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Boni: Die Gier der anderen

Veröffentlicht am 10. März 2010

220 Milliarden Dollar haben die großen amerikanischen und europäischen Banken 2009 an Gehältern und Boni gezahlt, das meldet das zum Verlagshaus Dow Jones gehörende Nachrichtenportal “Financial News”. 12 Milliarden Euro verdienten allein die 32.500 Mitarbeiter von Goldman Sachs. War ein großer Teil davon, nämlich die Boni, am Ende für die Katz?

“Die seit Jahren proklamierte Notwendigkeit von Manager-Boni im Finanzsektor ist ein Mythos”, sagt David De Cremer, Professor für Verhaltenswissenschaften und Wirtschaftsethik an der Erasmus-Universität Rotterdam. Im Rahmen einer Studie befragte er Topmanager nach der Bedeutung von zusätzlichen Vergütungen für ihr Engagement und ihren Arbeitseinsatz. Gleichzeitig sollten sie die Bedeutung für ihre Kollegen einschätzen. Die Ergebnisse sind deutlich: Alle befragten Topmanager glaubten, dass Boni für ihre Kollegen wichtiger seien, als für sich selbst. Gierig sind also immer die anderen. Gleichzeitig waren sie überzeugt, dass solche Gehaltsaufbesserungen geeignet sind, um Top-Nachwuchskräfte zu rekrutieren.

Unangreifbar sind die Ergebnisse sicher nicht. Schließlich befragte De Cremer nur 15 Manager. Sie stammen alle aus den Niederlanden. Ob ihre Aussagen sich nahtlos auf die Verhältnisse in der Londoner City oder an der New Yorker Wallstreet übertragen lassen, bleibt zu fragen.

Bezeichnend ist die Anwort auf die abschließende Frage: Da wollte der Forscher wissen, welche Art von Bank die Manager selbst als Kunde wählen würden – eine auf Eigeninteresse und Gewinnstreben ausgerichtete oder eine, bei der das Interesse der Sparer oberste Priorität hat. Alle wählten die zweite Variante.

tr

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