergänzende lebenslange Rentenzahlung garantieren. Die staatliche Förderung einer kapitalgedeckten zusätzlichen Altersvorsorge soll Versorgungslücken schließen. Schließlich ist nach der letzten großen Rentenreform das Niveau von heute 70 Prozent auf 67 Prozent im Jahr 2030 gesenkt worden.
Die Zusatzversorgung kann in Form von Produkten der privaten Altersvorsorge/"Riester" (Banksparpläne, private Rentenversicherungen, Investmentfondssparpläne, fondsgebundene Lebensversicherungen) und Produkten der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) erfolgen. Im Gegensatz zur Basis- oder Rüruprente setzen die Produkte der Zusatzversorgung eine abhängige Beschäftigung voraus.
Die bAV wird unterschieden nach folgenden Durchführungswegen: Pensionskasse, Direktversicherung, Unterstützungskasse, Pensionszusage und Pensionsfonds. Die ersten drei Formen treten in der Praxis am häufigsten auf. Pensionszusagen dienen vorrangig der Absicherung von Geschäftsführern oder leitender Angestellter. Jedes Unternehmen ist verpflichtet, für alle Mitarbeiter mindestens eine Form der bAV anzubieten. In kleinen und mittleren Unternehmen werden für diese Betriebsrenten meist Versicherungstarife genutzt. Unterteilen lassen sich Betriebsrenten weiterhin, ob sie vom Arbeitgeber oder vom Arbeitnehmer finanziert werden. Letztere Form wird auch als Entgeltumwandlung bezeichnet, dabei verzichtet der Mitarbeiter auf einen Teil seines Bruttolohns, der dafür in die bAV fließt.
Die Altersvorsorge über den Betrieb profitiert von günstigen Regelungen bei den Steuern und Sozialabgaben. Für die Beiträge, die in die Betriebsrente fließen, sind keine Steuern und keine Sozialabgaben fällig. Die Sozialabgabenfreiheit ist dabei auf einen Jahresbetrag von vier Prozent der jeweils gültigen Beitragsbemessung (2009: 2.592 Euro) beschränkt. Dafür müssen Empfänger von Betriebsrenten auf diese Einnahmen Steuern und Sozialabgaben zahlen. Derzeit gelten noch Freigrenzen – Versorgungsbeitrag oder Altersentlastungsbeitrag in Höhe von etwa 35 Prozent –, diese Grenzen werden abgeschmolzen und entfallen bis 2040.
- Vorteil bAV:
Eine Entgeltumwandlung gibt die Chance, mit einem höheren Betrag vorzusorgen als mit einer privaten Rente (s. Kapitalanlageprodukte). Weil keine Steuern und Sozialabgaben fällig werden, ist der Verlust beim Netto geringer als die Sparrate für die Rente. Ein Arbeitnehmer mit einem Monatsbruttoeinkommen von 3.500 Euro möchte 216 Euro umwandeln. Sein anrechnungsfähiger Bruttolohn sinkt also auf 3.284 Euro. Dadurch ergeben sich geringere Abzüge. Ein Single ohne Kind erhält dann 89 Euro weniger Netto, spart aber gleichzeitig 216 Euro in die Betriebsrente.
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Die Riester-Rente gehört zur Schicht zwei, weil für sie ähnliche Regelungen beim Steuerrecht gelten. Die Beiträge zur Riester-Rente können die Sparer über einen separaten Sonderausgabenabzug bis zu einer Grenze von 2.100 Euro komplett bei der Steuererklärung geltend machen.
Familien mit Kindern und Geringverdiener profitieren eher von der Zulage, die der Staat den Riester-Sparern schenkt. 154 Euro gibt es jährlich für Erwachsene und 185 Euro für Kinder (bzw. 300 Euro für ab 2008 geborene Kinder), falls die gesamten Einzahlungen (Eigenbeitrag plus Zulage) mindestens vier Prozent vom Bruttolohn ausmachen. Im Rentenalter sind die Auszahlungen aus einer Riester-Rente aber voll zu versteuern.
