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Geldautomaten: Gebühren-Kritiker sehen Kartellamt in der Pflicht

Veröffentlicht am 31. August 2010

Es war vorherzusehen, dass die Kritik an den Abhebegebühren an fremden Geldautomaten weitergehen würde. Schließlich war der Kompromiss, auf den sich die Banken und Sparkassen in der vergangenen Woche im Zentralen Kreditausschuss (ZKA) verständigten, nicht mehr als eine Halbheit. Erik Schweickert, verbraucherpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, sagte jetzt der “Leipziger Volkszeitung”, er erwarte, dass das Bundeskartellamt auf weitere Schritte drängen werde. Aus seiner Sicht seien deutliche Nachbesserungen zwingend erforderlich, da der “jetzige Kompromiss der Banken sehr wahrscheinlich nicht dazu führt, die Abhebegebühren flächendeckend deutlich zu senken.”

Banken und Sparkassen hatten sich in der vergangenen Woche darauf geeinigt, dass Girokonto-Kunden ab 2011 am Automaten angezeigt bekommen, wie viel das Geld abheben kostet. Diese Transparenz solle den Wettbewerb anheizen. Eine Obergrenze für diese Gebühr wurde nicht festgelegt. Die Privatbanken kündigten aber einseitig an, maximal 1,95 Euro zu verlangen.

Kritiker spielen dem Bundeskartellamt den Ball zu

Doch auch dieser Vorstoß genügt Schweickert nicht, denn in ländlichen Regionen sind die Privatbanken viel weniger vertreten als die Sparkassen und Volksbanken, dort herrsche kein Wettbewerb.  “Sollte eine verbraucherfreundliche Regelung nicht in Eigenverantwortung gefunden werden, wird letztlich der Bundesfinanzminister die bestehenden Missstände beseitigen müssen.”

Unmittelbar nach der Verkündung des Kompromisses hatten auch die Verbraucherschützer in den Chor der Kritiker eingestimmt. Gegenüber rp-online, dem Internetportal der Rheinischen Post, konkretisierte Markus Feck von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen jetzt die Forderungen: “Das Kartellamt sollte ein Verfahren einleiten und Bußgelder verhängen, falls dafür die Voraussetzungen vorliegen.” Ausgangspunkt ist, dass die Marktwächter den Geldinstituten bis Ende August eine Frist für eine Einigung gesetzt hatten. Bis dahin sollten die Banken und Sparkassen eine Lösung finden für mehr Transparenz und ein Sinken der Gebühren. Im April hatte das Kartellamt einen ersten Vorschlag des ZKA verworfen. Damals war von einer Höchstgebühr von fünf Euro die Rede.

ddp/tr

3 Kommentare zu “Geldautomaten: Gebühren-Kritiker sehen Kartellamt in der Pflicht”

  1. Martha sagt:

    Ich fände es gut, wenn wenigstens schonmal die Gebühren angezeigt würden. Wenn man dann mal an einem fremden Automaten abheben muss, gibt es wenigstens keine bösen Überraschungen mehr, wenn man später auf den Kontoauszug schaut.

  2. Günter sagt:

    Dass die Privatbanken eine Gebühr von 1,95€ max nehmen wollen ist ja schön, aber die haben ihre Automaten ja auch dort wo alle anderen auch Automaten haben, also gehen dort auch fast keine Fremdkunden hin. Wie sieht es aber auf dem Land aus – wo sind da die Automaten der Privatbanken, dort wäre es doch mal toll, wenn ich fürs Geld holen auch nur 1,95€ zahlen müsste – oder auf den Inseln, ich denke da z.B. an Amrum oder Föhr – Fehlanzeige.
    Tolle Propaganda, aber wenn ich nur ein paar wenige Automaten in den Städten habe, dann nützt das den allermeisten Menschen gar nix.


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  1. Knickt das Bundeskartellamt beim Streit um die Gebühren an Geldautomaten ein?…

    Seit Monaten kocht der Streit um die Automatengebühren hoch in Deutschland. Zu viel Geld wird verlangt für das Abheben von Bargeld an so genannten Fremdautomaten. Auch das Verbraucherschutzministerium schaltete sich mittlerweile in den Streit ein, und …

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