Berufsunfähigkeit: Die eigene Arbeitskraft richtig absichern

Veröffentlicht am 10. März 2008

Die Berufsunfähigkeitsversicherung gehört zu den elementaren Absicherungen, denn die Arbeitskraft ist in der Regel das wertvollste Gut, was man versichern kann. Entsprechend sorgfältig sollte der Schutz ausgewählt sein.

Dabei stellt sich die wichtige Frage, wer den Schutz überhaupt benötigt. Meist sehen Menschen mit Schreibtisch-Jobs nicht die Notwendigkeit, sich gegen Berufsunfähigkeit zu versichern. Allerdings können nicht nur körperlich arbeitende Menschen durch Krankheiten daran gehindert werden, ihren Job weiter auszuüben.

Auch Büroangestellte und alle anderen Berufsgruppen können psychisch krank werden, Krebs bekommen oder durch eine Krankheit gehindert werden, einen geregelten Tagesablauf zu führen.

Ein Muss für jeden

Deshalb ist der Schutz gegen Berufsunfähigkeit ein “Jedermann-Schutz”. Zudem stellt sich die Frage, wann die Versicherung abgeschlossen werden sollte. Viele Menschen schieben die Absicherung gegen Berufsunfähigkeit raus. Denn der Schutz ist teuer und in jungen Jahren, wenn zum ersten Mal Geld verdient wird, stehen andere Dinge auf der Liste der Ausgaben ganz oben.

Allerdings ist Berufsunfähigkeit keine Frage des Alters. Auch mit Ende 20 kann man berufsunfähig werden und hat dann gar keinen Schutz. Dazu kommt, dass der Schutz spätestens nach dem 40. Geburtstag schwer zu bekommen ist – vor allem, wenn dann die ersten Vorerkrankungen und körperlichen Probleme angegeben werden müssen. Und außerdem ist es schlichtweg günstiger, wenn der Vertrag möglichst früh abgeschlossen wird. Denn Früheinsteiger starten mit günstigen Tarifen, die nur langsam ansteigen. Spätstarter hingegen müssen für den vergleichbaren Zeitraum deutlich mehr zahlen.

Korrekte Angaben machen

Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, muss bestimmte Vorerkrankungen und Gesundheitsbeeinträchtigungen angeben. Die falsche Angabe von Vorerkrankungen oder das Verschweigen gesundheitlicher Probleme ist einer der häufigsten Gründe für Streitigkeiten zwischen Versicherung und Versichertem. Das neue Versicherungsvertragsgesetz sieht vor, dass Versicherungen detaillierter nach Vorerkrankungen fragen müssen und selbst darlegen müssen, warum die Vorerkrankungen gefahrerheblich sind.

Allerdings sollte das niemanden dazu verleiten, beim Antrag Vorerkrankungen zu beschönigen oder unter den Tisch fallen zu lassen. Ein solcher Schutz steht auf wackeligen Beinen und droht im Ernstfall zu einem Desaster zu werden, wenn die Versicherung nicht zahlt. Man sollte selbst alle Vorerkrankungen zusammentragen und den Haus- oder Facharzt um Auskunft bitten. Die Devise lautet hier, lieber ein hundertprozentiger Schutz mit zehn Prozent Aufschlag als gar kein Schutz zum regulären Preis.

Schwierig wird es bei schweren Vorerkrankungen. Wer mit einer Vorerkrankung geschlagen ist, kann mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass ein Berufsunfähigkeitsschutz schwer zu erhalten ist. Deshalb sollte man möglichst viele Anträge parallel stellen, um nicht nach einer Ablehnung von anderen Versicherern automatisch abgelehnt zu werden. Denn die Ablehnungen durch einen anderen Versicherer müssen in jedem Antrag angegeben werden.

Teilabsicherung über andere Verträge

Wenn trotzdem kein Vertrag zustande kommt, hilft nur eine Absicherung von Teilrisiken über andere Verträge. So sichern Erwerbsunfähigkeitspolicen und auch private Pflegeversicherungen das Risiko einer schweren Krankheit ab, die gar keine Berufstätigkeit mehr zulässt. Unfallversicherungen helfen dabei, das Risiko einer Berufsunfähigkeit durch einen Unfall abzusichern und Dread-Disease-Policen sichern das Risiko ab, bei einer schweren Krankheit beruflich ins Hintertreffen zu geraten.

Daneben gibt es Grundfähigkeitsversicherungen, die den Verlust bestimmter Fähigkeiten, wie beispielsweise der Sehkraft, kompensieren. Alle diese Policen können allerdings eine Berufsunfähigkeitsversicherung nur bedingt und auch nur in Ausnahmefällen ersetzen.

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(Quelle: ddp)

4 Kommentare zu “Berufsunfähigkeit: Die eigene Arbeitskraft richtig absichern”


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