- Beispielrechnung für Riester (erstellt mit dem Aspect-Online-Förderrechner):
Arbeitnehmer, verheiratet, 1974 geboren, zwei Kinder (beide vor 2008 geboren), Bruttomonatsgehalt 3000 Euro, Ehefrau ist Hausfrau. Bei einem jährlichen Gesamtbeitrag (Jahr 2009) von 1440 Euro ergibt sich eine staatliche Förderung von 308 Euro und eine Kinderzulage von 370 Euro, was eine Gesamtförderung von 678 Euro ergibt. Verbleibende Eigenleistung: 762 Euro. Bislang gab es Riester-Zulagen nur für private Rentenversicherungen, Fondssparprodukte und Banksparpläne. Mit dem Eigenheimrentengesetz wird selbst genutztes Wohneigentum als Altersvorsorge gleichberechtigt gefördert ("Wohn-Riester").
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Unsere Einschätzung:
+ niedriges Risiko, auch für unerfahrene Anleger geeignet
+ angelegtes Vermögen sehr sicher
+ mehrere Anlagevarianten möglich (Riester klassisch, Wohn-Riester etc.)
- bei Riester muss das Geld bis zur Rente unangetastet bleiben, sonst ist die
Zulage weg
Schicht III: Kapitalanlageprodukte
In der dritten Schicht befinden sich sonstige Kapitalanlageprodukte, die der Altersvorsorge aber auch anderen Zwecken dienen können. Sie erfüllen nicht die Voraussetzungen der Basis- und der Zusatzversorgung aus der ersten und der zweiten Schicht. Kapitalanlageprodukte können den Angehörigen des Anlegers zugute kommen und sind daher vererbbar, beleihbar, kapitalisierbar und übertragbar.
Geld, das in diese Sparform fließt, stammt aus dem Nettolohn. Die Beiträge können seit Umsetzung des Alterseinkünfte-Gesetzes 2005 nicht mehr steuerlich geltend gemacht werden. Dafür sind zum Beispiel Kapitallebensversicherungen und Rentenversicherungen, die über die dritte Schicht abgeschlossen werden, bei der Auszahlung gegenüber den anderen Altersvorsorgeverträgen begünstigt. Die Erträge einer Kapitallebensversicherung werden bei Ablauf des Vertrages nur zur Hälfte mit dem persönlichen Steuersatz belegt, der im Alter ohnehin geringer sein wird als im Erwerbsleben.
Wer in seine Lebensversicherung im Laufe der Zeit 40.000 Euro einzahlt und 100.000 Euro am Ende herausbekommt, zahlt also nur auf 30.000 Euro (Hälfte der Erträge von 60.000 Euro) Steuern. Bei Renten ist abhängig vom Eintrittsalter ein bestimmter Prozentsatz festgelegt, der als Ertrag gilt – zum Beispiel 18 Prozent bei Beginn der Auszahlung der privaten Rente mit 65 Jahren. Der Rentner würde also von 1.000 Euro Rente nur 180 Euro versteuern. Bei einem Steuersatz von 25 Prozent ergibt das einen monatlichen Abzug von 45 Euro.
Viele Altersvorsorge-Sparer lassen sich durch Steuerargumente bei der Auswahl einer Anlageform beeindrucken. Aber jedes Investment und jeder Vorsorgevertrag muss auch daraufhin überprüft werden, ob sie auch hinsichtlich Flexibilität, Risiko oder Vererbungsregeln zum Sparziel passen. Es hilft nichts, dem Fiskus ein Schnippchen geschlagen zu haben, wenn am Ende zum Beispiel der nichteheliche Lebenspartner die Rürup-Rente nicht erben kann.
