Erinnern Sie sich an Klaus, den Wintersturm, der in der vorletzten Januar-Woche 2009 über Frankreich und Spanien tobte? Wenn nicht, dann ist das symptomatisch für die Naturkatastrophen im laufenden Jahr. Sie verursachten tatsächlich weniger Unheil als sonst und die Großschäden blieben aus. Klaus nahm den Spitzenplatz ein, er sorgte für Verwüstungen in Höhe von 5,1 Milliarden Dollar.
Die Munich Re (Münchener Rück), einer der weltweit größten Rückversicherer, veröffentlichte gestern die aktuellen Zahlen zu den Elementarereignissen. Auf 50 Milliarden Dollar schätzen die Experten die gesamte Schadensumme, davon waren 22 Milliarden versichert. Damit bleibt 2009 deutlich hinter dem Vorjahr zurück, als sich die Zerstörungen auf das Vierfache summierten und die Versicherungen mehr als das Doppelte des diesjährigen Betrages zahlen mussten.
Wenn die Rückversicherer über die Elementarschäden durch Hurrikane, Überschwemmungen und Co. berichten, steht immer das Thema Klimawandel im Raum. Ist der jetzt abgesagt, weil die Naturgewalten ein Jahr etwas verschnauft haben? Mittelschwere Katastrophen gab es noch genug, insgesamt listet die Untersuchung 850 Schadenereignisse auf. Im Durchschnitt der letzten 10 Jahre waren es nur 770. “Insbesondere bleibt der Trend zu einer Zunahme von wetterbedingten Katastrophen bestehen, während sich die Gefährdung durch geophysikalische Ereignisse wie etwa Erdbeben im Grunde nicht verändert”, so Professor Peter Höppe, Leiter der Geo-Risikoforschung von Munich Re.

2009 gab es weniger verheerende Stürme als im Durchschnitt der letzten Jahre. Foto: Gail Johnson (fotolia.com)
Zählt man nur die Schäden zusammen, für die Versicherungsschutz besteht, entfallen weltweit 45 Prozent auf Unwetterereignisse. Auch wenn die Hurrikansaison 2009 relativ ruhig verlief (nur 3 Hurrikans statt der seit Mitte der Neunzigerjahre durchschnittlichen 7,5), waren die USA doch von drei Großschäden mit Verwüstungen von jeweils mehr als einer Milliarde Dollar betroffen. “Erste Analysen lassen darauf schließen, dass hier neben den sozioökonomischen Faktoren auch der Klimawandel bereits eine Rolle spielt”, so Höppe. Im Vergleich zu 1950 stiegen die großen wetterbedingten Naturkatastrophen auf das Dreifache an.
Vergleichsweise niedrig lag die Zahl der Todesopfer mit 10.000. Im Durchschnitt der letzten zehn Jahre waren es 75.000. Die meisten Opfer forderte 2009 ein Erdbeben auf der indonesischen Insel Sumatra. Dabei starben Ende September 1.200 Menschen, die meisten in der Großstadt Padang.
tr
