Gesetzliche Krankenversicherung
Gesundheitsreform - Die Wahltarife im Überblick
Die Krankenkassen werben verstärkt für ihre Wahltarife und versprechen Vorteile für den Kunden. Informieren Sie sich jetzt über Pro und Contra der Tarifmodelle.
Prinzipiell gilt: Vor übereilten Abschlüssen von Wahltarifen ist derzeit abzuraten, da Sie sich sehr lange an Ihre Kasse binden und nur noch in Ausnahmefällen wechseln können.

Wer Geld sparen will, sollte daher zuerst mit einem Krankenkassenvergleich sein Sparpotenzial prüfen.
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Auch eine private Krankenzusatz-Versicherung kann in vielen Fällen günstiger sein als der Abschluss eines Wahltarifs. Neben günstigeren Angeboten erhalten Sie hier auch oftmals ein breiteres Leistungsspektrum.
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Die Wahltarife
Die Integrierte Versorgung Der Selbstbehalttarif
Der Hausarzttarif Der Kostenerstattungstarif
Die Chroniker-Programme Alternative Therapieformen
Die Integrierte Versorgung – Der vorgezeichnete Heilungsweg
Im Krankheitsfall legt Ihre Krankenkasse den Therapieweg fest: Die Wahl des Krankenhauses, in dem Sie behandelt werden, eine mögliche Kur, Ihre Reha-Maßnahmen und evtl. eine Psychotherapie.
Nehmen Sie an einer solchen Integrierten Versorgung teil, senkt Ihre Kasse z.B. Ihren Beitrag oder erstattet Ihnen einen Teil der Kosten, da u.a. teure Doppeluntersuchungen vermieden werden können.

Geeignet für: chronisch kranke Menschen
Bindungsfrist: drei Jahre
Der Hausarzttarif – Ihr Arzt als Partner
Nehmen Sie an solch einem Modell teil, wird Ihr Hausarzt zu Ihrem festen „Partner“: Sie gehen zunächst zu ihm, er überweist Sie bei Bedarf an einen Facharzt, behält jedoch stets den Überblick über die gesamte Behandlung.
Mit Ihrem Hausarzt zusammen erörtern Sie dann in regelmäßigen Abständen die Situation und das weitere Vorgehen. So sollen zum Beispiel teure Doppeluntersuchungen vermieden werden.

Geeignet für: Personen, die häufig fachärztliche Behandlungen in Anspruch nehmen
Bindungsfrist: 12 Monate
Chroniker-Programme – Bessere Versorgung durch gezielte Maßnahmen
Durch so genannte strukturierte Behandlungsprogramme (Disease Management Programme, DMP) soll die Versorgung chronisch kranker Menschen verbessert werden. Erkrankte nehmen an Kontrolluntersuchungen und Schulungsprogrammen teil und bekommen mitunter die Praxisgebühr erlassen.

Bindungsfrist: keine
Der Selbstbehalttarif – Sie übernehmen einen Teil der Kosten
Sie können sich verpflichten, Behandlungskosten bis zu einer bestimmten Höhe selbst zu übernehmen. Im Gegenzug senkt Ihre Kasse Ihren Beitrag. Der Selbstbehalttarif ist für junge Menschen ohne gesundheitliches Risiko interessant. Ältere Menschen, die häufig zum Arzt gehen, werden keinen Vorteil haben.

Geeignet für: gesunde Menschen, die selten zum Arzt gehen
Bindungsfrist: drei Jahre, bei einem maximalen Selbstbehalt von 600 Euro im Jahr
Kostenerstattungstarif – Privilegien genießen
Dieser Tarif ermöglicht es Ihnen, auch Leistungen in Anspruch zu nehmen, die nicht vom Katalog Ihrer Kasse abgedeckt werden.
Sie übernehmen als gesetzlich Versicherter die kompletten Kosten für Ihre Behandlung, Ihr Geld geht also direkt an den Arzt. Die Rechnung reichen Sie bei Ihrer Kasse ein, welche die Kosten dann erstattet.
Beachten Sie: Beim Kostenerstattungstarif zahlen Sie automatisch einen höheren Beitrag in Form einer zusätzlichen Prämie. Bei diesem Tarif haben Sie also keinen geldwerten, sondern einen Leistungsvorteil. Auch müssen Sie einkalkulieren, dass Ihre Kasse nicht zwangsläufig alle anfallenden Kosten decken muss.

Geeignet für: Personen, die Leistungen über dem Niveau der gesetzlichen Kassen in Anspruch nehmen und dies auch bezahlen wollen
Bindungsfrist: drei Jahre
Alternative Therapieformen – Wege abseits der Schulmedizin
Diese Tarife beziehen sich zum Beispiel auf die Nutzung homöopathischer Arzneimittel. Gegen Zahlung einer zusätzlichen Prämie wollen einige Krankenkassen Leistungen im Bereich dieser alternativen Heilverfahren anbieten. Patienten bekommen so teilweise die Kosten eines Naturheilkundeverfahrens beim Heilpraktiker ersetzt.

Geeignet für: Personen, die alternative Behandlungsmethoden bevorzugen
Unser Tipp:
In der momentanen Situation sollten Sie abwarten, da viele Wahltarifkonzepte noch nicht am Markt sind und der Kunde sich bei einem Abschluss sehr lange an seine Kasse binden muss. Ein Kassenwechsel ist dann nur in Härtefällen möglich. Kommt es zu einer Beitragserhöhung, sind Sie weiterhin an Ihre Kasse gebunden.

Weiterhin ist die Finanzierung der Wahltarife nicht durch die Versicherungsgemeinschaft gesichert. Jeder Wahltarif muss sich selbst rechnen. Kommt es zu Fehlkalkulationen Ihrer Kasse bei einem bestimmten Wahltarif, kann nachträglich Ihr Selbstbehalt erhöht oder Ihre Prämie gekürzt werden.

Wer Geld sparen will, ist derzeit also mit einem Krankenkassenvergleich definitiv besser beraten. Alternativ bietet sich auch der Abschluss einer privaten Krankenzusatz-Versicherung an.


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Stand: 11. Juni 2007
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