- Beispielrechnung für Private Rente: Anlegerin, 1980 geboren, aufgeschobene Rente, monatlicher Einzahlungsbeitrag von 100 Euro, Rentenauszahlung ab 65 Jahren. Bestes Ergebnis im Aspect-Online-Vergleichsrechner: Garantierte Rente 211 Euro und 419 Euro Gesamtrente (bei Überschüssen), Rendite der Auszahlungssumme: rund 5 Prozent.
2. Die einzelnen Produkte
Kapitallebensversicherung (passend für die Schichten 2 und 3)
Die konventionelle Kapitallebensversicherung ist der Klassiker unter den Vorsorgeprodukten. Im Zeichen der Finanzkrise spielt sie wieder ihre Stärken als sichere Altersvorsorge aus. Das neue Versicherungsvertragsgesetz sorgt seit letztem Jahr auch für mehr Transparenz bei den Abschlusskosten und jährlichen Gebühren.
Bei der Kapitallebensversicherung handelt es sich um eine Kombination aus Sparvertrag und Hinterbliebenenvorsorge. Bei Tod der versicherten Person während der Vertragslaufzeit erhalten die begünstigten Personen die festgelegte Versicherungssumme ausgezahlt. Für den Todesfallschutz wird ein kleiner Teil des Monatsbeitrages verwendet. Der größere Part fließt in das Sparguthaben.
Deutsche Lebensversicherungen sind bei ihrer Geldanlage an strenge Regeln hinsichtlich der Sicherheit gebunden. So darf die Aktienquote nicht über 35 Prozent liegen. Auf das Guthaben leisten sie eine Mindestverzinsung leisten von derzeit 2,25 Prozent. Daneben erwirtschaften die Versicherer verschiedene Formen von Überschüssen. Mit den laufenden Überschüsse allein bringen es die deutschen Versicherer branchenweit 2009 auf eine Rendite von 4,28 Prozent, inklusive Garantiezins. Einmal pro Jahr gutgeschrieben, bleiben sie dauerhaft garantiert. Hinzu kommen Schlussüberschüsse und Kosten- und Risikogewinne, die erst bei der Auszahlung garantiert sind. Immerhin ergibt das eine Gesamtverzinsung von 5,16 Prozent im Jahr 2009.
Alle diese Zahlen beziehen sich nur auf das Guthaben der Versicherten, nicht auf die eingezahlten Beiträge. Von denen werden vorab Gebühren und Anteile für den Todesfallschutz abgezogen. Die tatsächliche Rendite auf die eingezahlten Beiträge ist folglich geringer. Die vielfach geäußerten Vorwürfe, dass eine Kapitallebensversicherung keine Rendite erwirtschafte, sind dennoch Unfug.
Sichern Sie sich einfach Ihr kostenloses und maßgeschneidertes Angebot für eine Kapitallebensversicherung. Sie werden von Top-Experten der Altersvorsorge beraten und gehen keine Verpflichtungen ein.
Unsere Einschätzung:
+ hohe Sicherheit
+ langfristige Rendite über Sparbuchniveau
- unflexibel (Bei Abschluss deshalb auf Möglichkeit von Beitragspausen
achten!)
- Verluste bei vorzeitiger Kündigung
Rentenversicherung (passend für alle Schichten)
Konventionelle Rentenversicherungen funktionieren bei der Kapitalanlage ähnlich wie Kapitallebensversicherungen. Auch bei diesen Produkten gibt es einen Garantiezins (aktuell 2,25 Prozent) und die Versicherer schreiben den Sparguthaben darüber hinaus weitere Überschussbeteiligungen gut.
Rentenversicherungen unterscheiden sich aber beim Versicherungsschutz. Sie bieten keine Absicherung im Todesfall, die Hinterbliebenen bekommen – je nach Tarifart – meist die eingezahlten Beiträge zurück. Am Ende der Laufzeit wird das Guthaben nicht ausgezahlt, sondern in eine Rente umgewandelt, die meist lebenslang gezahlt wird. Einige Tarife enthalten zusätzlich eine Option auf Kapitalzahlung.
