So fließt die “Beton-Rente” richtig

22. Oktober 2008

Nach der Pensionierung monatlich eine tolle Zusatzrente zu bekommen, klingt verlockend. Mit den Mieteinnahmen einer eigenen Immobilie kann so der ein oder andere zusätzliche Wunsch erfüllt werden.

Zusätzlich mag die Gewissheit beruhigend wirken, mit der «Beton-Rente» nicht nur seinen Partner, sondern auch die Kinder solide und sicher versorgt zu haben. Wer eine Immobilie als Geldanlage ins Auge fasst, sollte jedoch eines immer beherzigen: Entscheidend für den Anlageerfolg und die Rendite ist stets die Immobilie selbst.

Steuervorteile, besondere Konditionen bei der Finanzierung bestimmter Objekte und andere Verkaufshilfen sind als «Sahnehäubchen» zwar sehr schön, sie sollten aber nicht das entscheidende Kriterium beim Erwerb sein. Denn steuerliche Anreize und andere finanzielle Erleichterungen können irgendwann wegfallen. Die Immobilie muss dann aber als Geldanlage immer noch attraktiv sein.

Rendite ohne Steuererleichterungen berechnen

Zudem empfiehlt es sich, die Rendite stets ohne externe Faktoren wie Steuererleichterungen oder Fördermittel selbst zu berechnen. Dafür wird die Jahres-Kaltmiete ohne Betriebskosten durch den Anschaffungspreis inklusive aller Nebenkosten geteilt und das Ergebnis mit dem Betrag 100 multipliziert. Bei 4800 Euro Kaltmiete und 100.000 Euro Anschaffungskosten liegt die Rendite also bei 4,8 Prozent. Die ermittelte Rendite ermöglicht den Vergleich mit anderen Geldanlagen.

Wer eine Immobilie von einem professionellen Vermarkter, einem Projektbetreiber oder über einen Makler kauft, sollte zudem stets gerüstet in die Verhandlungen gehen. Denn gegenüber sitzen in der Regel knallharte Profis, die selbst auf eine gute Rendite aus sind. Wie bei jeder anderen Geldanlage steht und fällt auch bei Immobilien die mögliche Rendite und Sicherheit mit dem Wissen um die Chancen und Risiken.

Deshalb sollte man nicht nur alles über die Immobilie in Erfahrung bringen, beispielsweise durch Gutachten. Gleichsam ist es wichtig, sich auch über das aktuelle Wohnumfeld, die Nachbarn und die Aussichten der Immobilie, die sich unter anderem aus Bebauungsplänen ergeben können, zu informieren.

Vermieter müssen sich in den Mieter hineinversetzen

Nur mit fundiertem Wissen wird man vom Kunden zu einem ernst zu nehmenden Verhandlungspartner. Eine langfristige und «lückenlose» Vermietung ohne Einnahmeausfälle durch Mieterwechsel wird am ehesten mit einer Wohnung erzielt werden können, die tatsächlich Mieterträume wahr werden lässt. Dazu zählen eine hochwertige Ausstattung oder ein hoher Wohnwert durch eine Top-Lage oder einen tollen Süd-Balkon mit hohem Freizeitwert. Ebenso wichtig für potenzielle Mieter ist aber auch die Erreichbarkeit öffentlicher Nahverkehrsmittel oder ein Stellplatz in der Tiefgarage, wenn die Parkplatzsituation eng ist.

Wichtig ist, sich in die Lage der Mieter zu versetzen, um so zu erahnen, welche Wünsche diese an die Immobilie stellen könnten. In einer Familienwohnung sind andere Faktoren entscheidend als in einer Single-Wohnung im Uni-Viertel. Es ist ratsam, darüber nachzudenken, wer in die Immobilie einziehen könnte – und sich dann zu fragen, ob die ins Auge gefasste Immobilie auf diese Zielgruppe auch tatsächlich zugeschnitten ist. Wichtig für alle Überlegungen: Eine Immobilie ist eine Möglichkeit, Geld zu sparen.

Daneben gibt es Dutzende andere Möglichkeiten, ein Vermögen aufzubauen. Denn kommt die Überlegung auf, sich eine Immobilie als Vorsorge oder als Sparmodell anzuschaffen, werden die Alternativen häufig ausgeblendet.

Mitunter werden aber auch Äpfel mit Birnen verglichen – denn die erwartete Rendite einer vermieteten Immobilie lässt sich natürlich nicht mit der eines spekulativen Aktienfonds vergleichen. Deshalb sollten die Vor- und Nachteile anderer Anlageformen mit denen einer Immobilie verglichen werden, bevor die Wahl auf eine Immobilie als Anlageform fällt.

(Quelle: ddp)

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