Ampelcheck der Verbraucherschützer (vorerst) weg

Veröffentlicht am 17. August 2009

Orientierung im Dickicht der Finanzprodukte sollte der “Ampelcheck Geldanlage” der Verbraucherzentrale Hamburg schaffen. In ihrer gleichnamigen Broschüre versahen die Verbraucherschützer alle Altersvorsorge-Produkte mit einer Kennzeichnung von Grün für “Empfehlenswert oder unbedenklich” über Gelb bis zu Rot für “Achtung – Gefahr”.  (siehe Finanztipps: “Ampelcheck Geldanlage” – Verbraucherzentrale Hamburg zeigt Riester und Rürup die rote Karte)

Jetzt stellte das Berliner Landgericht die Ampel für die Veröffentlichung erst einmal auf Rot. Sie darf nicht weiter verbreitet werden, weil die Richter einige darin enthaltene Behauptungen untersagten. Das ist der Tenor einer einstweiligen Verfügung, die die Debeka angestrengt hatte.

“Wir mussten – auch im Interesse unserer Versicherten, Mitarbeiter und  Interessenten – gegen die Broschüre der Verbraucherzentrale Hamburg vorgehen, da sie Versicherungsprodukte einseitig diskreditiert und eine Vielzahl fehlerhafter Informationen enthält, die die Verbraucher in die Irre führen, statt ihnen eine vernünftige Orientierung bei ihrer Altersvorsorge zu bieten”, erklärte Uwe Laue, Vorstandsvorsitzender der Debeka Lebensversicherung.

Wie der Versicherer zu der Gerichtsentscheidung mitteilte, darf die Verbraucherzentrale Hamburg nicht länger behaupten, Kapitallebens- und private Rentenversicherungen sowie Rürup-Basis-Renten als Rentenversicherungsverträge seien nicht für die Altersvorsorge geeignet. Ferner wird ihr die Behauptung untersagt, diese Verträge böten eine geringere Sicherheit als etwa Aktienfonds, Zertifikate, Immobilien, Antiquitäten oder Briefmarken.

Die Versicherungsbranche hatte geschäumt, als die Hamburger Verbraucherschützer ihre Broschüre vorgestellt hatten. In seltener Deutlichkeit kommt darin deren Abneigung gegen Versicherungen zum Ausdruck.

Dem missionarischen Eifer auf ihrem Kreuzzug gegen die Assekuranz setzt das Berliner Gericht nun Grenzen. Es bleibt anzuerkennen, dass es bei der Altersvorsorge keine einfachen Erklärungen gibt. Eine Ampelkennzeichnung hilft nicht. Andererseits ist eine einstweilige Verfügung noch lange kein Urteil. Das könnte ganz anders lauten. Wer also am Ende lange Gesichter zieht, bleibt abzuwarten.

tr

3 Kommentare zu “Ampelcheck der Verbraucherschützer (vorerst) weg”

  1. Hans-Joachim Schirmer sagt:

    Ich habe soviel Schlechtes mit Versicherungen erlebt, daß ich auf deren Schönfärbereien nicht mehr hereinfalle. Mein Mathematik-Dozent (Studium) sagte einmal: “früher gab es Piraten heute gibt es Versicherungen.

  2. Günther Wegener sagt:

    Ich bin der gleichen Meinung wie Sie. Lebensversicherungen lohnen sich schon. Es kommt immer darauf an, bei welchem Unternehmen so eine Versicherung abgeschlossen wird. Da sollte man auch die Testzeitschriften bemühen. Meine Erfahrungen waren sehr günstig. Die Rendite meiner LV war ausgezeichnet. Deshalb unterstütze ich die Klage seitens der DEBEKA.

  3. Jäkel sagt:

    Die Hamburger haben völlig recht!!!!


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