Vereinfacht gesagt, ist eine Rentenversicherung wie eine Wette mit der Versicherungsgesellschaft. Wer lange lebt, macht ein dickes Plus. Wer kurz nach Rentenbeginn stirbt, hat weniger erhalten, als er zuvor eingezahlt hat. Der Vorteil ist die dauerhafte Sicherheit und Planbarkeit – anders als bei einem Auszahlplan bei der Bank, dort ist das Geld eines Tages verbraucht.
Wer Partner oder Kinder absichern möchte, kann eine Hinterbliebenenrente oder eine Rentengarantiezeit vereinbaren. Wie bei jeder Garantie gilt jedoch: Sie kostet – in diesem Fall ist die ursprüngliche Rente des Versicherungsnehmers niedriger.
Unsere Einschätzung:
+/- wie bei Kapitallebensversicherung
+ Planungssicherheit bei der Rentenzahlung im Alter
- niedrige Rendite, teilweise Verluste bei frühem Tod
Fondspolice (passend für alle Schichten)
Früher gab es fondsgebundene Tarife sowohl bei der Rentenversicherung als auch bei der Lebensversicherung. Mittlerweile bieten die Lebensversicherer häufig als Kombination so genannte Fondspolicen an. Das sind fondsgebundene Rentenversicherungen mit Kapitalwahlrecht. Der Kunde kann also am Ende entscheiden, ob er das Geld in einem Batzen oder in Form einer lebenslangen Rente möchte.
Bei einer fondsgebundenen Police gibt die Versicherung – im Gegensatz zur klassischen Variante – in der Ansparphase keine Garantie. Die Kundengelder fließen in Aktien- oder Rentenfonds und der Wert schwankt je nach Entwicklung an den Börsen. Das Kapitalmarktrisiko trägt also der Sparer, gleichzeitig kann er auch direkt am Aufschwung der Aktienmärkte teilnehmen.
In Schicht drei hat die fondsgebundene Rente gegenüber dem reinen Fondssparplan den Vorteil, dass nur einmal am Ende die Hälfte der Erträge versteuert werden. Bei der direkten Anlage in Fonds fällt dagegen bei jedem Umschichten Abgeltungssteuer an. Ein echtes Plus ergibt sich aber nur, wenn der Kunde den Vertrag dauerhaft durchhält. Er ist also weniger flexibel.
Als neue Entwicklung auf dem deutschen Markt werden die so genannten Variable Annuities kräftig beworben. Dabei handelt es sich meist um fondsgebundene Rentenversicherungen, die auch in der Rentenphase noch in Fonds investieren. Sie leisten Garantien für Mindestrenten, die sie im Gegensatz zu anderen Anlageformen über ein so genanntes Hedging, also die Anlagen in Optionsscheine und andere Finanzprodukte, gewährleisten.
Unsere Einschätzung:
+ höheres Renditepotenzial als bei klassischen Versicherungen
- Verlustrisiko wie bei Aktien und Aktienfonds
+/- als Alternative gegenüber Fondssparplan nur bei hoher Spardisziplin rentabler
Britische Policen (passend für 2 und 3)
Die Policen, die britische Versicherer auf dem deutschen Markt anbieten, unterscheiden sich von den Angeboten der deutschen Konkurrenz. Über viele Jahre waren die so genannten With-Profit-Tarife (dt. "mit Überschussbeteiligung") das typische Produkt auf der Insel. Bei diesen Policen wird kein Garantiezins zugesichert, sondern meist nur der Kapitalerhalt.
