Deutsche Berufsunfähigkeitsversicherungen (BU) werden zunehmend kundenfreundlicher. Das ergab das jüngste Rating des Analysehauses Morgen & Morgen (MM). Von insgesamt 364 untersuchten Tarifen erzielten im M&M-Gesamtrating 128 Tarife die Höchstbewertung von fünf Sternen – leicht mehr als im letzten Jahr, hier waren es 115. Fast 20 Prozent der BU-Versicherer zeigten sich zudem äußerst kompetent und erzielten die Bestbewertung im M&M-Teilrating BU-Kompetenz sowie gute Bewertungen in den BU-Tests.
Damit bewiesen sie ihre Kundenorientierung hinsichtlich des Antragsprozederes (AkzeptTest), der Bestandsführung (BasisTest), der juristischen Auseinandersetzungen (JurisTest) und des Handlings im Leistungsfall (AkutTest) sowie ihre BU-Erfahrung (EmpirieTest). “Bis auf wenige Ausreißer ein sehr erfreuliches Ergebnis – sowohl für die Kunden als auch für die gebeutelte Branche”, konstatiert Dr. Martin Zsohar, Geschäftsführer Product Technology.
Risiko, einen Beruf nicht mehr ausüben zu können, höher als angenommen
Das Risiko, wegen Krankheit einen erlernten Beruf nicht mehr ausüben zu können, ist derweil höher als bislang angenommen. Das Nachrichtenmagazin “Focus” berichtete, Versicherungsmathematiker der Deutschen Aktuarvereinigung hätten prognostiziert, 43 Prozent der heute 20-Jährigen würden bis zum Rentenbeginn mit 65 Jahren berufsunfähig. Unter den heute 50-Jährigen treffe dieses Schicksal noch jeden Dritten.
Frauen seien der Studie zufolge weniger gefährdet, weil sie seltener in hochriskanten Berufen arbeiten, schrieb das Blatt. Häufigste Ursache für den erzwungenen Ausstieg aus dem Beruf seien mit einem Drittel seelische Erkrankungen wie Depressionen, gefolgt von organischen Krankheiten und Unfällen.
Für ab 1961 Geborene ist die gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente gestrichen worden. Sie erhalten bei Berufsunfähigkeit eine Erwerbsminderungsrente, die dem Blatt zufolge im Schnitt zwischen 660 und 760 Euro liegt. Lediglich zehn Prozent der Deutschen ab 14 Jahren hätten sich privat gegen Berufsunfähigkeit abgesichert. Der HDI Gerling zufolge sind es allerdings rund 40 Prozent der Bundesbürger, die eine BU haben.
ddp/min

Dass die Berufsunfähigkeitsversicherungen insgesamt kundenfreundlicher geworden sind, ist sehr erfreulich.
Dies ist allerdings, wie im unteren Teil gut beschrieben, auch bitter nötig. Denn viele Versicherungsnehmer kennen die Konditionen und genauen Regelungen ihrer abgeschlossen Berufsunfähigkeitsversicherung nicht richtig. Sie werden Berufsunfähig und merken erst dann, dass ihre Versicherung das Recht hat ihnen einfach einen neuen Arbeitsplatz zuzuteilen, in dem die Krankheit nicht an der Arbeit hindert. Auch wissen viele nicht, dass sie erst dann von der Versicherung bezahlt werden, wenn sie mindestens 6 Monate lang nur bis zu 50% ihre Arbeit ausführen können.
Die aufrichtige und individuell komplette Beratung ist also gerade in diesem Versicherungszweig unglaublich wichtig und muss noch weiter ausgebaut werden.