Beim Wissen über die 2009 in Kraft tretende Abgeltungssteuer besteht in der Bevölkerung laut einer Umfrage noch erheblicher Nachholbedarf. Nach einer am Montag von der Düsseldorfer WGZ Bank veröffentlichten Befragung haben 80 Prozent der Bundesbürger schon einmal von der neuen Steuer gehört. 64 Prozent der Befragten verfügten allerdings über gar keine oder nur geringe Kenntnisse. Jeder sechste Befragte (16 Prozent) gab an, gut bis sehr gut über die Steuer Bescheid zu wissen.
Für die repräsentative Umfrage wurden im Auftrag der Westdeutschen Genossenschafts-Zentralbank (WGZ) rund 2000 Bundesbürger vom Marktforschungsunternehmen GfK befragt.
Mit Beginn des kommenden Jahres werden alle klassischen Zinsen aus Sparverträgen, Festgeldern, Sparbüchern und ähnlichen Anlagen mit 25 Prozent Abgeltungssteuer belegt. Das gilt auch für Sparverträge, die mit vermögenswirksamen Leistungen bespart werden sowie für Bausparverträge, die bisher meist von der Zinsabschlagsteuer befreit waren. Zu den Zinsanlagen im Sinne der Abgeltungssteuer zählen jedoch nicht nur die klassischen Erträge aus Festgeldern, Sparbüchern oder Tagesgeldkonten, sondern auch viele andere Geldanlagen.
Wer langfristig anlegen will, sollte noch im Jahr 2008 zuschlagen
Wer langfristig in Fonds oder Wertpapiere investieren will, sollte noch vor dem 31. Dezember 2008 zuschlagen, um mögliche Kursgewinne dauerhaft steuerfrei zu kassieren. Das empfehlen die Experten der Zeitschrift «Finanztest». Jetzt sei der richtige Zeitpunkt, um das Depot aufzuräumen. Auf eine Bestandsaufnahme sollte die Analyse folgen. «Finanztest» erläutert, welche Punkte beim Depotcheck wichtig sind und macht Vorschläge für vorsichtige und mutige Anleger.
«Je mehr Posten ein Depot enthält, desto stabiler verläuft seine Wertentwicklung», schreibt das Blatt, denn das Risiko sei hier breiter gestreut. Allerdings sorge genau dies auch für Unübersichtlichkeit. Viele Anleger wüssten gar nicht so genau, was in ihren Depots so schlummert. Gerade sie sollten ihr Depot besonders gründlich prüfen. Anlegern, die auch künftig auf Aktien und Fonds setzen und schlechte durch gute Papiere ersetzen wollen, empfiehlt «Finanztest» vor allem gemanagte Fonds, die sich in der Vergangenheit bewährt hätten.
Für bequeme Anleger böten sich Indexfonds an, die auf einen bestimmten Markt setzen. Auch Fondssparpläne blieben trotz der Einführung der Abgeltungsteuer eine gute Idee. «Finanztest» empfiehlt, dafür ein zweites Depot anzulegen. Damit ließen sich die alten, auf Dauer steuerfreien Anteile klar von den neuen zu versteuernden Anteilen trennen. Dass sie Fondsanteile vor dem 1. Januar 2009 gekauft haben, könnten Anleger so gegenüber dem Finanzamt leichter nachweisen. Grundsätzlich gelte: Auf Gewinne Steuern zu zahlen ist allemal besser als krampfhaft Steuern sparen zu wollen.
(Quelle: ddp)