Der Kunde erhält aber eine Gewinnbeteiligung am Kapitalanlageerfolg der Versicherungsgesellschaft, die jährlich gutgeschrieben wird und nicht mehr zurückgenommen werden kann. Diese Zuweisungen erfolgen über ein Smoothing-Verfahren (dt. "Glättung"). In Jahren mit guter Entwicklung an den Kapitalmärkten gibt der Versicherer dabei nur einen Teil seiner Überschüsse an die Kunden weiter und behält den anderen Teil zurück, um die negative Entwicklung in schlechten Jahren auffangen zu können.
Im Unterschied zu deutschen Gesellschaften dürfen die britischen Anbieter praktisch vollständig in den Aktienmarkt investieren. Sie haben dadurch die Chance, in Zeiten eines Börsenaufschwungs bessere Renditen zu erwirtschaften. Seien Sie aber vorsichtig, wenn in einem Angebot die Ablaufleistungen britischer Versicherer für vergangene Zeiten ausgewiesen werden. Die hohen Prozentsätze rühren zum Teil auch daher, dass in der Vergangenheit in Großbritannien eine bedeutend höhere Inflation herrschte als in Deutschland.
Unsere Einschätzung:
+ Mischung aus Sicherheit und Teilhabe am Aktienmarkt
- Hochrechnungen alter alter Verträge spiegeln oft nicht verwendbare Zahlen aus Großbritannien wider
Fondssparplan (passend für alle)
Ein Fondssparplan ist ein Sparvertrag, in dem auf Raten ein Vermögen auf ein Wertpapier angehäuft wird. Dabei sucht man sich als Anleger einen Fonds aus, eröffnet ein Depot bei einer Bank und beauftragt diese, regelmäßig Anteile des Fonds zu kaufen. Laufzeit, Renditechancen, Sicherheit und Verfügbarkeit können vom Anleger bestimmt werden. Fonds lassen sich zum einen nach Risikoklassen unterteilen: So gibt es etwa Rentenfonds (niedriges Risiko, niedrige Rendite), Mischfonds (mittleres Risiko) oder Aktienfonds (hohes Risiko, hohe Rendite). Oder sie lassen sich nach Anlageschwerpunkten unterschieden. So gibt es etwa spezielle Rohstofffonds, die in Öl bzw. Edelmetalle investieren.
Wenn Sie Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen (VL) als Arbeitnehmer haben, können sich zwei Fondssparpläne lohnen. Den VL-Anteil Ihres Arbeitgebers (bis zu 40 Euro monatlich) können Sie dazu nutzen, pro Monat Anteile eines Fonds zu kaufen, Anteile eines weiteren Fonds kaufen dann Sie selbst. Eine solche Streuung ist immer sinnvoll, denn wenn Sie etwa einen etwas riskanteren Aktienfonds besparen, der bei Börsenschwankungen rasch in den Keller geht, können Verluste durch einen etwas stabileren Mischfonds z.B. wieder ausgeglichen werden.
Unsere Einschätzung:
+/- Mittleres bis hohes Risiko möglich (Rentenfonds kontra Aktienfonds) ;
für konservative bis risikofreudige Anleger geeignet
+/- Gute Renditen aber auch deutliche Verluste des eingesetzten Kapitals
möglich
- 25% Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge (z.B. bei Fondsanteilsverkauf)
Aktien (passend für 3)
Mit Aktien als börsenfähige Wertpapiere, die den Besitzern Anteile an Unternehmen einräumen, kann man ebenso leicht Gewinne wie Verluste machen. Wer die Altersvorsorge mit Aktien betreibt, sollte immer wieder die Kurse beobachten. Planen Sie schon zu Beginn, wann Sie bei Verlusten wieder aussteigen. Oft ist ein Stop-Loss-Kurs geeignet, um noch rechtzeitig ohne allzu hohe Verluste auszusteigen. Vermeiden Sie auf jeden Fall Angstverkäufe, wenn die Kurse ohnehin schon im Keller sind.
