Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, schließt einem Medienbericht zufolge eine weitere Reduzierung des Leitzinses in der Eurozone nicht aus. «Ich habe klar gesagt, dass wir ihn erneut senken könnten», sagte Trichet in einem Interview mit dem «Wall Street Journal» (Montagausgabe). Der Einlagenzins befinde sich aber mit einem Satz von 0,50 Prozent bereits auf einem «sehr, sehr niedrigen» Niveau, fügte Trichet hinzu.
Das laufende Jahr wird Trichet zufolge ein sehr schwieriges Jahr. «Wir sind immer noch in einer Situation, in welcher der Trend nach unten zeigt», sagte der EZB-Präsident. Für das kommende Jahr erwarte er aber eine allmähliche Erholung, die auf die Reaktionen der Fiskal- und Geldpolitik sowie auf die Stärkung der Kaufkraft, die aus dem Rückgang der Rohstoffpreise resultiere, zurückzuführen sei.
Die EZB hat ihren Leitzins seit Oktober 2008 um insgesamt 275 Basispunkte auf derzeit 1,50 Prozent gesenkt. Mehrere EZB-Vertreter, darunter auch Bundesbankpräsident und EZB-Ratsmitglied Axel Weber, haben bereits ihre Bereitschaft zu weiteren Zinssenkungen signalisiert.
Wie die Erfahrung zeigt, geben Banken gesunkene Leitzinsen nur leicht verzögert an Tagesgeld-Kunden weiter. Wer sein Geld stattdessen für ein Jahr festlegen möchte, erhält akuell bei den besten Festgeld-Angeboten im Vergleich noch über 3,5 Prozent.
ddp/tr

Ich hab ein Tagesgeldkonto bei der Bank of Scotland. Da lässt mich diese Meldung relativ kalt. Bekomme aktuell 4,5 % Zinsen auf mein Tagesgeld und egal wie der Leitzins der EZB ausfällt, der Zinssatz auf mein Tagesgeld bleibt höher.