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Flucht ins Gold ist kein Ausweg

Veröffentlicht am 13. Juli 2011

“Genießen Sie den Moment, da Sie die Bankfiliale betreten, gelassen in die Überwachungskamera lächeln und dem freundlichen Berater ins Gesicht sagen, dass Sie dem … an Ihnen verübten Betrug ein Ende zu machen, sämtliche Konten und Depots aufzulösen, sämtliche Wertpapiere zu verkaufen, sämtliche Fondsanteile zu liquidieren wünschen, und zwar sofort.”

Maximilian Steinbeis berichtet davon, wie es wäre, wenn man als Kunde sich den Banken und dem ganzen Geldsystem verweigert. Stattdessen empfiehlt der Schriftsteller in seiner Erzählung, alles auf Gold zu setzen und das glänzende Metall nicht einmal den Banken im Depot zu überlassen, sondern zu vergraben. Der ehemalige Handelsblatt-Redakteur las die Erzählung “Einen Schatz vergraben” bei den 35. Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt.

Jury-Präsident Burkhard Spinnen lobte, dass er in seinem Text eine aktuelle Befindlichkeit aufgreift. Wie wahr, wer würde es nicht gern mal den Bankern zeigen? Doch sein ganzes Hab und Gut in Form von Gold irgendwo zu vergraben, hilft nichts. So zumindest der Schluss von Steinbeis. Statt Ruhe zu finden in einer Welt ohne Bank, bringt die Flucht ins Gold vor allem Unheil hervor. Am Ende muss ein Unschuldiger sterben.

Den Ingeborg-Bachmann-Preis gab es für die Erzählung nicht, lesenswert ist sie aber für Bankenhasser und Bankenfreunde gleichermaßen.

tr

1 Kommentar zu “Flucht ins Gold ist kein Ausweg”

  1. Melchior Blaise sagt:

    Schade, dass der Beitrag so kurz ist.
    Das Thema ist in der Tat sehr aktuell und wird in den kommenden Monaten noch einiges an Brisanz gewinnen.

    Ich würde mich deswegen sehr über einen Beitrag zum Thema “Gold: Vorteile und Nachteile” freuen.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Melchior Blaise


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