Die Finanzkrise schlägt weiterhin hohe Wellen. Wir haben Experten um eine Einschätzung gebeten. In Teil 5 unserer Serie fragten wir Prof. Dr. Stefan Homburg vom Institut für Öffentliche Finanzen an der Uni Hannover, der als ausgewiesener Kenner der Makroökonomie gilt. Für ihn ist klar: Konjunkturpakete bringen alles, nur keine Konjunktur.
Aspect Online: Sie haben kürzlich in einem Artikel geschrieben, dass das Konjunkturpaket der Bundesregierung makroökonomisch wirkungslos sei: Was ist an Maßnahmen wie der Abwrackprämie so verkehrt, wenn dies den Konsum merklich ankurbelt?
Prof. Homburg: Punktuelle Begünstigungen kurbeln die Nachfrage zwar dort an, wo die Begünstigung wirkt. Gesamtwirtschaflich steigt die Nachfrage aber nicht, weil die Subvention (hier: Abwrackprämie) gegenfinanziert werden muss.
Aspect Online: Dabei ist die Abwrackprämie doch ein echter Hit und kurbelt den Konsum an?
Prof. Homburg: Mikroökonomisch wirkt sich das Konjunkturpaket sogar schädlich aus, denn die Märkte werden durch den Staatseingriff verzerrt. So steigt aufgrund der Abwrackprämie zwar momentan die Nachfrage nach preiswerten Neuwagen. Zugleich aber wird der Kfz-Service nach einiger Zeit Einbußen hinnehmen müssen, weil die Neuwagen in den ersten Jahren weniger Service benötigen als die verschrotteten Altwagen.
“Griff in die keynesianische Mottenkiste”
Aspect Online: Sie sind Mitautor des bekannten Lehrbuches “Makroökonomik und neue Makroökonomik”. Welche makroökonomische Fiskalpolitik wäre Ihrer Meinung nach wirklich nötig, um die Rezession einzudämmen und die Grundlage für eine neue Konjunktur im Land zu schaffen?
Prof. Homburg: Richtig wären eine gelassenere Herangehensweise der Politik und eine Fortführung des Konsolidierungskurses. Statt höhere Schulden zu machen, die kommende Generationen belasten, hätte man die Staatsausgaben unverändert lassen und den vermutlich nur zeitweiligen Abschwung aussitzen müssen.
Aspect Online: Die jüngsten Konjunkturpakete sind in der Geschichte der Bundesrepublik ohne Beispiel: Warum werden jetzt plötzlich keynesianische Rezepte aus der Schublade geholt?
Prof. Homburg: Warum die Bundesregierung und manche ihrer Berater plötzlich in die keynesianische Mottenkiste greifen, ist mir schleierhaft. Zumal die sogenannten Fünf Weisen selbst schreiben, dass schuldenfinanzierte Strohfeuer wirkungslos sind.
Das Interview führte Christian Minaty
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Lesen Sie alle Beiträge unserer Reihe zur Finanzkrise:
Finanzkrise (1): Gefahr noch nicht gebannt
Finanzkrise (2): Aufräumarbeiten beginnen


Es war eine regelrechte Erholung, Prof.Homburg in der Talk-Runde zuzuhören !Endlich einmal eine ornungspolitische Stimme ! Die “defecit-spending”-Vertreter fachen täglich neue Strohfeuer an.Die erwünschte Nachfrage bzw. Konsum steht nicht am Anfang, sondern am Ende der Wertschöpfungskette. Am Anfang stehen Idee, Bedarf, es folgen Investitionen für die Erstellung eines produktiven Wertes, dadurch entstehen automatisch Arbeitsplätze sowie Gewinn. (Das ist das einzige Unternehmensziel !! und nicht die Schaffuung oder Erhalt von Arbeitsplätzen) Schließlich ermöglicht die Verwendung des Arbeitslohnes bzw. des Unternehmergewinns eine (weitere) Nachfrage zur Bedürfnisbefriedigung von Konsumenten aller Art (Angestellte, Selbständige, Rentner usw.)
Der Staat hat nur für die bekannten Rahmenbedingungen zu sorgen (incl. Geldmengen- und Kartell-Steuerung), auf keinen Fall wirtschaftliche Betätigung.
Der Bürger fängt richtigerweise in der Krise bereits an zu sparen u.wirft dabei überflüssigen Ausgaben-Ballast ab. Das sollte der Staat auch tun ! Nur so gibt es eine wirtschaftl. Erneuerung : durch weniger und nicht mehr Schulden ! Durch privates Sparen kommt nämlich wieder mehr Geld in den Bankenkreislauf – und eine private Bank entscheidet im Zweifel besser, welche Investition oder Bürgschaft in welcher Firma sinnvoll ist oder nicht.
Leute wie Geissler, Blüm Lauterbach, Ernst, Sommer und Genossen müßte man aus dem Verkehr ziehen (am schlimmsten sind die Multiplikatoren Prof. Bofinger u. Botterwegge…), aber wir haben ja Meinungsfreiheit ! Wer legt sich nach dem Abgang von Lambsdorff, Merz und Kirchhoff nun öffentlich mit den Politikern des demokratischen Sozialismus an ??
Hoffentlich werden Sie bald wieder in eine Talkrunde eingeladen !!
MfG
W.Saenger