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Am Goldautomaten schürfen

Veröffentlicht am 01. August 2011

Am Goldautomaten schürfen

Die Euro-Krise und eine steigende Inflation in Deutschland: Hätte Martina Pander momentan Geld übrig, sie würde es in Gold anlegen. “Wenn etwas sicher ist, dann ja wohl Gold”, ist die 21-Jährige aus Reutlingen überzeugt. Sie blickt auf einen mannshohen Goldautomaten, der in einer Einkaufspassage in ihrer Heimatstadt steht. 20 solcher Automaten hat die Reutlinger Firma TG Gold-Super-Markt während der vergangenen Monate im In- und Ausland aufgestellt.

Ähnlich wie bei einem Cola-Automaten können die Kunden nach der Bezahlung einfach die Ware aus dem Gerät ziehen. Zur Auswahl stehen unter anderem Goldbarren zu je einem, fünf und zehn Gramm. Gezahlt werden kann mit Bargeld und mit EC-Karte. Anschließend wird das Gold in kleinen Metallkästchen ausgeworfen. Damit Preisschwankungen an die Kunden weitergegeben werden können, sind die Automaten mit dem Frankfurter Goldmarkt verbunden. Dort kostet eine Feinunze, also 31 Gramm, derzeit mehr als 1.600 Dollar.

Gold im kleinen Metallkästchen

Die stark gesicherten Geräte aus Schwaben stehen unter anderem bei Juwelieren, auf dem Flughafen in Frankfurt, in Las Vegas und in Dubai. Die Automaten seien ein gutes Geschäft, sagt der Vorstandschef des verantwortlichen Unternehmens TG Gold-Super-Markt, Thomas Geissler. “Interessanterweise steht der am meisten frequentierte Automat in Nürnberg. In der zurückliegenden Vorweihnachtszeit wurden dort einige 100.000 Euro monatlich umgesetzt”, berichtet der 50 Jahre alte Geschäftsmann.

Über die Gewinnspanne möchte er nicht sprechen. Doch das Vertrauen in die Geschäftsidee sei so groß, dass noch 2011 weitere 50 solcher Automaten im deutschsprachigen Raum aufgestellt werden sollen, kündigt Geissler an.

Hersteller profitiert von Vertrauensverlust in Finanzmärkte

Was das Geschäft mit Gold lohnenswert macht, ist täglich in den Zeitungen zu lesen. “Es gibt einen weltweit wachsenden Vertrauensverlust gegenüber der Politik und den Finanzmärkten”, sagt Geissler. Niemand wisse heute, wie sich etwa die enorme Schuldenlast der USA auf die Weltwirtschaft auswirken werde. Daher sei ein Mitbringsel aus Gold auch ein kleines Stück Sicherheit.

Wirtschaftsexperten erwarten, dass die Nachfrage auf dem Goldmarkt weiterhin hoch bleibt. “Gerade während vermeintlicher Krisenzeiten greifen Investoren auf Gold zurück, was in der Vergangenheit ein beständiges Auf und Ab des Goldpreises mit sich gebracht hat”, sagt Michael Lewis, Ökonom bei der Deutschen Bank.

Gold wird im großen Stil gekauft

So sei der Preis für Gold etwa in den 1990er Jahren stark gefallen. Nachdem der Kommunismus zusammengebrochen sei, habe die Krisenwährung aus Sicht von Investoren an Attraktivität verloren. Seit einigen Jahren steige der Goldpreis jedoch wieder, was auch das Geschäft an den Automaten antreiben könnte: “Vor dem Hintergrund der vielen Unsicherheiten an den Finanzmärkten ist davon auszugehen, dass Gold zunächst weiterhin im großen Stil gekauft wird”, sagt Lewis. Daher glaubt auch Geissler, dass die Goldautomaten aus Schwaben künftig stärker in Anspruch genommen werden.

dapd

Foto: Elvira Schäfer (fotolia.com)

1 Kommentar zu “Am Goldautomaten schürfen”

  1. Basiglio sagt:

    Auf den ersten Blick eine schöne Sache. Vor dem Gang zum Goldautomat empfehle ich jedem Interessenten, sich intensiv über die Gold-Online Preise sachkundig zu machen.
    Der Goldpreis am Automaten wird von Hr. Geissler und seinem team streng geheim gehalten. Die Ueberraschung kommt dann beim Besuch am Automaten. Dort werden z.t. exorbitant hoehere Preise gefordert.
    Auf diese Diskrepanz angesprochen informiert Hr geissler, dass niemand gezwungen fuer diese Preise zu am Automaten einzukaufen. Na denn…


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