Wichtig bei Aktien: Sie sollten Ihre Altersvorsorge nur zu einem kleinen Teil in Aktien anlegen und es genügen schon etwa zehn Aktien aus unterschiedlichen Branchen, um eine angemessene Streuung zu erreichen. Mit Kennzahlen wie Unternehmensgewinn und -umsatz, Branchenentwicklung und das Kurs-Gewinn-Verhältnis, gleichsam ein „Preis-Leistungs-Verhältnis“, können Anleger die passenden Unternehmen finden, von dem sie Anteile kaufen sollten. Dabei immer wichtig: Man sollte sich als Börsen-Anfänger generell immer auch auf die eigene Nase verlassen, sprich Abstand von solchen Titeln nehmen, die einem gar nichts sagen und mit denen man überhaupt nichts anfangen kann. Sparen Sie mit einem Vergleich der Broker Depotkosten.
Unsere Einschätzung:
+/- für erfahrene und risikofreudige Anleger geeignet
+ hohe Renditen möglich
- Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich
- 25% Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge (z.B. bei Aktienverkauf)
Zertifikate (passend für 3)
Zertifikate sind sie kombinierte Produkte, bestehend aus z.B. Aktien, Anleihen, Termingeschäften, Währungen oder Indizes. Zertifikate gibt es in allen Chancen-/Risikenprofilen. Während Garantiezertifikate ein niedriges Risiko und niedrigere und mittlere Gewinnaussichten versprechen, sind Hebelzertifikate hochspekulativ mit dem Risiko eines Totalverlustes (z.B. Spekulation, dass der Goldpreis innerhalb eines bestimmten Zeitraumes steigt).
Generell sind Zertifikate nur für den erfahrenen Anleger empfehlenswert. Zudem gibt es ein Emittentenrisiko. Auf gut deutsch: Geht die Bank pleite, bei der Anleger das jeweilige Zertifikat erworben haben, greift nicht die Einlagensicherung, die nur bei Sparguthaben greift (Tagesgeld, Festgeld, Girokonten, Sparbuch etc.). Das Geld ist futsch – siehe Lehman Brothers.
Unsere Einschätzung:
- Emittentenrisiko, Pleite des Zertifikate-Auflegers bedeutet Totalverlust
+/- für Risikoeinschätzung ist genaue Kenntnis der Zertifikat-Konstruktion
notwendig
+ sehr hohe Renditen möglich (z.B. bei Hebeln)
- 25% Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge
Gold (passend für 3)
Gold und andere Edelmetalle sind begehrt – gerade in Krisenzeiten. Denn in schwierigen Marktphasen setzen die Anleger auf unvergängliche und vor allem inflationssichere Werte. Gold als „Wertaufbewahrungsmittel“ hebt sich hierbei deutlich von Papierwährungen wie Euro oder US-Dollar ab. Doch das ist nur die eine Seite der (Gold-)Medaille: Der Goldpreis schießt durch die Decke und nichts scheint ihn stoppen zu können, wächst doch die Nachfrage schneller als das Angebot.
Anleger sollten für die Altersvorsorge maximal zehn Prozent in physischem Gold (Barren, Münzen) anlegen. Eine Alternative bzw. Ergänzung sind Gold-Wertpapiere, z.B. Fonds, die direkt in Schürf-Unternehmen investieren. Im Gegensatz zu physischem Gold werfen Gold-Wertpapiere Rendite ab.
Finden Sie im "Fondsfinder" passende Fonds, indem Sie im Suchfeld z.B. "Gold" oder "Mining" eingeben.
