Der Hamburger Makler Aon Jauch & Hübener bietet auch hierzulande eine Versicherung gegen die Schweinegrippe an. Vor allem Unternehmen soll die Police gegen virus-bedingte Mitarbeiterausfälle bzw. Produktionsschwierigkeiten schmackhaft gemacht werden. “Einen 100 %-igen Schutz vor Infektion kann keiner geben, aber man kann die Folgen durch spezielle Versicherungslösungen und intelligente Business-Continuity-Pläne abfedern”, so Dr. Hans-Jörg Paatz, Leiter Risk Control & Engineering bei Aon.
Die größten Vorteile von Versicherungen seien beispielsweise die Sicherung der Liquidität und ein Ausgleich von nicht-physischen Schäden (insbesondere Ausfallschäden oder Mehrkosten) im Ernstfall sowie ein erheblicher Wettbewerbsvorsprung, weil ungeschützte Unternehmen im Krisenfall erst einmal mit sich selbst zu kämpfen haben. Die Police deckt laut “Financial Times Deutschland” die Gehälter der Angestellten, Fixkosten des Betriebs und Sonderausgaben für Entseuchungsmaßnahmen sowie zusätzliches Personal ab, das nötig sein könnte, um nach dem Ende der Quarantäne wieder schnell durchstarten zu können.
Die Balance ist entscheidend, weiß Frederik C. Köncke, Leiter Aon Crisis Management Deutschland: “Unternehmen sollten sich die Frage stellen: Wie lange kann ein Teil meines Unternehmens ausfallen, ohne die gesamte Firmenexistenz zu gefährden?”
Versicherer schließen normalerweise Pandemien in Policen aus
Gerade durch Trainings und regelmäßige praktische Übungen eines Business-Continuity-Plans könne man dafür sorgen, dass die Mitarbeiter schneller und richtiger reagieren und wissen, was zu tun sei, so Köncke.
Die weit reichenden Auswirkungen einer Pandemie zeigen sich in Mexiko, wo eine ganze Reihe von Großveranstaltungen abgesagt worden war. So hat z. B. die FIFA ein Beach Soccer Turnier auf einen späteren Zeitpunkt verschoben und der Motorsport A1 Grand Prix wurde vollständig abgesagt. In der Ukraine wurden Schulen geschlossen.
Wenn sich die Situation in Europa verschlimmert, dann müsste die Versicherungswirtschaft im Bereich der Veranstaltungsausfallversicherungen mit hohen Schäden rechnen. Übertragbare Krankheiten, Seuchen, Epidemien und Pandemien sind zwar seit der SARS-Ausbreitung 2003 grundsätzlich ein Standardausschluss bei diesen Policen. “Es gab aber besondere Umstände, in denen solche Ausschlüsse verhandelbar und gegen eine Mehrprämie streichbar gewesen sind. Diese Haltung der Versicherer hat sich allerdings mit Bekanntwerden der Schweinegrippe geändert”, sagt Kai Bockelmann, der im Bereich Veranstaltungsausfallversicherungen bei Aon tätig ist. “Jetzt bestehen die Versicherer bei neuen Verträgen kategorisch auf diese Ausschlüsse”, so Bockelmann weiter.
