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Griechenland-"Pleite" als Finanzkrise 2.0? Premier Papandreou warnt

Veröffentlicht am 23. Februar 2010

Der griechische Premierminister George Papandreou hat betont, dass die Schulden seines Landes ein europäisches Problem seien. Sollte nicht genügend unternommen werden, um sein Land zu retten, könnte die Krise auch auf andere Teile Europas übergreifen, befürchtet Papandreou laut einem Bericht der “Daily Mail”.

Der Ökonom Alfred Steinherr warnt derweil vor Finanzhilfen an Griechenland. “Wenn Griechenland mit Finanzspritzen geholfen würde, müsste auch anderen Ländern geholfen werden. Dann aber gäbe es keine Schranken mehr gegen die Verschuldung, keine Reformen, und die ganze Euro-Konstruktion würde zu Farce”, argumentierte der Forschungsprofessor am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in einem Gastbeitrag für die “Saarbrücker Zeitung”.

Zudem drohe die Schwächung oder sogar Überforderung der geldgebenden Länder wie Deutschland oder Frankreich. Steinherr empfahl stattdessen eine Privatisierung von Staatsvermögen, das in Griechenland relativ hoch sei, sowie eine Umstrukturierung der griechischen Staatsschuld.

25 Milliarden Euro Hilfe für Griechenland?

Wie das Nachrichtenmagazin “Der Spiegel” meldete, werden die Hilfen der Euro-Guppe für Griechenland ein Volumen zwischen 20 und 25 Milliarden Euro erreichen. Das sähen erste Überlegungen des Bundesfinanzministeriums vor. Der Finanzierungsanteil errechne sich nach der Quote, die jedes Land am Kapital der Europäischen Zentralbank halte. Auf Deutschland entfielen demnach fast 20 Prozent, also ein Betrag von vier bis fünf Milliarden Euro.

Ein Ministeriumssprecher wies den Bericht als unzutreffende Spekulation zurück. Es gebe keine konkreten Überlegungen des Ministeriums zu Finanzhilfen der Länder der Euro-Gruppe an Griechenland in Milliardenhöhe und auch keinerlei Festlegungen dazu.

“Mit alten Währungen hätte es Chaos in Europa gegeben”

Der ehemalige Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) sieht indes keinen Anlass für eine Euro-Skepsis. Mit Blick auf die akute Finanzkrise in Griechenland und die Kursverluste des Euro auf den internationalen Finanzmärkten sagte der SPD-Politiker in einem Interview mit der Zeitschrift “Super Illu”: “Hätten wir statt des Euro noch die alten nationalen Währungen in Europa, hätte uns die Weltfinanzkrise ins Chaos gestürzt. Wir wären alle einzeln der Spekulation ziemlich hilflos ausgeliefert.”

Eichel sagte, der Euro sei “ungleich stärker, als die Summe der nationalen Währungen, die er ersetzt hat.” Es komme jetzt darauf an, durch Regulierung der Finanzmärkte Griechenland und die anderen Euro-Länder vor Angriffen von Spekulanten zu schützen. Denen sei “das Schicksal der Griechen oder des Euro vollkommen gleichgültig”.

ddp/min

2 Kommentare zu “Griechenland-"Pleite" als Finanzkrise 2.0? Premier Papandreou warnt”

  1. Gerhard Spannbauer sagt:

    Das kennen wir seit knapp zwei Jahren: es wird immer erzählt, wir müssen hier helfen um größere Probleme zu vermeiden und was dann kommt, ist um ein mehrfaches größer als das erste Problem, nur dass dann die Kassen schon wieder deutlich leerer sind.
    Die Welt hat sich durch ein fehlgeleitetes Finanzsystem und grundlegende Systemfehler in eine Sackgasse hineinbewegt, aus der es kein Entrinnen mehr gibt. Wir stehen vor Einbrüchen, die man sich besser nicht in Farbe ausmalt.

  2. Tsompanidis sagt:

    Natürlich kann sich Deutschland der Verpflichtung nicht entziehen. Wer hat den Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut. Waren es nicht die Gastarbeiter aus den (vorwiegend jetzt bezeichnenten) PIGS Länder und das Geld der USA ? Aber das ist ja Schnee von gestern. Und wem verdankt Deutschland die EZB ?
    Doch nicht etwa der Stimme Griechenlands ? Bei der Abstimmung London oder Frankfurt. Ach ja wir haben ja dafür die CEDEFOP bekommen. Eine EU Institution die in Berlin war und jetzt in Thessaloniki sitzt Eine Institution von der mir noch keiner ihre Funktion befriedigend erklären konnte. Darum sollten Sie sich nicht über Boykottaufrufe wundern.
    mfG
    Ein griechischer Ex Ausländer der dem Ruf gefolgt ist Deutschland den Deutschen


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