Unsere Einschätzung:
+ mittleres Risiko, für sicherheitsbewusste Anleger geeignet
+ inflationssicher
+ beständige Wertanlage ohne „Verfallsdatum“
- wirft keine Rendite ab (außer bei ETCs/ETCs)
- Goldpreis v.a. in Krisenzeiten sehr hoch
- Aufbewahrungskosten im Tresor
Tagesgeld und Festgeld (passend für 3)
Mit Tagesgeldkonten bleiben Sie liquide und können Geld kurz- bzw. mittelfristig parken. Für manche Sparer sind diese Anlagen eine unaufwändige und unkomplizierte Alternative zur Altersvorsorge mit Versicherungen und Wertpapieren. Mit einem Tagesgeldkonto können Sie jederzeit auf Veränderungen reagieren. Sollten Sie schnell mal Geld brauchen, haben sie sofort Zugriff auf Ihr Tagesgeldkonto. Die Zinsgutschrift erfolgt genau für den Anlagezeitraum. Außerdem können Sie jederzeit Ihr Kapital umschichten.
Clevere Sparer haben daher sogar mehrere Tagesgeldkonten und können so das jeweils zinsstärkste für ihr Geld wählen. Tipp: Bei Beträgen von mehreren Tausenden Euro lohnt sich ein "Konto-Hopping" erst richtig. Sichern Sie sich auf jeden Fall mit einem Vergleich nur Tagesgeld mit hoher Rendite. Beim Festgeldkonto legen Sie für einen bestimmten Zeitraum an. Der Zins bleibt während der gesamten Anlagedauer gleich. Beim Tagesgeld passt sich der Zins der Marktentwicklung an. Der Vorteil für Sie ist, dass Sie beim Tagesgeld profitieren, wenn das Zinsniveau wieder steigt.
Das ist v.a. dann der Fall wenn bei einer Inflation die Zentralbanken die Leitzinsen erhöhen, worauf die Banken ihrerseits mit Zinserhöhungen reagieren. Allerdings bekommen Sie weniger Zinsen auf Ihr Tagesgeldkonto, wenn das Zinsniveau absinkt. Bei konstantem Zinsniveau liegt die Rendite beim Festgeld über der eines Tagesgeldes.
Sollten Sie Ihr Geld langfristig ohne Zinsschwankungen anlegen wollen, ist es ratsam, ein Festgeldkonto zu wählen. Legen Sie jedoch nur die Summe fest, bei
der Sie sich sicher sind, dass Sie sie im Anlagezeitraum nicht benötigen. Welche Bank bei welcher Anlagedauer die höchsten Zinsen bietet, sehen Sie in einem Festgeld-Vergleich.
Unsere Einschätzung:
+ beide Anlagen mit sehr geringem Risiko, da durch Einlagensicherung geschützt
+ geringer Aufwand
+ Tagesgeld-Anlage sehr flexibel und inflationssicher
- bei Tagesgeld kann Rendite stark schwanken
- bei Festgeld mangelnde Flexibilität
Bundesschatzbriefe und Finanzierungsschätze
Mehr Sicherheit geht kaum. Beide Anlageformen gehören zu den Bundeswertpapieren, für Ihr Geld steht also die Bundesrepublik mit dem Steueraufkommen gerade. Bundesschatzpapiere gibt es mit sechsjähriger Laufzeit und jährlicher Zinsausschüttung (Typ A) oder für sieben Jahre mit Zinsansammlung (Typ B). Der Zinssatz steigt dabei – derzeit von 0,5 Prozent im
ersten Jahr auf 4,5 Prozent im sechsten Jahr. Sie kommen aber auch zuvor an Ihr Geld.
Finanzierungsschätze gibt es mit einer Laufzeit von einem oder zwei Jahren und sie sind während der Laufzeit unkündbar. Bedenken Sie bei der Anlage in Bundeswertpapiere: Besonders gute Schuldner zahlen geringe Zinsen. Wenn Sie Ihr Geld dem Staat leihen, bekommen Sie dafür weniger als für eine Anlage bei der Bank.
Unsere Einschätzung:
+ besonders hohe Sicherheit
- niedrige Zinsen, oft kaum über Inflationsniveau
Von Christian Minaty/Toralf Richter ; Foto: fotolia


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