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Finanzkrise (2): Aufräumarbeiten beginnen

Veröffentlicht am 30. Dezember 2008

2008 – das Jahr der Finanzmarktkrise. An diesem Urteil werden sich noch Generationen von Wirtschaftshistorikern abarbeiten können. Wir haben Experten um eine Einschätzung gebeten. In Teil 2 antwortet Hans-Jörg Naumer, Leiter Kapitalmarktanalyse bei Allianz Global Investors, auf die Frage nach dem – hinsichtlich der Finanzkrise – gefährlichsten Augenblick des ablaufenden Jahres und den Aussichten, Chancen und Risiken für 2009:

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Der Höhepunkt der Finanzkrise scheint überwunden.

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Der gefährlichste Moment im zurück liegenden Jahr war die Lehman-Pleite. Niemand hatte erwartet, dass eine der größten Investmentbanken Bankrott gehen könnte.

Dabei war es weniger der Bankrott alleine als vielmehr die Kettenreaktion: Aus Unwissenheit wurde Angst, aus Angst Risikoaversion. Niemand wusste, wer noch in Schieflage geraten könnte.

Daraus entstand die Angst, den falschen Kontrahenten im Markt zu haben und darauf folgte die Flucht aus allem, was nicht staatlich garantiert war. Die Kernsschmelze am Finanzmarkt stand kurz bevor.

Hans-Jörg Naumer, Leiter Kapitalmarktanalyse bei Allianz Global Investors

Hans-Jörg Naumer, Leiter Kapitalmarktanalyse bei Allianz Global Investors

Im Finanzsektor haben die Aufräumarbeiten begonnen und der Höhepunkt der Finanzkrise scheint überwunden. Rund um den Globus wurden und werden umfangreiche Pakete zur Stabilisierung der Konjunktur geschnürt und die Zentralbanken greifen selbst zu den unorthodoxesten Mitteln, um den Liquiditätskreislauf in Gang zu halten und durch niedrige Zinsen die Konjunktur zu fördern.

Das schützt nicht davor, dass es auf der Wegstrecke vor uns an den Kapitalmärkten nicht immer wieder holprig ist, aber die größten Gefahren scheinen gebannt.

Die Chancen stehen nicht schlecht, dass die Sicherheitsnetze für das Finanzsystem und die Geldpolitik im Zusammenspiel mit den Konjunkturpaketen dazu führen, dass sich die Weltkonjunktur im Verlauf des zweiten Halbjahres 2009 langsam wieder erholt.

Eine gute Ausgangsgrundlage für die Aktien bieten die Bewertungen. Verglichen mit den historischen Durchschnitten (seit 1988) liegen die Kurs-Gewinn-Verhältnisse für Deutschland sowie Nordamerika rund 40 Prozent beziehungsweise im Falle von Europa sogar um 50 Prozent unter ihrem langjährigen Mittel, und preisen damit bereits deutliche Gewinnrückgänge ein.

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Lesen Sie alle Beiträge unserer Reihe zur Finanzkrise:

Finanzkrise (1): Gefahr noch nicht gebannt

Finanzkrise (2): Aufräumarbeiten beginnen

Finanzkrise (3): Zahlen wir bald mit Goldmünzen?

Finanzkrise (4): “Verlust der Banken unabsehbar”

Finanzkrise (5): “Konjunkturpakete sind schädlich”

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